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schlecker

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlecker m.

Bd. 15, Sp. 551
schlecker, m. 11) leckermaul, näscher, schwelger (sieh schlecken 1): schläcker, ein fraasz, der für und für in der platten ligt, patinarius Maaler 354d; schlecker, der, lurco, Apicius, cupedius, catillo, liguritor, patinarius, cupedo, cupes Stieler 1830; schlecker (der, pro näscher, leckermaul), liguritor, cupes Steinbach 2, 441, ebenso bei Frisch 2, 194c, Adelung, Campe; hierzu das fem. schleckerinn bei Stieler a. a. o. und Adelung. in gleicher anwendung in älterer sprache das zu slicken gebildete masc. slicker, schlicker, gluto, glutor Dief. 266c, besonders im nd., s. Schiller-Lübben 4, 238b; schlecker, in der neueren schriftsprache wenig gebraucht, ist besonders im sinne von näscher, leckermaul den oberd. mundarten geläufig, s. Stalder 2, 325. Tobler 388a. Lexer 219. Hügel 138a. Klein provinzialwb. 2, 119: wan si wider heim kumen (von der hohen schule), so künnen sie nüt, und werden buochtrucker darusz gockler, henselin, schlecker, baderknecht. Keisersberg narrenschiff 69b; Sergius Orata ist der erst schlecker zu Rom gewest. Petrarca trostb. 57b; also wolt ich, das allen schleckern wider für. Wickram rollwagenb. 155, 6 Kurz; mit schleckern und faulen hansen. Bebel facet. (1589) 51a; des mäusztödters, schleckers und swappers (Apollo). Fischart groszm. (kloster 8, 607); dem schlecker schmecket in der gantzen stadt kein wein besser, als der nichts kostet. Schuppius 410; doch ich ward dort kein schlecker, sondern blieb ein schlucker. Rückert poet. werke (1882) 3, 379; da (im tode) wirt der stoltz des übermuhts, der schlecker alles lusts und eckels .. beraubet. Weckherlin 569; hat dieser schlecker nichts ermessen? Hagedorn 2, 19; mir mundet wein, der etwas herb; wer ist ein süszer schlecker? lasz' er sich holen weinverderb vom nachbar zuckerbäcker. Rückert poet. werke (1882) 5, 346. tellerschlecker, bezeichnung eines schmarotzers. Schöpf 619, s. oben teller schlecken unter schlecken 1. in gleichem sinne auch schlecker: es ist ein schlecker (parasitus) Phormio. Terenz (1499) 124b, schweiz. schlecker, schmeichler Tobler 388a. Seiler 254b. tintenschlecker ist eine verächtliche bezeichnung des schreibers Schöpf 619. sprichwörtlich: ausz einem schlecker wirt ein armer lecker. Franck sprichw. 2, 157a. Henisch 1184, 66; ausz einem schlecker wird ein alter lecker. Petri 2, k 1b. 22) besonderes: 2@aa) in bair. mundarten bezeichnet muesschlecker den zeigefinger, womit die mutter dem kinde das mues einstreicht Schm. 2, 505; bei Tobler 388a wird neben schleckfinger auch das einfache schlecker als name dieses fingers bezeugt. im wienerischen wird die zunge schlecker genannt Hügel 138a (vergl.lecker theil 6, sp. 483). [] 2@bb) schlecker, einmaliges schlecken Lexer 219 (vergl. einen tüchtigen hopser thun u. ähnl.). 2@cc) schlecker, neben das schleckerbest und schleckschusz, heiszt in Tirol ein probeschusz beim scheibenschieszen. Schöpf 619. s.schlecken 3. 2@dd) die jäger nennen schlecker einen hirsch, der keinen richtigen wechsel hält, sondern bald hierhin, bald dorthin auf äsung zieht. Behlen lex. der forst- u. jagdkunde 5, 490; auch bezeichnung eines schlechten jagdhundes.
3188 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlêcker

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schlêcker , des -s, plur. ut. nom. sing. Fämin. die Schleckerinn, eine Person, welche gern gute Bissen isset; eine l…

  2. modern
    Dialekt
    Schlëcker

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    PfWB RhWB Schlëcker m. ( f. –e n ) 1. Leckermaul, Nascher. Fur unsrem S. is t doch nix sicher, dër ge h t e ine m üwer a…

  3. Sprichwörter
    Schlecker

    Wander (Sprichwörter)

    Schlecker Auss einem (reichen, jungen) schlecker wirt ein armer (alter) lecker. – Franck, II, 157 a ; Gruter, I, 6; Eyer…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlecker

50 Bildungen · 29 Erstglied · 21 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schlecker

schleck + -er

schlecker leitet sich vom Lemma schleck ab mit Suffix -er.

Zerlegung von schlecker 2 Komponenten

sch+lecker

schlecker setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlecker‑ als Erstglied (29 von 29)

schleckerbissen

DWB

schleck·erbissen

schleckerbissen , m. , diminutiv schleckerbissel, schleckerbiszlein, n. leckerei, köstlicher bissen. cupedia, schleckerbiszlein Dief. 163 a …

schleckerei

DWB

schlecke·rei

schleckerei , f. verzeichnet bei Stieler 1830 . Steinbach 2, 441 . Frisch 2, 194 c . Adelung, bei Campe als nicht schriftgemäsz. auch ins nd…

schleckerer

DWB

schleck·erer

schleckerer , m. ( s. DWB schleckern 1), näscher, nach leckerbissen lüsterner: der pasteten und kuchenbecker bereitet aus dem besten meel le…

