ūt Präp.
Adv. [allg.] 1. Präposition. — 1.1.1. Kennzeichnet die Richtung von innen nach außen. Hä kann nit ūt’m Berre (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). De Tunge ūt’m Halse hangen lōaten (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Ūt’m Hūse gōan (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Üt (sie) kam iut’e Kǖken (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). ’n Tuäg (Zug) iut’e Peïpe (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@BrameyBr). De Kū best (rennt) ut’en Stall (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe). He was uut’n Krieg kommen (WmWb). — 1.1.2. Kennzeichnet die räumliche oder zeitliche Herkunft, den Ursprung, den Bereich, aus dem jmd. herkommt, etwas her- oder weggenommen wird. Iut ’ner Familje (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). Iut’m ollen Testamente (Kr. ArnsbergArn Mü). Hai es öut’me Kölschen aus dem Kurkölnischen Sauerlande (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). De Mann ūt Alen aus Ahlen (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). Ik weet dat no ut miene Kinnertied (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). — 1.1.3. Kennzeichnet die Veränderung eines Zustandes. Me kömmt ut sīn Gewüente rūt (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl). Ut de Kinnerschau herut wassen erwachsen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DattelnDa). — 1.2. Kausal: Kennzeichnet den Grund, die Ursache für etwas. Iut Spïelereï (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@MüschedeMü). Üut Neïlt aus Langeweile (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Iut Angest (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). Ūt Spasserī zum Spaß, nicht im Ernste (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). Iut piurer Wallust aus reinem Übermut (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü). Se häf dat ut Gutheet daun (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Ūt däm Grunne sim ’fe nit komm’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 1.3. Modal. — 1.3.1. Kennzeichnet das Material, aus dem etwas besteht, den Ausgangsstoff, aus dem etwas hergestellt wird oder entsteht. De Klocke is uut Gold (WmWb). Do slott se Ǭäle öut daraus schlägt man Öl (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). — 1.3.2. Kennzeichnet ein früheres Entwicklungsstadium in Verbindung mit Verben, die ein Werden bezeichnen. Ut Kindern wert Lüe, ut Fickeln Süe (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). — 1.4. In festen Verbindungen in Abhängigkeit von anderen Wörtern. Iut den kann man nich kleok wern er ist wankelmütig (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@AsendorfAd). — 2. Als
Adv. — 2.1. Meist prädikativ in Verbindung mit ¹sī
n. — 2.1.1. außerhalb, aus etwas heraus. He ist ut ist ausgegangen, nicht zu Hause (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Iute, hei es iute ist im Aus beim Versteck-, Fangenspiel, außerhalb der Spielfeldgrenze (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@BröderhausenBr). Hä es ūt beim Spiel ausgeschieden (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). De Bääke was de uut der Bach trat über die Ufer (WmWb). — 2.1.2. vorbei, zu Ende. Den Fost (Frost) is de lange uut (WmWb). De Kärken es ute (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). De Priäke (Predigt) es a lenges iute (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). Dat Spïel is ut (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). De Streït was üute (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Et es ūt met mi (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Dat es ūt met us bain’n (beiden) (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Nu is’t ut! (WmWb). — 2.1.3. erloschen, nicht mehr brennend, ausgeschaltet. Dat Fǖe is uut (Kr. MünsterMün Kr. Münster@AppelhülsenAp). — 2.1.4. müde. Hei eß iude ist müde (Kr. BielefeldBie Ue). — 2.1.5. außer Atem. Iude suin (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 2.2. Prädikativ mit hebben. He häff de Lähre uut beendet (WmWb). Hä hïet ǟin Auge ūt verloren (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Se häff ’t uut hat etwas beendet,
z.B. das Verhältnis gelöst (WmWb). — 2.3. hinaus. Wii witt mōl en betten iut (Kr. MünsterMün Kr. Münster@HandorfHd). Kai ūt! Ruf des Kuhhirten beim Austreiben (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl). Kats iut! Scheuchruf an die Katze (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 2.4. (In Verbindung mit dar) heraus. Holl di de uut! halt dich da raus (WmWb). Loat’t mi daor uut! haltet mich da heraus aus dem Spiel (WmWb). Dat Lääwen is de uut er ist tot (WmWb). — 2.5. In Verbindung mit dar-oªwer: darauf aus. He is ümmer drüäwer ūt, wat ’o leïern ist immer bestrebt, etwas zu lernen (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). Ik sin lüuter drüäwer üut wiän bin immer fleißig und strebsam gewesen (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Hai was d’r üöwer iute war darauf aus,
(Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB). — 2.6. Gibt in der Verbindung fan ... ūt einen räumlichen Ausgangspunkt an: Van twäi Stǟern (Städten) öut (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). — 2.7. IdW.: In of ūt, in und ūt: Hä wǟit nit in noch ūt ist völlig ratlos (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.); he weet nich ut of in (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). He geht bi us in un ut besucht uns oft (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || mehrf.). ⟨In prädikativer Funktion (Bed. 2.1) meist ›ūte‹⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 1,334: aus.