königlich ,
regius, regalis, ahd. chuninglîh,
mhd. küniclîch, küneclîch,
nl. koninglijk,
altn. konungligr,
dän. kongelig,
schw. konglig,
engl. kingly,
ags. aber cynelîc. 11)
eigentlich. 1@aa)
von des königs würde u. ä.: uwer kungelichen majestat. Chmels
urk. Max. 42,
ebenda aber auch uwer küngelichen maj.; all fursten sind komen da hin zu der kungklichen majestat. Lenz
Schwabenkrieg 28
b; darf ich deinr küngklich gnad (
dir) nit nennen. Adrians
mitth. 362; die köniklich maiestat. Uhland
volksl. 461; ich dank könglicher maiestat. H. Sachs 3, 2, 71
d (1588); weil wir all sind von könkling stammen. 4, 1
d; königliches geschlecht (
2 kön. 25, 25), königlicher befehl, wille, königliche gnade; der königliche hof, königliche ehren (
Dan. 11, 20)
u. s. w. 1@bb)
der gebrauch war früher doch noch allgemeiner oder lebendiger als jetzt. folgendes z. b. wäre jetzt nicht mehr sagbar: das aus der koniklichen krönung des herzogen (
Karl v. Burgund) über Frieslant nichts wart.
Wilwolt von Schaumburg 17,
statt königskrönung
oder krönung zum könig
wie wir weniger gut sagen müszten, während doch königliche krone (
Sir. 47, 7)
noch gilt, lieber freilich königskrone.
auch in folgendem würde man wol jetzt lieber königsbart, königskleider
bilden: könig Pharao (
auf der bühne) musz eine schöne guldene krone, schönen scepter, auch einen schönen königlichen
bart haben (
vergl.bart 15), ohne (
auszer) die königlichen kleider. Adam Puschmann
in Hoffmanns spenden zur d. lit. 2, 15; ein königliches stirnband, reich an steinen, durchzogen mit den lilien von Frankreich. Schiller 405
b,
von der königin,
wofür königlich
mit gilt (
s. unter e). 1@cc)
ähnlich im adv.: nun tragt den toden könig ab, dasz man in königlich begrab. H. Sachs 3, 2, 67
b (1588),
mit königlichen ehren; künigklich und kostlich geziert. Maaler 255
b (
als adv. aber auch noch künigklichen
das.); doch ist es dieser länderlose fürst (
könig René), der eben heut mich königlich beschenkte. Schiller 453
a,
wie ein könig. adverbial klingt es auch in königlich sächsisch
u. ä., z. b. die königlich sächsische grenze, die königlich preuszische post,
es wird aber nicht adv. sein, sondern die endung des zweiten adj. gilt mit für das erste, wie deutlich ist in kaiserlich königliches bezirksamt
u. dgl. 1@dd)
von der person des königs, seinem besitz, seinem thun u. s. w.: diese königliche erscheinung. Schiller 838
b,
das erscheinen des königs; dasz er (
Salomo) darinne mit lusthäusern .. seine königliche lust gehabt hat. Schuppius 98; ein groszes königliches leben. Schiller 279
a; k. blut 466
a, bette 270
a, k. zorn 429
a, freimuth 428
b, k. gunst 300
a. 288
a. 247
b u. s. w.; das lange ausbleiben der königlichen antwort. 828
b,
der antwort des königs, doch eben als könig; ihr habt mein königliches wort, steht auf! 272
b.
Auch so: mein königlicher herr! 452
b,
mein könig und herr; der königliche gast 57
a,
der gast der ein könig ist (
ring des Polykr.),
wie auch in prosa von fürstlichen gästen
die rede ist. 1@ee)
vom königlichen geschlecht überhaupt (
vgl. könig II, 3): die königlichen ahnen
u. dgl.; schon der name des königlichen sohnes ... Schiller 256
a; doch welcher fürsten königliche töchter erblühen denn an dieses landes grenzen? ...; die königliche wittwe. 309
a; ich
sich die königlichen frawen (
königin). H. Sachs 3, 2, 64
d. 65
b (1588); diesz land, mylady, hat in letzten zeiten der königlichen frauen mehr vom thron herab aufs blutgerüste steigen sehn. Schiller 411
a.