Schleckerey

Adelung

schlecke·rey

Die Schleckerey , plur. die -en. 1) Das Schlecken; ohne Plural. 2) Leckere Bissen oder Speisen, z. B. Zuckerwerk und dergleichen; Schleckerw…

schleckergans

DWB

schlecker·gans

schleckergans , f. die nordische schneegans, anas hyperboraea Nemnich ; eigentlich die bezeichnung unsrer wilden gans. in nd. gegenden slick…

schleckerhaft

DWB

schleck·erhaft

schleckerhaft , adj. ( vgl. DWB schleckhaft ). 1 1) naschsüchtig, nach köstlichen bissen lüstern, wählerisch im essen: schleckerhaft, cupedi…

schleckerhaftig

DWB

schleck·erhaftig

schleckerhaftig , adj. wie das vorhergehende wort. 1 1) naschsüchtig, nach leckeren speisen lüstern, genuszsüchtig: schläckerhafftig, schläc…

schleckerhaftigkeit

DWB

schlecker·haftigkeit

schleckerhaftigkeit , f. : schläckerhafftigkeit, begird zeschläcken, liguritio Maaler 354 d ; schleckerhaftigkeit Stieler 1831 . Steinbach 2…

schleckerhaftiglich

DWB

schlecker·haftiglich

schleckerhaftiglich , adv. dapice, laute Dasypodius ; die speysen schläckerhafftigklich bereyten und kochen, gulose condire cibos Maaler 354…

schleckerig

DWB

schlecke·rig

schleckerig , adj. 1 1) wie schleckerhaft, schleckhaft, genäschig, lüstern nach guten bissen, wählerisch im essen: von einem schleckerigen w…

Schleckerin

PfWB

schleck·erin

Schleckerin f. : ' naschhafte weibliche Person, Feinschmeckerin ', Schleckeʳn [ BZ-Nd'ottb ]; vgl. PfWB Schlecker 1 a. SHW Südhess. V 405 .

schleckerisch

DWB

schlecke·risch

schleckerisch , adj. 1 1) genäschig, wie schleckerig 1: so gehöret vil in ein schleckerisch maul. Mathesius hochzeitpr. 65 b . 2 2) von spei…

schleckermaul

DWB

schlecker·maul

schleckermaul , n. derber ausdruck für einen genäschigen mund, meist als bezeichnung einer person: lecker- nasch- et schleckermaul, cupedius…

Schleckermund

Wander

schlecker·mund

Schleckermund Slickermund und Leckerbart treckt ut und bedelt in euer Fahrt. – Diermissen, 73.

schleckern I

RhWB

schleckern I -ę- = s. o. bei schlecken;

schleckern II

RhWB

schleckern II -e- = abschleudern s. schlickern.

schleckerwerk

DWB

schlecker·werk

schleckerwerk , n. scitamenta dulcia Stieler 1831 : wenn die verwähnte welt bey ihren nahmenstagen auf lieder, schleckerwerk und üppigkeiten…

Schleckerwesen

PfWB

schlecker·wesen

 Schlecker-wesen n. : ' Süßigkeiten, Naschwerk ', Schleckerwese [ Lambert Penns 134]; Syn. s. PfWB Guts 1.

schlecker als Zweitglied (21 von 21)

Arschlecker

Pfeifer_etym

arsch·lecker

Arsch m. ‘Hintern, Gesäß’, ahd. (um 1000), mhd. asächs. ars, mnd. ārs, ērs, mnl. aers, eers, ers, nl. aars, naars, aengl. ærs, ears, engl. a…

Bubenschlecker

PfWB

buben·schlecker

Buben-schlecker m. : 1. 'Mädchen, das sich gern mit Buben abgibt', -schleckeʳ [ KU-Schmittw/O ]; vgl. PfWB Bubenrolze 1. — 2. 'mannstolles F…

Dintenschlëcker

ElsWB

dinte·n·schlecker

Dinte n schlëcker m. Spottname für die Schreiber oder solche, die mit der Feder arbeiten Geberschw. Co. U. — Basel 77.

Drëckufschlëcker

ElsWB

Drëckufschlëcker m. der erste Reif. D e r D. is t h erum ge gange n der Boden wird fest Scherw.

Füdleschlëcker

ElsWB

fuedle·schlecker

Füdleschlëcker m. 1. Schmeichler Hi. Wittenh. Osenb. 2. Schmarotzer Obhergh. 3. Schimpfname überhaupt. Worum hes t i h m »F.« g e seit? waru…

Mädchen(s)schlecker

PfWB

maedchens·schlecker

Mädchen(s)-schlecker m. : 1. 'weibstoller Mann', Mädelschleckeʳ [ LU-Muttstdt ], Märe- [ LA-Kl'fischl PS-Fehrb ]; vgl. Mädchenschmecker 1. —…

Plattenschlëcker

ElsWB

platten·schlecker

Platte n schlëcker m. Spitzn. für die Bewohner von Ortschaften, die früher Residenzen kleinerer Fürsten, Grafen usw. waren Buchsw. Bischw. —…

tellerschlecker

DWB

teller·schlecker

tellerschlecker , m. was tellerlecker, assecla mensarum, parasitus Maaler 397 c : die schmeichler, die pfefferlecker und dellerschlecker sei…

Tintenschlecker

PfWB

tinten·schlecker

Tinten-schlecker m. : 'Schreiber', verächtl., Dindeschleckeʳ (di : ndə- šlęgÄ) [ Wood Schärf. Penns (S. 284)]; vgl. PfWB Tintenbube . ElsWB …

topfschlecker

DWB

topf·schlecker

topfschlecker , m. , Kramer teutsch-ital. 2, 1101 ; Ludwig teutsch-engl. 1992 ; Campe 4, 851 ; Hilpert 2, 116 . —