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Fehler

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
18 in 16 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Fehler

Fehler

fehlen Vb. ‘abwesend, nicht vorhanden sein, einen Irrtum, ein Unrecht begehen’, Aus afrz. falir, faillir ‘verfehlen, im Stich lassen, versagen, fehlschlagen, sich irren’ (frz. faillir ‘einen Fehler begehen, sich irren, versagen’), dann auch ‘jmdm. entgehen, mangeln, nötig sein’ (oft unpersönlich afrz. frz. il faut ‘es ist nötig’), das über vlat. *fallīre auf lat. fallere ‘betrügen, täuschen, irreführen’ zurückgeht, wird mhd. vælen, vēlen ‘verfehlen, nicht treffen’ entlehnt, daneben gleichbed. mhd. failieren, fālieren, fallieren mit stärkerer Bewahrung der fremden Form (zu unterscheiden von nhd. fallieren ‘Bankrott machen’, Übernahme des 16. Jhs. von gleichbed. ital. fallire, im 16./17. Jh. auch ‘betrügen’, in diesem Sinne unmittelbar aus dem Lat.). Das zunächst als Turnierausdruck aufgenommene Verb (‘beim Stoß mit der Lanze das Ziel verfehlen’) gilt bereits im Mhd. entsprechend dem afrz. Vorbild auch für ‘sich irren’, für ‘fehlschlagen’ und ‘mangeln, nicht zur Verfügung stehen’. Eine Variante mhd. veilen setzt sich noch in frühnhd. feilen fort, namentlich im Md., wohl beeinflußt durch ebenfalls aus dem Frz. stammendes mnd. fēilen ‘verfehlen, fehlschlagen, mangeln, im Stich lassen’. – Fehl m. ‘Makel, Mangel, Verfehlung’, mhd. væle f., Entlehnung aus afrz. faille ‘Mißerfolg, Irrtum, Mangel’, das über vlat. *fallia auf lat. falla ‘Betrug’ zurückgeht. Maskulines Genus entwickelt sich wohl bei der verkürzten artikellosen Form des Substantivs in den Fügungen mhd. āne væl, sunder væl ‘jeden Irrtum ausschließend, zweifelsfrei, ganz gewiß’, die gleichbed. afrz. sans faille nachbilden (vgl. dagegen mit anderer Auffassung nhd. ohne Fehl ‘makellos’). Wahrscheinlich aus Verb und abhängigem Akkusativ (vgl. einen Fehl gebären bei Luther und danach im älteren Nhd.) sind Bildungen wie fehlgehen, fehlgreifen, fehlschlagen entstanden; diese werden bis ins 19. Jh. häufig getrennt geschrieben (fehl gehen usw.), da das erste Glied einem Adverb ähnelt. Hieraus erklärt sich fehl Adj. Adv. ‘falsch, irrig, ergebnislos’, das seit Ende des 15. Jhs. vielfach nachweisbar ist, heute nur noch in der jungen Wendung fehl am Platz(e) sein ‘unpassend, unangebracht sein’. Der genannte verbale Bildungstyp ermöglicht substantivische Zusammensetzungen, ohne daß in jedem Falle das entsprechende Verb vorausgeht: Fehltritt m. ‘falscher Schritt, Vergehen’ (16. Jh.); Fehlschluß m. ‘falsche Schlußfolgerung’ (16. Jh.); Fehlgeburt f. ‘Abgang einer nicht lebensfähigen Leibesfrucht’ (18. Jh.); Fehlanzeige f. ‘negativer Bescheid’ (um 1900, zuerst soldatensprachlich vom negativen Schießergebnis). Das Kompositionsglied fehl- ist bis in die Gegenwart produktiv, vgl. Fehlentscheidung, Fehlkonstruktion, Fehlleistung, Fehlverhalten, Fehlzündung. – fehlbar Adj. ‘mit Mängeln behaftet, unvollkommen’, schweiz. ‘einer Verfehlung schuldig’ (um 1600), wohl Rückbildung zu unfehlbar Adj. ‘frei von Irrtum, untrüglich’ (16. Jh.). Fehler m. ‘Irrtum, Versehen’, anfangs auch ‘Fehlschuß’ (16. Jh.). verfehlen Vb. ‘nicht erreichen, nicht treffen’, mhd. vervælen ‘fehlen, sich irren, trügen, nicht treffen’; Verfehlung f. ‘Irrtum, Vergehen’ (17. Jh.).
3132 Zeichen · 83 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêhler

