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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

einmal

Bd. 3, Sp. 230
einmal , nnl. eenmal, schw. en gng, n. engang, franz. une fois, it. una volta. schon gramm. 3, 232 wurde bemerkt, dasz weder ahd. noch mhd. ein zu dem acc. mâl gesetzt erscheine. goth. hiesz es mit dem dat. ainamma sinþa, altn. einu sinni; ahd. mit dat. pl. einazêm, einzêm mâlum, einzên mâlen, öfter mit der praeposition zi einemo mâle, zeinemo mâle; mhd. ze einem mâle, zeinem mâle oder genitivisch eines mâles. auch im 14. 15 jh. zeigt sich noch kein einmal. bei Eckhart steht ze einem mâle 58, 27. 61, 25. 71, 10. 186, 10 oder eines 110, 28. 29. 138, 11. einest 206, 1. bei Boner eis mâls 2, 1. 91, 75. bei Megenberg ains mâls 55, 19. 101, 29. auch Keisersberg scheint einest vorzuziehen, bilg. 20d. 61b. 176a. 209c. s. d. m. 43a, oder noch öfter eins mals bilg. 157d. 161b. omeis 44a. s. d. m. 8a. 11a. 29b. 34b. 38b; doch taucht hin und wieder ein mal auf, z. b. omeis 17b. s. d. m. 5b. 42a, unverkennbar mit unterschieden der bedeutung. Luther hat in der bibel beinahe durchgehends accusativisches ein mal und nur 1 Petr. 3, 20 haftete eins mals; seitdem beginnt einmal vorzuherschen, einsmals seltner zu werden, einst in engerm sinn zu gelten, man sehe eines, einest, einsmals an ort und stelle nach. dies einmal gegenüber einsmals darf als ein vortheil der heutigen sprache angesehen werden. die vollständige flexion sollte lauten gen. eines mals, dat. einem male, acc. einmal, doch den dat. sehen wir hernach gekürzt gleichfalls zu einmal. Wie das blosze ein aus seiner bestimmten bedeutung übertrat in unbestimmte, wird auch das zählende éinmal, mit verlust des tons, zu irgend einmal, je einmal. AA) éinmal, semel, ἅπαξ. A@11) der blosze accusativ: éinmal (gethan oder gesagt) ist keinmal (ist noch nicht zu rechnen, sondern erst mehr als éinmal); wer éinmal gelogen hat, lügt öfter; ei éinmal gehet [] hin! saufteufel G 3a; ich sage es éinmal und nicht mehr; er behauptete es mehr als éinmal; nur éinmal; nicht éinmal, nicht ein einziges mal; im jar nummen éin mol. Keisersb. omeis 17b; éin mal essen ist göttlich. wer zwiret iszt, der ist ein mensch. wer drü mal iszt, der ist ein vich. wer vier mal iszt, der ist ein teufel, und wer fünf mal iszt, der ist des tüfels muoter genant. s. d. m. 5b; du solt auch mit keinem zornigen hadern, noch der man mit siner frauwen, noch die frawe mit irem gemahel, dan so ir éin mal anfahet, der hader hört darnach nummer uf und ist weder rug noch rast darbei. 42a; éin mal im jar, ἅπαξ τοῦ ἐνιαυτοῦ, semel per annum. 2 Mos. 30, 10; lasz alle kriegsmenner rings um die stad hergehen éin mal, semel per diem. Jos. 6, 3; ich bin drei mal gesteupet, éin mal gesteiniget, ter virgis caesus sum, semel lapidatus. 2 Cor. 11, 25; éinmal nur in unserm leben ist das höchste glück gegeben. Göthe 3, 75; doch Hüsterlo hört ich im leben nicht éinmal nennen, eben so wenig als Krekelborn. 40, 85; wenn man sie éinmal nur gesehn, ach, immer musz man nach ihr gehn. 1, 208; éinmal in die nacht gerissen bleibt sie ewig mir geraubt. Schiller 54b. A@22) noch éinmal: kompt noch éin mal er auf, vulg. ascendite adhuc semel. richt. 16, 18; ah, zürne nicht herr, das ich nur noch éin mal rede, ἐὰν λαλήσω ἔτι ἅπαξ, vulg. si loquar adhuc semel. 1 Mos. 18, 32; wenn ich der henne ihre nahrung vermehre und gebe ihr noch éinmal so viel zu fressen als ich pflege. Lokmans fab. 12; wann er dich und uns alle schon noch éinmal (heute betont nóch einmál) und aber éinmal so heszlich und scheuszlich machet. Ayrer proc. 3, 1; denn Phyllis kömmt noch éinmal wieder. Gellert 1, 81; versuchst dus noch éinmal. Schiller 64a; noch éinmal, Robert, eh wir scheiden, komm an Elisens klopfend herz. wir sagen allgemein: noch éinmal willkommen; noch einmal lesen, denuo legere; noch éinmal überlegen, iterum cogitare, schweiz. noch einist; erst im vorigen jh. hat sich dafür nochmals eingeführt, wovon an seiner stelle weiter zu handeln ist. mit mehrmals verhält es sich anders. A@33) éinmal für allemal, éin für allemal, éinmal für alle, une fois pour toutes,n. een gang for alle, nachdrucksam und entschieden wie das lat. ut semel dicam: denn éinmal für allemal, die so genaue erkundigung musz entweder davon, dasz man ihren bitten willfahren will, oder dasz man ihnen von freien stücken etwas gutes zu erzeigen geneigt ist, herrühren. Leipz. avant. 