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Frone

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Frone

Frone

Fron, Frone f. ‘unentgeltliche Arbeit leibeigener und höriger Bauern für den Grund- oder Gutsherrn im Feudalismus’, in neuerer Zeit (19. Jh.) übertragen ‘unliebsame, erzwungene, harte, mühsame Arbeit, Plackerei’. Mhd. vrōn(e) ‘Gewaltherrschaft, Herrendienst, Zwingburg, Gefängnis’, neben der ursprünglichen Bedeutung ‘Herrschaft, Herrschaftlichkeit, Herrlichkeit, Heiligkeit’, ist eine Substantivierung des Adjektivs mhd. vrōn ‘was den (geistlichen oder weltlichen) Herrn betrifft, ihm gehört, heilig (von Gott, Christus), herrschaftlich, öffentlich’, ahd. frōno (indeklinabel und nachgestellt) ‘dem Herrn (Gott, Christus) gehörig, heilig, herrlich’ (vgl. krūzi frōno ‘heiliges Kreuz’), dann ‘öffentlich, dem Staate gehörig’ (9. Jh.). Dies ist eigentlich ein erstarrter Genitiv Plur. (‘der Götter’) von ahd. frō ‘Herr’ (9. Jh.), Anrede für heidnische Götter, dann für den christlichen Gott (später von Herr, s. d., verdrängt); dazu ahd. frouwa f. (s. Frau). Der n-Stamm germ. *frawan- in ahd. frō, asächs. frō in der Anrede, sonst frāho, frōho, aengl. frēa ‘Herrscher, Herr, König, Gott, Christus, Ehemann’ und der jan-Stamm germ. *fraujan- in asächs. frōio, aengl. frīgea, got. frauja ‘Herr’ lassen sich vergleichen mit aind. pravaṇáḥ ‘vorwärts geneigt, abschüssig’, pravaṇá- ‘Abhang, Halde’, griech. prēnḗs (πρηνής), prānḗs (πρανής) ‘vorwärts geneigt, kopfüber, abschüssig, steil’ und führen als Ableitung mit ie. -u̯o- auf ie. *prō̌ ‘vorwärts, vorn, voran’, wozu auch griech. prṓra (πρῷρα) ‘Schiffsvorderteil’, aslaw. pravъ, russ. právyj (правый) ‘recht, gerecht, richtig’, eigentlich ‘geradeaus’, gehören. Mit gleichem Suffix, aber von anderer Ablautstufe sind gebildet aind. pū́rvaḥ ‘der vordere, erste’, aslaw. prьvъ, russ. pérvyj (первый) ‘der erste’. Alle Formen führen auf ein vornehmlich Präpositionen und Adverbien bildendes ie. *per ‘das Hinausführen über’ (s. für, vor, ver-, auch fern, fremd, fromm). – Der religiös-christliche Gebrauch des Adjektivs ist erhalten in Fronleichnam m., der Bezeichnung für das seit 1246 gefeierte Kirchenfest am 2. Donnerstag nach Pfingsten, eigentlich ‘der Leib des Herrn, der Leib Jesu Christi’, mhd. vrōnlīcham, vrōnlīchname, nach mhd. der vrōne līcham (s. Leichnam). Zahlreichersind Komposita zur weltlichen Bedeutung des Adjektivs ‘den Herrn betreffend, ihm gehörend, herrschaftlich’, vgl. ahd. frōnohof ‘Herrenhof, Staatskasse’ (10. Jh.), mhd. vrōn(e)hof, auch ‘Kirchhof’; mhd. vrōn(e)bote ‘Amts-, Gerichtsbote, Büttel’; spätmhd. vrōnwalt ‘herrschaftlicher Wald’. Frondienst m. ‘erzwungene Dienstleistung für den Grundherrn’, mhd. vrōndienest. – fronen Vb. ‘Frondienste, harte Arbeit leisten’, ahd. frōnen ‘(für den Herrn) in Beschlag nehmen’ (10. Jh.), mhd. vrōnen, vrœnen ‘als Abgabe überreichen, (für den Herrn) in Beschlag nehmen, pfänden, dienen, Frondienst leisten, zum Herrn erhöhen, heiligen, verherrlichen, schmücken’; daneben die umlautende Variante frönen Vb. (einem Laster, einer Leidenschaft) ‘sich rückhaltlos hingeben’, eigentlich ‘einem Laster, einer Leidenschaft wie einem Herrn dienen’ (1. Hälfte 18. Jh.).
3075 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    frone

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    frone , s. frohne .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Frone

    Goethe-Wörterbuch

    Frone stets -oh-, in RAnw in der älteren Form -de; wohl durchweg als Femininum u kaum als Kurzform (‘Fron’) aufzufassen …

  3. modern
    Dialekt
    Frone

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Frone -ōn u. -- Saarbr-Völkl ; -ū- Bitb-Mettend Dudeld ; sonst Hunsr -ē- ; Mosfrk (Saar, Trier , Bitb , Wittl , Bernk ,…

  4. Sprichwörter
    Frone

    Wander (Sprichwörter)

    Frone Ein Frone zeugt so viel als sieben andere. – Graf, 418, 137; J.D. v. Steinen, Westfälische Geschichte (Lemgo 1755-…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit frone

9 Bildungen · 7 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

frone‑ als Erstglied (7 von 7)

fronecken

DWB

fron·ecken

fronecken , fräuchen, fräulein, oder zu bessern froweken? fröken? Fischart streut mehrmals nd. wörter ein. hieher fraw wirtin, trinkt eins f…

Frō²neke

WWB

fron·eke

Frō²neke f. Frauneke freche, hochmütige Frau ( Bri Ah).

Froneri

MeckWB

fron·eri

Froneri f. 'Fronerei' 1. Wohnhaus des Fronen und das meist darin befindliche Gefängnis: 'enen in de fronerie setten' (Ro um 1450) Beitr. Ros…

frônessi

AWB

fron·essi

[ frônessi and. st. n. ( f. ? ) . froi-nesse: nom. sg. Gl 1,722,7 ( Cass. Theol. fol. 60, 11./12. Jh. ). Frohsein, Fröhlichkeit: [ Isaac ] g…

fronestarius

MLW

* fronestarius v. * phronestarius. Mandrin

frone als Zweitglied (2 von 2)

Auffrone

DRW

auf·frone

Auffrone endgiltige Fronung von eyner uffrone [gebührt] dem schulthessen 1 ℔ 1483 ErfurtGO. 353 Faksimile so muess der freiboth stille stahe…

Stadtfrone

DRW

stadt·frone

Stadtfrone, m. städt. Fronbote (I), Gerichtsdiener, Stadtknecht effte der stad vrone in des vogedes edder in der borger denste sunder sine s…