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Fêhler , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Fehlerchen, Oberd. Fehlerlein, ein Hauptwort, welches vermittelst …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Fehler

    Goethe-Wörterbuch

    Fehler knapp 2 Fünftel der 540 Belege in Punkt 4 b 1 Niete im Lotteriespiel [ Alba: ] Ist’s räthlich die andern zu fange…

  3. modern
    Dialekt
    Fëhler

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Fë h ler [Fálər fast allg.; Fǽlər Str. W. ] m. Fehler. Ei ne m e F. wisse n unter Androhung einer Strafe auf einen F. hi…

  4. Sprichwörter
    Fehler

    Wander (Sprichwörter)

    Fehler 1. Alte Fehler halten fest. Lat. : Inveterata vitia non facile corriguntur. ( Philippi, I, 208. ) 2. An fremden F…

  5. Spezial
    Fehler, sprachlicherm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Fehler , m , sprachlicher ошибка , ж , языковая

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fehler

57 Bildungen · 33 Erstglied · 21 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von fehler 2 Analysen

feh + -ler

fehler leitet sich vom Lemma feh ab mit Suffix -ler.

Alternativen: fehl+-er

fehler‑ als Erstglied (30 von 33)

fehlerfrei

SHW

fehler-frei Band 2, Spalte 403-404

fehlerlos

SHW

fehler-los Band 2, Spalte 403-404

fehlerchen

DWB

fehler·chen

fehlerchen , n. vitiolum: schweiz. a chlis fälerli; dichtern, die mich spottend bessern, kleine fehlerchen vergröszern. Lessing 1, 78 .

fehlerfrei

DWB

fehler·frei

fehlerfrei , vitio purus, schw. felfri: das haus ist fehlerfrei, nihil vitii est in tecto; ein fehlerfreier text, emaculatus; niemand wird f…

Fêhlerfrey

Adelung

fehler·frey

Fêhlerfrey , -er, -este, adj. et adv. ohne Fehler, frey von Fehlern. Ein fehlerfreyes Gedicht. Kein Mensch ist fehlerfrey.

fehlerfroh

DWB

fehler·froh

fehlerfroh , vitiis aliorum laetus: die fehlerfrohe leichtgläubigkeit des gefühllosen schwätzers. Dyanasore 1, 131.

Fehlergrenze

Meyers

fehler·grenze

Fehlergrenze , der Spielraum, innerhalb dessen Maße, Münzen, Gewichte, Wagen, öffentliche Vermessungen etc. von der vorgeschriebenen Größe, …

fehlerhaft

DWB

fehler·haft

fehlerhaft , vitiosus: eine fehlerhafte vorstellung, aussprache, schreibart; nichts ist fehlerhafter, als aus einem edlen oder unedlen zuge …

Fehlerhaftigkeit

DERW

fehler·haftigkeit

Fehlerhaftigkeit, F., ›negative Abweichung eines Geschehens oder Zustandes von einer ordnungsmäßigen Beschaffenheit, (im Verwaltungsrecht) W…

Fehlerharrend

Campe

◬ Fehlerharrend , adj . u. adv . auf Fehler gleichsam harrend, aufmerksam darauf ob jemand Fehler begehen werde, mit dem Nebenbegriffe, daß …

fehlermachen

DWB

fehler·machen

fehlermachen , aberrare, peccare: ich habe das beste erst durch fehlermachen gelernt. Wieland 25, 184 .

fehlernährt

DWB2

fehlernährt adj. : 1965 Geissler kulturhygiene 202.

fehlerpunkt

DWB2

fehler·punkt

fehlerpunkt m. (zu DWB2 1 ): ⟨1940⟩ forstbetriebsdienst 2 670 W./O. 1968 süddt. ztg. 13,19.