Überhaupt gilt königlich
mit als adj. zu königin (
vgl. könig II, 2,
e, ähnlich heiszt Königsgrätz
urspr. Königingrätz): die grimmige und mehr viehische denn königliche witwe ... Kirchhof
wendunm. 1602 1, 8,
d. h. einer königin ähnliche; reicht mir die königliche rechte. Schiller 427
a,
zur Elisabeth; die gunst des königlichen angesichts hat sie verwirkt. 419
b; in diesem königlichen streit. 412
b,
zwischen den beiden königinnen. s. aber auch königinnisch. 1@ff)
auch steigerung kommt vor: wir wissen darum doch, dasz Elisabeth die königinn ist, wenn sich gleich Essex das königlichere ansehen giebt. Lessing 7, 114; zum throne nicht geboren, trug er (
Wilhelm der dritte) das königlichste lob davon. Dahlmann
engl. rev. 383. 1@gg)
auch wie früher königisch: die katholischen mitglieder des bundes, unter denn viele im herzen noch sehr königlich dachten. Schiller 828
b; die königliche partei. 22)
übertragen. 2@aa)
nach art eines königs, eines königs würdig: der pövel braucht der rach' und schande, verschonen das steht königlich. Fleming 502 (411
L.); doch was er groszes, königliches will — er will die alten zeiten wieder bringen, wo zarte minne herrschte. Schiller 453
a,
freilich vom könig René gesagt; einen königlich beschenken,
wie ein könig; dazumal verhiesz ich dir eine belohnung, die königlich wäre. Schiller 136
b; denn königlich war sein (
Wallensteins) gemüth, zum geben war die volle hand geöffnet. 388
a; königlich denken 404
b von einem der nicht könig ist; sie (
die sittlichkeit) ist .. der grosze königliche weg zur freiheit, der niemand gereuet. Claudius 6, 74,
im gegensatz zur revolution, königlich
hier zur bezeichnung der (
sittlichen)
würde. 2@bb)
einem könig ähnlich, unter seines gleichen wie ein könig hervorragend, gleichsam königlich glänzend: ir aber seid das auszerwelte geschlecht, das königliche priesterthum, das heilige volk.
1 Petri 2, 9; daher wir den königlichen und himmelischen namen haben, das wir Christen heiszen. Alberus
wider Witzel C 3
b; ihr königlicher rath und sie darzu ist hin, die überreiche stadt. Opitz 3, 284,
von Rom und seinem senate; als dieses königliche herz (
das tapfere fräulein) selbst hinein trat.
ehe eines mannes 248; es wäre nichts königlicher als die weisheit. Lohenstein
Arm. 1, 981; jetzt stand der mensch und wies den sternen das königliche angesicht. Schiller 24
a,
vgl. königsbildung; ein königliches weib! Göthe 42, 228; dieser königliche jüngling. Arndt
erinn. 46. 2@cc)
dann überhaupt überaus herrlich, vortrefflich (
wie kaiserlich, fürstlich, 'herrlich'): mit einem hellen kopf und einem königlichen gedächtniss. Arndt
erinn. 45
u. ö.; wir erlebten damals eine königliche geschichte in Nassau, ich erzähle sie hier ... 226,
eine köstliche, herrliche. etwas anders eig. zur bezeichnung höchster freude (
vergl. sich freuen wie ein könig
unter könig 4): so kamen beide (
Stein und Göthe) über Koblenz und Bonn nach Köln, wo sie mehrere tage blieben ... uns kleine aber bei den abendlichen thees königlich erfreuten. Arndt
erinn. 244; der seifenblase schimmer entzückte königlich. Matthisson,
die kinderjahre; das hat mir eine königliche freude gemacht.
aber eigen auch k. besoffen: gestern aber gieng einer (
ein Herrnhuter) königlich besoffen, tobend in lustigem ärger den platz entlang. Zelter
an Göthe 3, 256. 33)
ebenso auszer der menschenwelt, vgl. könig 11
ff. 3@aa)
von thieren, nach 1: dann der adler veracht die beut, die sein künigklichen klattern (
klauen) unwirdig gesehen wirt (
videtur). S.
Frank chronica 121
a; der königliche vogel (
adler) schweigt und läszt die trägen thiere schreien. Uz; du (
löwe) schütteltest machtvoll, eh wirs geglaubt, dein mähnenumwogtes königlich haupt. Chamisso.
vom bienenkönig (
s. könig 13,
d)
und seiner gewalt: findet man einige körbe, da die bienen ... ihrer arbeit träge sein .. die musz man dann unter königliche botmäszigkeit in gehorsam bringen. Becher
hausvater (1714) 163. 3@bb)
von thieren nach 2: der pferde waren nur drei, aber alle drei muthschnaubende königliche thiere. Heinse
Ardinghello 1, 182; besonders strotzt die kraft wunderbar vom hintern über den königlichen rücken (
des farnesischen stiers). 2, 92; stolz wie die rosse sich sträuben und schäumen ... königlich wider den zügel sich bäumen. Schiller 1
b.
ebenso spricht man auch von einer königlichen eiche. 3@cc)
überhaupt von allem andern: es siegt der volle tage mit königlichem strale. Zachariä
verwandl. 3, 207; er (
der mond) leuchtet königlich daher aus hoher ungemeszner ferne. Karschin 4; das königliche gold. Opitz 2, 42,
s. königin 5; o feuriger Burgunder, o königlicher wein! Hagedorn 3, 101; wie hehr im glase blinket der königliche wein! Voss (1825) 3, 128; der königliche punsch. Zachariä
ged. (1761) 485; der königliche thurm von Notre Dame beugt sein erhabnes haupt. Schiller 450
b.