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Mullworm

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Mullworm m.

Bd. 4, Sp. 1282
Wossidia Mullworm m. Maulwurf; nach der Karte im D. WA. 3 die vorherrschende, östlich bis Ro reichende Bezeichnung des Tieres; ihr schließt sich nach O Mullwäuhler (s. unt.) an: Mullworm Monschr. 4, 337; Wigg. Gr. 102; Schill. Kr. 1, 5a; Jac. 2, 152; oft; entstellt zu Murrworm Jac. 2, 152; Schill. Nachl.; (RoRostock@RibnitzRibn) Wo. V. 2, 60; (MaMalchin@GielowGiel) 78; Wa Waren@FalkenhagenFalk; Rechl; AHof; LuLudwigslust@DömitzDöm; Brun; Kumm; Pamp; HaHagenow@LübtheenLübth; umgedeutet zu Mulworm (Pa) Jac. 2, 152; WaWaren@MarihnMar; Schw; Schö. Mullworm ist umgebildet aus älterem Mullworp, -warp 'Erdaufwerfer', welches die Siedler aus Holstein mitgebracht hatten und das nur noch vereinzelt vorkommt: Mullworp Hey. Kam. 173; umgedeutet zu Mulworp Monschr. 4, 337; Bri. 4, 141; Schill. Kr. 1, 5a; Mulwarp ebda; Bri. 1, 155. Ebenfalls alt ist der Name Windworp, Winn'-, Wenn'-, der von den Einwanderern aus Westfalen mitgebracht wurde und dessen erstes Glied auf die gewundenen, d. h. gekrümmten Grabefüße des Tieres weist Falk-Torp 2, 1339: talpa 'windworp' Chytr. 364; 'enes brandes wintworpes pulver' Rost. Arzn. 25a; 'Windeworff' (1587) Bartsch 2, 32; in neuerer Zeit nur noch vereinzelt belegt: Win'nworp Schill. Kr. 1, 5b; Winn'wörpshupen (1889) SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; Wennworp E. Boll Landesk. 133; Struck Säug. 5; Wenworp Siemss. Mag. 1, 176; Monschr. 3, 635; 57; Schill. Kr. 1, 5a; umgedeutet zu -worm: 'Windwurm' (1698) Bey. Hp. 95; Windworm (MaMalchin@RemlinReml) Wo. V. 2, S. 336; Winn'worm (SchöSchönberg@GletzowGletz) ebda; LuLudwigslust@StresendorfStres; Winn'wormhümpel MaMalchin@WendischhagenWend; Wimmworm (SchöSchönberg@GletzowGletz) Wo. V. 2, S. 336; Wimmwormhöp Sa. Junge Bezeichnung ist das erwähnte Mullwäuhler, bei dem unverstandenes -worp verdeutlichend ersetzt ist und der neue Wortteil den Verdruß des Landmanns über die Wühltätigkeit des Tieres erkennen läßt: RoRostock@GresenhorstGres; Ribn; MaMalchin@WalkendorfWalk; Wend; SchwSchwerin@CrivitzCriv; Wa; GüGüstrow@KobrowKobr; (GWok) Wo. V. 2, 59; Camm. Tid. 31; Reg. 89; Pl. Mullwäulers Zier. Plaugf. 8; Mullwöller GüGüstrow@PlaazPlaaz; Murrweller Gut; Mullwäuhler übertr. Mensch, der viel in der Erde ackert RoRostock@KlockenhagenKlock; MaMalchin@RemplinRempl; auch Wäuhler allein als Name des Tieres: Wöhler Mantz. Ruh. 15, 45; Monschr. 4, 340; Schill. Kr. 1, 5a; E. Boll Hs.; Wäuhlerhümpel (1890) Wa; Kreuzung mit Mullworm ist Wäuhlworm: Jac. 2, 152; PaParchim@GarwitzGarw; LuLudwigslust@BrunowBrun; Dütsch; Wo. V. 2, S. 5. Sinnähnliche Bezeichnungen: Busselworm (s. d., Bd. 2, 158), Rawwelworm: (SchöSchönberg@RoxinRox) Wo. V. 2, S. 336. Das brandenburgische Moll Maulwurf (s. Teu. Sprachreste 335) ist im Mecklenburgischen nicht vorhanden, vielmehr ist in den folgenden Scheltnamen Moll als Reimwort zu erklären: de oll Moll, Krupint-Holl (MaMalchin@SültenSült) Wo. V. 2, S. 329; de düwelsche Moll, Krup-int-Holl (Wa) 2, 18; de düsingsche Moll aus Holl (GüGüstrow@HallalitHall) 19; vgl.: de oll Mollen, de oll Krup-in-'n-Hollen (Schö Schönberg@GrevesmühlenGrev) S. 5; de oll Mull, Krup-int-Hull (Ro) S. 5; de oll Molt, Krup-int-Holt (Wa) S. 5. Diese und die weiteren Scheltnamen zeigen, wie wenig das Tier geschätzt ist: Mull-intSand, Wäuhl-in-'n-Dreck, Purr-in-'n-Dreck, Bussel-int-Schit, Krup-dörch-de-Schit Wo. V. 2, S. 5; Schitkrup ebda; Horworm (s. d., Bd. 3, 813); Bullworm, Hollnoors, Bollnoors, Schorfkopp, Scharpschitenrüker Wo. V. 2, S. 5. Der Maulwurf gilt als Pflanzenschädling, daher sein Scheltname Räubendeif 2, 83; vor allem als Kartoffelschädling Schw; Schö; verschiedene Mittel wurden gegen ihn angewandt, so wird 1803 eine Maulwurfsegge erwähnt Nützl. Beitr. S. 276; E. Boll berichtet 1861, 'daß ... vor einigen Jahren zu Faulenrost (MaMalchin@FaulenrostFaul) durch herumreisende Maulwurfsfänger binnen acht Tagen deren 1200 Stück gefangen wurden' Landesk. 