Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Strich m.
Strich m.
Strich m. ‘das Streichen, Linie’, ahd. strih (10. Jh.), mhd. strich ‘Linie, Richtung, Weg, Landstrich, das Streichen, Schlag’, mnd. mnl. strēke, nl. streek, aengl. strica, engl. streak, got. striks sowie (mit anderer Stammbildung) anord. strik n. ‘gestreiftes Zeug, Haube’, schwed. streck ‘Strich, Richtung, Streich’, ablautende Abstraktbildung zu dem unter streichen (s. d.) behandelten Verb. Bezeichnet wird damit der Vorgang des Streichens (im Sinne von ‘gehen’), auch ‘Vogelflug’ sowie ‘Weg, Richtung, Erstreckung, Gebiet’, (im Sinne von ‘streifend berühren’) ‘das Hinwegstreichen über eine Oberfläche’ und die ‘gezogene, gestrichene Linie’ (beim Schreiben und Zeichnen; in der frühen Geometrie Übersetzung von lat. līnea). Vgl. einen Strich durch die Rechnung machen ‘jmds. Pläne zunichte machen’, einen Strich darunter machen ‘etw. abschließen, als beendet betrachten’ (18. Jh.); jmdn. auf dem Strich haben ‘jmdm. nicht gewogen sein’ (19. Jh., vgl. Strich ‘Visierlinie des Gewehrs’?, ‘Zielstrich’ bei Zielfernrohren?); wider, gegen den Strich gehen ‘zuwider sein, mißfallen’ (18. Jh., vgl. Strich ‘natürliche Richtung und Lage’ von Haaren, Fäden, Fasern oder dgl.). – Landstrich m. ‘Gebiet’ (17. Jh.). stricheln Vb. ‘mit kleinen Strichen versehen’, zuerst gestrichelt Part. Prät. (17. Jh.). Strichpunkt m. ‘Semikolon’ (18. Jh.); s. semi-.