1, 209; kömmst du schon wieder mit deinem albernen zeuge? einmal für allemal, du sollst nicht sagen, dasz sie mit dem grafen durchgegangen ist. Weisze kom. opern 3, 20; ich sag euch, mit dem schönen kind gehts ein für allemal nicht geschwind. Göthe 12, 136; nur über ein kleines mädchen wurde geklagt, dasz sie ohne geschick sei und im hause nun ein für allemal nichts thun wolle. 17, 179; Wilhelm behauptete nunmehr ein für allemal, dasz sie sich gleichfalls an die übrige gesellschaft anschlieszen sollte. 19, 61; ich will es nur rasch, ein für allemal herausreden. 22, 54; bis er ein für allemal den entschlusz faszt zu erklären, das rechte sei was ihm gemäsz ist. 26, 27; einmal für alle. Niebuhr 2, 406. nicht zu loben ist die umstellung bei Klinger 1, 118: über diesen punct habe ich mich für ein und allemal erklärt. A@44) éinmal und das andere mal, éin und das andere mal, éinmal und das andere begegnen so in dreifachem ausdruck. nicht anders éinmal über das anderemal, éin über das andere mal, éinmal über das andere. hier belege für die letzte formel: da aber der graf in solcher stellung liegen blieb und mir éinmal über das andere die hand küssete. irrg. der liebe 247; sehr fleiszig sind gedichte aus Müllers versuchen eingerückt, der éinmal über das andere ein groszer mann gescholten wird. Göthe 33, 66. A@55) éinmal oder zweimal, éin oder zweimal, éinmal oder zwei. die letzte weise steht z. b. Nehem. 13, 20, Sirach 32, 10 und im buch der liebe 212, 1: liesz Arsace Charicliam éinmal oder zwei zu ihr fordern. sie unterliegt nach sp. 114 der verdichtung in ein máler zwei; éinmal oder zehen ist = ein máler zehen, wobei der ton von ein weg und auf mal zieht, daher auch weitere kürzung en maler zwei, nmaler zwei möglich wird. einmal oder etliche. Schuppius 951. [] A@66) éinmal steht für erstens, primum. Logau schreibt in seiner vorrede: ich gedenke nur etwas weniges vom reimenmasze, éinmal, dasz die endungen der reime zusammen stimmen ... nachmals u. s. w.; und wagte mich daran mit doppeltem eifer, einmal weil ich nach meiner überzeugung sprechen konnte, und sodann weil ich mich in jüngeren jahren in eben demselben traurigen fall befunden hatte. Göthe 17, 60; denn éinmal liegt sie (die kirche) in ewigem streit mit dem staat, über den sie sich erheben, und sodann mit den einzelnen, die sie alle zu sich versammeln will. 26, 41. folgt aber kein nachmals, hernach, dann, sodann, so wird éinmal den sinn von kurz oder ein für allemal (s. 3) erhalten: éinmal, ihr ganzes thun und lassen war dermaszen possierlich, närrisch u. s. w. Simplic. K. 174; éinmal, es galt mir endlich gleich, mit was für vortheilen, mit was für griffen ... ich prosperierte. Courage cap. 18. A@77) auf éinmal, ἐφάπαξ, εἰςάπαξ, auf éinen schlag, tout d'un coup, besonders nach zahlen, drei auf éinmal, sieben auf éinmal; und schlug dreihundert auf éinmal. 1 chron. 12, 11; und gewann alle diese könige mit irem lande auf éinmal. Jos. 10, 42; also fielen diese sieben auf éinmal. 2 Sam. 21, 9; wer verkerets weges ist, wird auf éinmal zufallen. spr. Sal. 28, 18; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert brüdern auf éinmal, vulg. simul, goth. suns, weil in auf éinmal auch die vorstellung des plötzlichen liegt. 1 Cor. 15, 6. auf éinmal lieb und hasz besitzen meinen mut. Weckherlin 273; haut zu! so komm ich doch der qual auf éinmal los. Gellert 1, 200; denn wer nicht doppelt ist, kann nur an éinem ort auf éinmal sein. Wieland 17, 258; ihr habt vielleicht auf éinmal alle recht. 10, 249; auf éinmal steht er hoch im saal, sieht sitzen hundert gäste. Göthe 1, 182; auf éinmal so anders. 45, 82; der strohhut hieng ihr am arm, und so hatte ich das vergnügen sie beim ersten blick auf éinmal in ihrer ganzen anmut und lieblichkeit zu sehn und zu erkennen. 