133; Mullwäulers von Hirtenjungen totgeschlagen Zier. Plaugf. 8; um sie zu vertreiben, tat man Schwefel, Zwiebeln oder gekochte Nüsse mit Schierlingskraut in die Gänge N. Monschr. 3, 63; man besprach sie: Mullworm, folg' mi, En rein Meschü (Herr) leid't di LuLudwigslust@LaupinLaup; s. auch Bartsch 2, 457. Anderseits sind die Landleute mit dem Tier vertraut und geben ihm in Rätsel und Märchen menschliche Namen: Peter Krus' Wo. V. 1, 53; 55; Peter Ierdmann 2, 62 a; Peter Wäuhlmann 62 b; Herr Wäuhlinspekter 71; 'n Mann mit 'n Sanftrock 81; kleine Kinder und Hunde werden nach ihm lütt Mullworm genannt Wa; SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; HaHagenow@RedefinRed; gefühlvoll und belehrend ist das Gedicht Dei Mullwäuhler Camm. Reg. 89. Weiterer sprachlicher Niederschlag: Mullworm Name des Verfolgers im Wagenwulfspiel Gü Güstrow@LanghagenLangh; Mullworm im Ausruf s. Höppner (Bd. 3, 806); seine Geschäftigkeit führt zum Vergleich: dat lütte Daamsding booste mi as 'n Mullworm in Kopp un Hart rüm Gü; er kann nur bei gespannter Aufmerksamkeit gefangen werden, daher übertr. von einem erwartungsvollen Menschen: hei luert up 'n Mullworm, s. luern (Bd. 4, 1006); vom schlecht gepflügten Acker heißt es: dat is grad', as wenn de Mullworm braken hett SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; ähnl. öft.; vom löcherigen Bart: dor is de Mullworm mank wääst RoRostock@KühlungsbornKühl; Drohung für Kinder: lat di kämmen, süs kümmt de Mullworm, dee frett di de Lüs' af un treckt di nah de Ierd' rin SchwSchwerin@PinnowPinn; Wetterregel: 'wenn der Maulwurf viel und hoch aufwirft, so folgt Regen, wenn er aber aus seinem Loche kriecht, so läßt der Sturm bald nach' Nützl. Beitr. 1812, Sp. 101; nach dem Volksglauben kommt er dreimal am Tage hoch: ümmer tau Bäd'klocktit GüGüstrow@KlaberKlab; er ist eine verwunschene Prinzessin, daher der Samtrock Wo. V. 2, S. 344; wenn de Mullworm ant Hus breckt, gifft 't 'n Doden MaMalchin@RemplinRempl; desgl., wenn er im Hause bricht Bri. 1, 155; anders: wenn dei Mullworm rutbreckt, geiht ein rut ut 'n Hus' (stirbt), wenn hei rinbreckt nah 't Hus, denn gifft 't 'n Kinnelbier WaWaren@JabelJab; ihm werden übernatürliche Kräfte zugeschrieben, und läßt man einen Maulwurf sich in der Hand totlaufen, gehen diese Kräfte auf die Menschenhand über: sie kann durch Oewerstriken Vieh heilen SchwSchwerin@RastowRast; Bartsch 2, 175; hat Glück beim Füttern WaWaren@Groß GievitzGGiev; beim Ziehen eines Lotterieloses MaMalchin@Groß HelleGHelle; als Mittel gegen das kalte Fieber Hey. Kam. 173; ein in der Hand zerdrückter Maulwurf, zu Pulver verbrannt, ist Medizin gegen Kropf Ma; ähnlich gegen die Folgen eines Schlaganfalls Bartsch 2, 114. — Dä. 315b; Kü. 2, 413; Me. 3, 702; Schu. 2.
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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mullworm

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von mullworm 2 Komponenten

mull+worm

mullworm setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

mullworm‑ als Erstglied (8 von 8)

Mullwormhümpel

MeckWB

mullworm·huempel

Mullwormhümpel m. Maulwurfshügel; wenn man in der Silvesternacht dagegen stößt, bricht der Maulwurf im künftigen Jahre nicht N. Monschr. 3, …

Mullwormhupen

MeckWBN

mullworm·hupen

Wossidia Mullwormhupen m. wie Mullwormhümpel Schw AltMeteln; Mullwormshupen Ha Hagenow@Vellahn Vell .

Mullwormzirp

MeckWB

Mullwormzirp f. Maulwurfsgrille, gryllotalpa vulgaris Ha.