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fronen

ahd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 11 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

fronen

fronen

Fron, Frone f. ‘unentgeltliche Arbeit leibeigener und höriger Bauern für den Grund- oder Gutsherrn im Feudalismus’, in neuerer Zeit (19. Jh.) übertragen ‘unliebsame, erzwungene, harte, mühsame Arbeit, Plackerei’. Mhd. vrōn(e) ‘Gewaltherrschaft, Herrendienst, Zwingburg, Gefängnis’, neben der ursprünglichen Bedeutung ‘Herrschaft, Herrschaftlichkeit, Herrlichkeit, Heiligkeit’, ist eine Substantivierung des Adjektivs mhd. vrōn ‘was den (geistlichen oder weltlichen) Herrn betrifft, ihm gehört, heilig (von Gott, Christus), herrschaftlich, öffentlich’, ahd. frōno (indeklinabel und nachgestellt) ‘dem Herrn (Gott, Christus) gehörig, heilig, herrlich’ (vgl. krūzi frōno ‘heiliges Kreuz’), dann ‘öffentlich, dem Staate gehörig’ (9. Jh.). Dies ist eigentlich ein erstarrter Genitiv Plur. (‘der Götter’) von ahd. frō ‘Herr’ (9. Jh.), Anrede für heidnische Götter, dann für den christlichen Gott (später von Herr, s. d., verdrängt); dazu ahd. frouwa f. (s. Frau). Der n-Stamm germ. *frawan- in ahd. frō, asächs. frō in der Anrede, sonst frāho, frōho, aengl. frēa ‘Herrscher, Herr, König, Gott, Christus, Ehemann’ und der jan-Stamm germ. *fraujan- in asächs. frōio, aengl. frīgea, got. frauja ‘Herr’ lassen sich vergleichen mit aind. pravaṇáḥ ‘vorwärts geneigt, abschüssig’, pravaṇá- ‘Abhang, Halde’, griech. prēnḗs (πρηνής), prānḗs (πρανής) ‘vorwärts geneigt, kopfüber, abschüssig, steil’ und führen als Ableitung mit ie. -u̯o- auf ie. *prō̌ ‘vorwärts, vorn, voran’, wozu auch griech. prṓra (πρῷρα) ‘Schiffsvorderteil’, aslaw. pravъ, russ. právyj (правый) ‘recht, gerecht, richtig’, eigentlich ‘geradeaus’, gehören. Mit gleichem Suffix, aber von anderer Ablautstufe sind gebildet aind. pū́rvaḥ ‘der vordere, erste’, aslaw. prьvъ, russ. pérvyj (первый) ‘der erste’. Alle Formen führen auf ein vornehmlich Präpositionen und Adverbien bildendes ie. *per ‘das Hinausführen über’ (s. für, vor, ver-, auch fern, fremd, fromm). – Der religiös-christliche Gebrauch des Adjektivs ist erhalten in Fronleichnam m., der Bezeichnung für das seit 1246 gefeierte Kirchenfest am 2. Donnerstag nach Pfingsten, eigentlich ‘der Leib des Herrn, der Leib Jesu Christi’, mhd. vrōnlīcham, vrōnlīchname, nach mhd. der vrōne līcham (s. Leichnam). Zahlreichersind Komposita zur weltlichen Bedeutung des Adjektivs ‘den Herrn betreffend, ihm gehörend, herrschaftlich’, vgl. ahd. frōnohof ‘Herrenhof, Staatskasse’ (10. Jh.), mhd. vrōn(e)hof, auch ‘Kirchhof’; mhd. vrōn(e)bote ‘Amts-, Gerichtsbote, Büttel’; spätmhd. vrōnwalt ‘herrschaftlicher Wald’. Frondienst m. ‘erzwungene Dienstleistung für den Grundherrn’, mhd. vrōndienest. – fronen Vb. ‘Frondienste, harte Arbeit leisten’, ahd. frōnen ‘(für den Herrn) in Beschlag nehmen’ (10. Jh.), mhd. vrōnen, vrœnen ‘als Abgabe überreichen, (für den Herrn) in Beschlag nehmen, pfänden, dienen, Frondienst leisten, zum Herrn erhöhen, heiligen, verherrlichen, schmücken’; daneben die umlautende Variante frönen Vb. (einem Laster, einer Leidenschaft) ‘sich rückhaltlos hingeben’, eigentlich ‘einem Laster, einer Leidenschaft wie einem Herrn dienen’ (1. Hälfte 18. Jh.).
3075 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    frônensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    frônen sw. v. , mhd. vrœnen, vrônen, nhd. fröhnen, fro(h)nen; mnd. mnl. vronen. — Graff III, 811. fron-: 1. sg. -o Npgl …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    fronen

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    frohnen , fronen , servire, läszt sich auf das stammverwandte goth. fraujinôn nicht zurückleiten, welches die umgekehrte…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fronen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Fronen (von »Fron« , s. d.; Frondienste, Fronden, Herrendienste, Hofdienste , auch Bauerndienste, Scharwerke, Robote ) s…

  4. modern
    Dialekt
    fronen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    frone n , fröne n [frónə NBreis. Str. ; fròənə Obbruck ; frûnə K. Z. ; fryùnə M. ; frénə Hi. ] Frohndienst verrichten, F…

  5. Sprichwörter
    Fronen

    Wander (Sprichwörter)

    Fronen Wo man soll fronen, da thut sein ein jeder schonen. – Petri, II, 813.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fronen

4 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von fronen 2 Komponenten

fro+nen

fronen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fronen als Zweitglied (3 von 3)

abfronen

DRW

abfronen mhd. abvrônen I amtlich einziehen diejene denen ire gütter also mit recht abgefronet werden und verpotten 1490 MittFrankf. 1 (1858/…

auffronen

DRW

auf·fronen

auffronen endgiltig fronen uffronen und uberantworten lassen 1495 ErfurtFreizins 315 Faksimile

ausfronen

DRW

aus·fronen

ausfronen mnl. uutvroonen, utevronen etwas einziehen, jemanden enteignen dat hey sine penninge sal utfronen nach veyrteyn nachtin 1390 Magde…

Ableitungen von fronen (1 von 1)

befronen

MeckWB

befronen den Fronen schicken, um jem. vor Gericht zu fordern; nur in ä. Spr.: 'Item effte de eine den andern bloett wundede, dat were wo et …