25, 344; als nun aber gar der behaglich ausgestreckte auf éinmal in ein lautes lachen ausbrach. 25, 350; wenn wir auf éinmal aus einem ruhigen dache eine flamme gewaltsam ausbrechen sähen. 25, 359; als sie aber auf éinmal das fremde gesicht erblickte, that auch sie einen lauten schrei und lief davon. 25, 361. der wolf ist mächtig ein kalb auf éinmal auf éine mahlzeit zu verzehren. A@88) mit éinmal für mit einmal d. i. mit éinem mal, goth. ainamma sinþa, diese fehlerhafte kürzung begegnet kaum vor dem 18 jh., sie bedeutet was das vorige auf éinmal: und so wie sie (die gezwungnen deutungen) sich selbst unter einander aufreiben, so fallen sie alle zugleich mit einmal weg, sobald man auf den grund jener voraussetzung gehet. Lessing 8, 234; die groszen erfindungen thaten sich mit einmal hervor. Winkelmann 3, 218; einzeln geht nach einander hinein, nicht alle mit einmal, ἀλλὰ προμνηστῖνοι ἐσέλθετε>, >μηδ' ἅμα πάντες. Od. 21, 230; da steht man denn mit einmal dumm und stumm. Gökingk 1, 154; man warf tausenderlei fragen mit einmal auf. Wieland 11, 205; als sich in ihr das durch frühern unterricht empfangene mit einmal zu entwickeln schien. Göthe 17, 217; wie sollte sie aber jede hofnung mit einmal aufgeben! 17, 364; so fiel das werk mit einmal über den haufen. 37, 269; doch grade diese letzten tage fiel er mit einmal mir aufs herz. 2, 223; ei sieh doch, schön! für deine wunden ist die arznei mit éinmal gefunden. 45, 89; da schosz er hervor und schnappte mit einmal auch nach mir, da fuhr ich zusammen und eilte zu fliehen. 40, 116. A@99) zu éinem mal, mhd. zéinem mâle, begegnet selten: denn das er gestorben ist, das ist er der sünde gestorben zu éinem mal, ἐφάπαξ. m. 6, 10. BB) einmál, olim, aliquando, B@11) quodam tempore, der gangbare ausdruck für unbestimmte zeit, die erzählung beginnt: es war einmal ein könig; einmal lebte ein mann, was aber auch wegbleiben kann und im lateinischen märchen gewöhnlich fehlt: erant rex et regina, im französischen ebenfalls gesetzt wird: il était une fois un roi et une reine. einmal da hiesz im Benedict ze trinken bringen. Keisersb. omeis 14a; [] mein vater einmal ein kälblin hett. Ayrer 53d; es hatte einmal ein könig sich auf die jagd begeben. pers. rosenth. 3, 1; es war einmal ein kind. Göthe 8, 18; märchen sagt 'es war einmal'. 41, 271; ich schosz einmal eine katz am zaun. 1, 172. Gellerts erzählungen ziehen einst dem einmal vor, doch erscheint es hin und wieder: ein affe sah ein paar geschickte knaben im bret einmal die dame ziehn. 1, 156; der eine, der gern siegen wollte, sann einmal lange nach. ebenda; Till Eulenspiegel zog einmal mit andern über berg und thal. 1, 164; als ich einmal, so fängt mein autor an nach seiner weise zu erzählen, in einer kirche sasz. 1, 214. wir unterscheiden freilich zwischen einst und einmal, jenes hat uns nur die bedeutung von olim, in einmal aber schimmert. noch semel durch, ehmals lag doch dieser sinn auch in einst. s. einst. B@22) einmal geht zwar hauptsächlich auf die vergangenheit, kann aber, wie einst und olim, auch die zukunft ausdrücken: ich komme spät, doch ich komme einmal; bald einmal; ihr sollt euch wundern, wenn das einmal geschieht; ob sichs einmal zutragen wolt, das ich zu euch keme, εἴ πως, si quo modo tandem. m. 1, 10; ich werde einmal plötzlich über dich komen und dich vertilgen, semel ascendam in medio tui. 2 Mos. 33, 5, wo dem semel plötzlich entspricht, einmal zum futurum gehört; es wird im der wanst einmal vol werden. Hiob 20, 23; denn es sol sich auch einmal alle welt fur mir fürchten. Ez. 32, 32; ich denk ich halte sie einmal und büsze meine lust. Göthe 1, 20. B@33) nach dem imp. hat einmal den bittenden, zurufenden, aufmunternden sinn des lat. heus und quaeso (vgl.bald 1, 1081): hör einmal! komm einmal her! setze dich einmal! denke dir einmal! wie wir auch doch verwenden: höre doch! komm doch her! setze dich doch! oder beide wörter häufen: höre doch einmal u. s. w. süsz liebchen! 'laszt einmal!' Göthe 12, 165; bedenk doch nur einmal! 