Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
für Präp.
für Präp.
für Präp. ‘anstatt, anstelle, zugunsten’, ahd. furi Präp. ‘für, wegen, vor, statt’, Adv. ‘voraus’, mhd. vür(e) Präp. (lokal) ‘vor etw. hin, gegen, für, vorbei an, vorwärts, statt’, (temporal) ‘fernerhin, seit’, Adv. ‘vor, nach vorne hin, hervor, voraus, vorbei, vorwärts’, (md.) vur(e), vor(e), asächs. furi ‘hervor, voraus, vor, für, wegen’, anord. fyr ‘vor, durch, wegen, trotz’, schwed. för führen über germ. *furi auf ie. *pəri-, *pri-, zu hochstufigem ie. *per (vgl. ahd. fora, mhd. vor(e), asächs. for(a), fore, aengl. fore, got. faúra, s. vor). Die im Dt. durch ahd. furi, mhd. vür(e) (nhd. für) und ahd. fora, mhd. vor(e) (nhd. vor) vertretenen Formen werden zunächst gleichermaßen räumlich gebraucht und in präpositionaler Verwendung im wesentlichen nur in der Kasusrektion unterschieden, ahd. furi, mhd. vür(e) mit Akkusativ zur Angabe der Ortsveränderung, ahd. fora, mhd. vor(e) mit Dativ zur Angabe der Ruhelage. In frühnhd. Zeit, wo adverbielle Verwendung weitgehend zurücktritt, fallen in md. vor die aus ahd. furi und fora entwickelten Formen zusammen; die Unsicherheit des Gebrauchs geht daraufhin auch auf hd. für über. Die Vermischung wird erst durch Regelung der Grammatiker des 18. Jhs. beseitigt; die Geltungsbereiche beider Präpositionen werden dahingehend abgegrenzt, daß für (mit Akkusativ) auf den übertragenen Gebrauch im Sinne von ‘zugunsten, anstatt’ und vor (mit Dativ und Akkusativ) auf den räumlichen Gebrauch festgelegt wird. Reste alter räumlicher Verwendung sind erhalten in formelhaften Ausdrücken wie Schritt für Schritt (eigentlich ‘einen Schritt vor den anderen’), Tag für Tag, Punkt für Punkt. Als Adverb steht für noch resthaft in Verbindungen wie für und für, für und wider.