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scheune

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

scheune f.

Bd. 14, Sp. 2625
scheune, f. horreum, granarium, tugurium, mhd. schiune, schiun, md. schûne, daneben schuhen (Reinhart 296, 145. 162), vielleicht gehört auch das in der bedeutung 'unterer schiffsraum' belegte schohen hierher (erlös. 1550). Lexer mhd. handwb. 2, 761, ahd. scuginna, skugina, scugin, scuria, tugurium Graff 6, 420, mnd. schune Schiller-Lübben 4, 152a, nnd. schûne brem. wb. 4, 714. Dähnert 416. Schambach 187a. ten Doornkaat Koolman 3, 160b, schün ebenda. Danneil 189b, schüen Schütze 4, 81, schîn Frischbier 2, 269a. die ahd. form des wortes läszt die naheligende annahme einer etymologischen verwandtschaft mit dem gleichbedeutenden scheuer unsicher erscheinen. sie könnte aufrecht gehalten werden, wenn der beweis für spirantischen character des g in scugin, scuginna zu erbringen wäre. liegt aber hier altes g vor, so ist die möglichkeit einer verwandtschaft wol ausgeschlossen. vgl. Kluge etym. wb.5 321b. Adelung bezeichnet scheune als den 'gemeinen sprecharten besonders Niederdeutschlands' angehörig. heute ist es völlig schriftgemäsz, hat aber in oberdeutschen mundarten noch fast gar keinen eingang gefunden. scheune wird ganz wie scheuer auch im weiteren bedeutungsumfange von 'schutzhaus' gebraucht. ziegelscheune, tegulum, lateraria Steinbach 2, 401. Frisch 2, 175a. Adelung. meistens aber meint es gleich diesem 'schutzhaus für getreide oder stroh': ehre den herrn von deinem gut, und von den erstlingen alle deines einkomens. so werden deine scheunen vol werden, und deine kelter mit most ubergehen. spr. Sal. 3, 10; nemet war der raben, die seen nicht, die erndten auch nicht, sie haben auch keinen keller noch schewnen, und gott neret sie doch. Luc. 12, 24; ao. 1772 brannte zu Gelliehausen auf der pfarre ein nebengebäude, die scheune ab. Bürger an Boie 11. juni 1776; im bilde: wenn der ochse den kornwagen in die scheune gezogen hat, so musz er mit heu vorlieb nehmen. Schiller räuber schausp. 2, 2; die kerl .. werffen feurige lunden in die nähe des pulverthurms, in kirchen und scheunen. 2, 3; her (der ritter) darf sich ouch des nicht vorzigin, wanne her sin korne in ernit, her grife in der schunen zu daʒ eʒ werde gelegit. Bartsch md. ged. 5, 2205; ein ander thut sich zu und wird ein reicher mann, vermehrt sein kleines gut, füllt kästen, bödem, scheunen. P. Gerhardt 3, 7 Gödeke; ihr irret nicht, ihr niedern zäune, wenn ihr nun stoltz und vornehm thut, gedencket, wie in eurer scheune so mancher groszer mann geruht. Picander 3, 19; gesegnet ist dein fleisz, dein glücksstand blüht, voll sind die scheunen. Schiller Tell 1, 2. im vergleich: (wenn du arm geworden bist) so werden sie (die falschen freunde) mit vielem lachn, sich all gemachsam von dir machn, dich uber achsel schawen an, und wie ein ledig scheun verlan. Ringwald laut. wahrh. 104. sprichwörtliche wendungen: es geht nach dem sprichwort der buben, ind scheun ghört hew, im bawren ruben. Rollenhagen froschm. (1599) G 7a. in Pommern sagt man bei gelagen, wo viel essen aufgetragen wird, wenn nu magen schün were! wenn man doch mehr essen könnte. Dähnert 416a. ähnlich im götting. bûk, du wörest ne schüne Schambach 187a. in Ostfriesland gilt als bauernregel: wenn de kôl wil afer (über) de tüne, den wil dat hei nêt in de schüne. ten Doornkaat Koolman 3, 160b. bildlich nennt man im brem. ein groszes, plumpes weib ene grote heuschüne brem. wb. 4, 714.
3397 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Scheune

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Scheune , plur. die -n, in den gemeinen Sprecharten, besonders Nieder-Deutschlandes, eben das, was in der edlern Spr…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Scheune

    Goethe-Wörterbuch

    Scheune -äu- A1,80,14 landwirtschaftliches Ökonomiegebäude; als Element eines typisch bäuerlichen Ambientes wie herrlich…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Scheune

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Scheune ( Scheuer, Stadel ), Gebäude, in dem Futter und Stroh oder Fruchtgarben aufbewahrt und letztere auch ausgedrosch…

  4. modern
    Dialekt
    Scheunef.

    Pfälzisches Wb.

    Scheune f. : wie schd., kein Mda.-Wort, dafür Scheuer ; nur in der BR.: Is der Mai kihl un naß, fillt er em Bauer Schein…

  5. Spezial
    Scheune

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Scheu|ne f. (-,-n) majun (-s) f. , tablé (-lá) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheune

17 Bildungen · 12 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von scheune 2 Komponenten

sche+une

scheune setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scheune‑ als Erstglied (12 von 12)

scheunenartig

GWB

scheune·n·artig

scheunenartig (hinsichtlich Konstruktion u/od Geräumigkeit) an eine Scheune erinnernd, einer Scheune ähnelnd [ Rom ] Kirche St. Paul vor den…

scheunenbörner

DWB

scheunenbörner , m. der hirschkäfer, lucanus cervus, weil er glühende kohlen auf die scheundächer tragen soll. Nemnich 2, 457 . von börnen, …

Scheunenbrand

GWB

scheune·n·brand

Scheunenbrand mBez auf die am 31.8.1797 durch ein Feuer zerstörten Ökonomiegebäude am Schweinemarkt vor dem Erfurter Tor zu Weimar Geschafte…

Scheunenbrandstätte

GWB

scheunenbrand·staette

Scheunenbrandstätte ‘Scheunen-Brandstete’ A(53, Taf nach 258) zu ‘Scheunenbrand’ Vorschlag wie die S. vielleicht zu bebauen sein möchte A(53…

Scheunendrescher

PfWB

scheune·n·drescher

Scheunen-drescher m. : nur in der RA.: fresse (eninhaue) wie e Schoinedrescher 'viel essen' [Bergz ( Kamm 85), Thielen So rerre mer 108]. Sü…

Scheunenraum

GWB

scheune·n·raum

Scheunenraum 1 Fläche, auf der früher Scheunen standen [ betr dem Goetheschen Vorschlag zur Wiederbebauung der Scheunenbrandstätte beigefügt…

Scheunenwächter

GWB

scheune·n·waechter

Scheunenwächter bes mit der Aufsicht über Lagerräume für Heu, Stroh, Getreide usw betrauter subalterner Bediensteter die Fürsorge für die ne…

scheune als Zweitglied (5 von 5)

Scheuer (oder Scheune)

Wander

Scheuer (oder Scheune) Scheuer (oder Scheune). 1. De âlt Schéire brän um ärschsten. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Schuster, 544. 2. Eine alte Sch…

ziegelscheune

DWB

ziegel·scheune

-scheune , f. , wie -scheuer, eine anlage zum anfertigen und brennen von ziegeln: 10 m. eyme zimmermanne, der eyne zigilschune buwen sall, u…