1, 168; sehen sie einmal, ob es sich der mühe verlohnt den frischling zu schieszen. Rabener 2, 74; reichen sie einmal den teller her!; geben sie einmal acht! im hintergrund liegt immer die blässere, eigentliche bedeutung von semel. B@44) ähnliches einmal neben dem praesens, wo man es wieder mit doch vertauschen könnte, voraussetzend und einräumend: es ist einmal wahr, certe, profecto; es ist einmal so; Anton, was hat er einmal zu lärmen? Gotter 3, 165; das ist mir einmal unbegreiflich. Göthe 57, 226; wo ein bedürfnis das urtheilen nothwendig macht, da ist eine maxime nöthig, nach welcher wir unser urtheil fällen, denn die vernunft will einmal befriedigt sein. Kant 1, 125; es ist einmal ungewis, ob. 3, 350; es ist einmal (damit) nicht so gut bestellt. 4, 99. darum verbinden sich auch beide partikeln: eine beschränktheit der vernunft, die doch einmal nicht von ihr zu trennen ist. Kant 6, 228; nein, ich spiele länger die mummerei nicht mit. er musz es doch einmal erfahren. Lessing 2, 234; hat der alte hexenmeister sich doch einmal weg begeben. Göthe 1, 237; ich besasz es doch einmal, was so köstlich ist. 1, 111; du bist doch nun einmal eine hur, so seis auch eben recht. 12, 196. B@55) nun einmal lag eben vor. hier sind noch andere beispiele, ohne doch: ich übersende euch nu einmal den armen Sorgenvol. Rebhuhn klag des armen mannes s. 3; beide stimmten darin überein, dasz da das stück nun einmal auf das deutsche theater solle, dieser hintergrund für unsere vorstellungsart am besten werde. Göthe 19, 166; da die groszen nun auch einmal menschen sind. 24, 308; unsern gästen würde es bei uns nicht woler sein, sie sind nun einmal das alte gebäude gewohnt. 26, 17; ich bin nun einmal so. dies nun einmal bezeichnet das geschehene, eingetretene, beschlossene, abgethane und weist auf semel zurück. B@66) endlich einmal: hörst du endlich einmal?; sei nur endlich einmal still! [] B@77) nicht einmal, ne quidem: das er wuste, wie seine kinder sich schendlich hielten und hette nicht ein mal saur dazu gesehen. 1 Sam. 3, 13; dasz er mich nicht einmal bemerkte. Gotter 3, 23; er verleumdete mich und du sagtest nicht einmal ein wort da wider; das alles sagst du mir und wirst nicht einmal roth? B@88) einmal — einmal = modomodo, bald — bald: einmal ist sie munter, meist betrübt, einmal recht ausgeweint. Göthe 12, 174; er ist einmal so, einmal anders, wetterwendisch. B@99) auf einmál, gleichviel mit einmál unter 1 und verschieden von dem unter A, 7 behandelten auf éinmal: es war ein fürnem man, ein zunftmeister, ward auf einmal (quodam tempore) bestäubt mit wein und mocht nit heim kummen. Keisersb. s. d. m. 9a; auf einmal da ware ein ritter, der het ein frauwe. sch. u. ernst 1550 cap. 344; auf einmal war ein maler, der malet die allerhüpschsten Jesuskneblen. cap. 359; ganz wie man auch sagte auf eine zeit, ûf ein zît. Eckhart 625, 32. B@1010) die wegnahme des tons von ein hatte zur folge, dasz es völlig ausfallen konnte und nichts als mal zurückblieb, in der volkssprache erscheint in allen von 1—8 aufgezählten fällen häufig bloszes mal; eine noch stärkere aphaeresis, als die sp. 139 behandelte, welche von dem ein mindestens das n behielt. dies mal für einmal begegnet auch bei schriftstellern, die jenes n für ein meiden: wenn ich mal ungeduldig werde, denk ich an die geduld der erde. Göthe 2, 306; ich will euch erzählen ein märchen, gar schnurrig. es war mal ein kaiser, der kaiser war kurrig. Bürger 66a. wenn nun das märchen vom fischer anhebt: dat wör mal ens en fischer un sine fru, so wird hier das vor dem mal unterdrückte en nochmals pleonastisch durch ens = einmal ausgedrückt. die fries. mundart verwendet ris für ien ris, einmal. im neapol. na vota mangelt nichts als der anlaut. übrigens mag dies mal zum probstein für den unterschied zwischen éinmal und einmál gereichen, éin fällt nicht weg, folglich weist mal auf geschwächtes einmál, aus diesem grunde erscheint nochmals (sp. 231) für noch éinmal, noch eines males fehlerhaft.
16171 Zeichen · 294 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    êⁱnmâlnum.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    êⁱnmâl , num. , einmal.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    einmal