fehlerquote

DWB2

fehler·quote

fehlerquote f. (zu DWB2 1 ): 1961 spiegel 14,26. 1979 gött. tagebl. 67,Südniedersachsen.

fehlersumme

DWB2

fehler·summe

fehlersumme f. (zu DWB2 1 ): ⟨1915⟩ Rilke br. 2,55 A. 1972 Wunderlich stier 30 189.

fehler als Zweitglied (21 von 21)

Denkfehler

RDWB1

Denkfehler m (Lakune) логическая ошибка

Flüchtigkeitsfehler

RDWB1

Flüchtigkeitsfehler m (Lakune, kein Bezug zu "беглость") ошибка по невнимательности

Kunstfehler

RDWB1

Kunstfehler m (kein Bezug zu "искусство") врачебная ошибка

druckfehler

DWB

druck·fehler

druckfehler , m. ein beim abdruck stehen gebliebener fehler des setzers, erratum typographicum Frisch 1, 209 a . das verzeichnis der druckfe…

Gedächtnißfehler

Adelung

gedaechtniss·fehler

Der Gedächtnißfehler , des -s, plur. ut nom. sing. ein Fehler, welcher aus Mangel oder Schwäche des Gedächtnisses begangen wird.

hauptfehler

DWB

haupt·fehler

hauptfehler , m. : die höchste empfindung, die der mensch haben kann, ist die, wenn er sich von einem hauptfehler, ja von einem verbrechen d…

kriegsfehler

DWB

kriegs·fehler

kriegsfehler , m. fehler in der kriegführung: kriegsfehler seind unheilsam ( unheilbar, nicht wieder gut zu machen ). Lehman flor. 1, 479 .

leibesfehler

DWB

leibe·s·fehler

leibesfehler , m. körperlicher fehler ( unterschieden von leibfehler, s. d. ).

Münzfehler

DRW

Münzfehler, m. Mängel bei der Münzgeldherstellung vgl. Münzgebrechen die abstellung der muͤntz-fehler und mißbraͤuche ... verfuͤget 1680 RAb…

rechenfehler

DWB

rechen·fehler

rechenfehler , n. fehler, der beim rechnen oder berechnen begangen wird: einen rechenfehler machen, begehen; einen rechenfehler finden; ich …

rechnungsfehler

DWB

rechnung·s·fehler

rechnungsfehler , m. fehler in einer rechnung oder beim rechnen: jetzt wurde er nur verdrieszlich, wenn er einen rechnungsfehler machte, fal…

Rechtsfehler

DRW

rechts·fehler

Rechtsfehler, m. Verfahrensfehler rechtsfehler ... wann in ausführung des streithandels ein fundamentalrecht oder grund vor dem urtheil nich…

Regierungsfehler

DRW

regierung·s·fehler

Regierungsfehler, m. dem Land zum Nachteil gereichendes Verhalten einer Regierung; hier als Grund für das Eingreifen der Parteien einer Erbv…

schreibfehler

DWB

schreib·fehler

schreibfehler , m. fehler beim schreiben, vitium scribentis, mendum describentis Frisch 2, 224 c ; dasz solche ( manuscripte ) dictirt worde…

sprachfehler

DWB

sprach·fehler

sprachfehler , m. 1 1) ' ein fehler in der sprache, in der aussprache, da man wegen eines fehlers der sprachwerkzeuge nicht richtig sprechen…

zungenfehler

DWB

zungen·fehler

zungenfehler , m. , sprachfehler Höfler 125 b , eingewurzelte z. J. A. Hiller anweis. z. gesang (1774) 16 . wie zungensünden: die z. des wei…

Ableitungen von fehler (3 von 3)

befehler

DWB

befehler , m. unüblich, aber im folgenden vorausgesetzt. s. befehliger .

Empfehler

Campe

○ Der Empfehler , des — s, d. Mz. w. d. Ez. der jemand oder etwas empfiehlt. »Ein frostiger Empfehler der Tugend.« Merkel.

urfehler

DWB

urfehler , m. , der hauptsächlichste, erste, ursprüngliche fehler (ur- C 4 c). vgl. grundfehler: ich beging hier wieder einmal den u., der m…