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    einmal , nnl. eenmal, schw. en gng, dän. engang, franz. une fois, it. una volta. schon gramm. 3, 232 wurde bemerkt, das…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    einmal

    Goethe-Wörterbuch

    einmal Großschr als Zeichen von Betontheit (vgl b); einmal mundartl e’mal GWB 5 2 ,415 Ich wär auch 1 ’mal s Nebenlemma …

  4. modern
    Dialekt
    einmalPräp.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wossidia einmal einmal 1. bestimmtes Zahladv.: Chytr. 563; dat Pierd, wat einmal in de Hawer gahn hett, geiht dor wedder…

  5. Sprichwörter
    Einmal

    Wander (Sprichwörter)

    Einmal 1. Aanmol müssen mer all dran. – Tendlau, 771. Dem Tode kann keiner entgehen. 2. Aeinmoal is alle Dage nit, un tw…

  6. Spezial
    einmal

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ein|mal adv. 1 (ausnahmsweise) en chësc iade, por chësc iade 2 (eines Tages) n de, n iade 3 (irgendwann) n iade, n de, z…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit einmal

22 Bildungen · 10 Erstglied · 12 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von einmal 2 Komponenten

ein+mal

einmal setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

einmal‑ als Erstglied (10 von 10)

Einmaleins

SHW

Einmal-eins Band 2, Spalte 109-110

Einmalein

MeckWB

einmal·ein

Wossidia Einmalein n. Einmaleins: dat lütt un dat grot Einmalein allgem.; Bri. 3, 17 (zit. ob. butwennig ). Kü. 1, 414; Me. 1, 1001.

einmaleins

DWB

einmal·eins

einmaleins , adv. aliquando, dermaleins, dermaleinst, pleonastisch, da, wie eben bemerkt wurde, in einmal und eins = einst ganz dasselbe ent…

einmaleinsgeschäft

DWB

einmaleins·geschaeft

einmaleinsgeschäft , n. negotium, argentaria, geldgeschäft: übrigens war ihm Libuni in seinen einmaleinsgeschäften und noch mehr in den viel…

Einmaleinstafel

GWB

einmalein·stafel

Einmaleinstafel tabellarische Übersicht des Einmaleins; im Vergl Du erinnerst dich noch mit welcher .. Leidenschafft ich die Gebürge durchst…

einmalen

DWB

ein·malen

einmalen , copiam farinae congerere, korn, getraide in vorrat malen, dän. indmaale.

einmalheber

DWB

einmal·heber

einmalheber , m. vicissitudinarius, i. e. vicem praebens vel vicem alterius gerens. voc. theut. 1482 f 8 b . Diefenbach 618 a .

einmalig

DWB

ein·malig

einmalig , quod semel factum est: sein einmaliges erscheinen gieng spurlos vorüber; diese einmalige erinnerung fruchtete wenig. richtiger wä…

EINMALIGKEIT

DWB2

einmalig·keit

DWB2 EINMALIGKEIT f. DWB2 abl. von einmalig adj. DWB2 DWB2 1 zu einmalig adj. A 1. eigenschaft, zustand des einmaligen vorhandenseins, unwie…

einmal als Zweitglied (12 von 12)

alseinmal

PfWB

als·einmal

als-einmal Adv. : ' manchmal, hin und wieder, dann und wann ', eigentl. 'hin und wieder einmal, dann und wann einmal'; vgl. PfWB als 1 2. Al…

aufeinmal

PfWB

auf·einmal

auf-einmal Adv. : ' gleichzeitig '. Sie sin all uf äämol (ˈEmōl) kum [Kaislt, verbr. WPf].

baldeinmal

PfWB

bald·einmal

 bald-einmal Adv. : ' bald, frühzeitig ', ballemol [ Lambert Penns 21].

irgendeinmal

GWB

irgend·einmal

irgendeinmal Getrenntschr a irgendwann α zu einem nicht voraussagbaren (eventuellen) Zeitpunkt [ mBez auf ‘Farbenlehre’ ] Nehmen Sie .. dasj…

iwereinmal

LothWB

iwer·einmal

PfWB iwer-einmal [-ênmòl Fo. u. s.; –ǫïnmàl Bo. ] adv. auf einmal, plötzlich, unvorhergesehen: Iwer einmol hats's an der Dir ( Türe) geklopp…

sackerdißnocheinmal

PfWB

sackerdiß-nocheinmal Interj. : Fluchwort, Sackerdißnochemol [ Kühn Hamet 131].

sapperlotnocheinmal

PfWB

sapperlot-nocheinmal Interj. : Fluch, sappeʳ - lottnochemol [ BZ-Dörrb ]; vgl. PfWB sackerdißnocheinmal .

schwerehackennocheinmal

PfWB

schwerehacken-nocheinmal Interj. : Ausruf der Verärgerung, Fluchwort, Schwerehackenochemool (šwērəhagənoxə'mōl) [ RO-Lettw ]; vgl. PfWB Schw…

steinmal

DWB

stein·mal

-mal ; -setzung ; -umfassung , f. : es war ihnen ... gelungen, die st. der grabstätte ( des hünengrabes ) freizulegen W. v. Polenz Grabenh. …

übereinmal

PfWB

ueber·einmal

über-einmal Adv. : 'unvermittelt, plötzlich, auf einmal', iwweʳemol (iwəʳēmōl, -Emōl, -ęmōl) [mancherorts]. Ma honn grad soo gudd um Boom ge…

untereinmal

DWB

unter·einmal

untereinmal , adv. , mit einem male, plötzlich: u. schäumt wieder ein nachzügelnder wellensturz gewaltig auf Scheffel (1907) 2, 135 . vgl. s…