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Scheune

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
9 in 9 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Scheune

Bd. 17, Sp. 746
Scheune (Scheuer, Stadel), Gebäude, in dem Futter und Stroh oder Fruchtgarben aufbewahrt und letztere auch ausgedroschen werden. Früher spielten Scheunen eine große Rolle, heutzutage wird die Frucht vielfach schon auf dem Felde bei der Ernte mit Dampfdreschmaschinen ausgedroschen oder doch in große Haufen (Feimen, s. d.) gesetzt, um gelegentlich gedroschen zu werden. Nur in regenreichen Gegenden bewahrt man die ganze Ernte unter Dach und Fach. In Gebirgsgegenden bringt man auch Viehställe in den Scheunen an. Die S. besteht aus der Banse, Fach, Tasse als Aufbewahrungsraum und der Tenne, Flur, Diele, Schranne als Zufahrt für die Wagen beim Abladen sowie zum Ausdreschen. Oft richtet man auch die Tenne zum Durchfahren ein; in der Regel wird sie als Quer- (parallel mit dem Giebel), seltener als Langtenne (parallel mit der Front der S.) angeordnet und links und rechts mit Bretterwand eingefaßt (Fig. 1 u. 2). Früher wurden die Scheunen mit starkem Balkengerüst eingerichtet, neuerdings liebt man leichte Konstruktionen mit zuweilen eisernen Säulen und Trägern, so daß die Bansen fast freie Räume darstellen. Manche Scheunen versieht man mit gedielten Böden in den Etagen und läßt dann in diesen Öffnungen zum Herauf- und Herunternehmen der Garben. In massiven Umfassungswänden sind Luftzüge in Form von Schlitzöffnungen anzuordnen, in Fachwerkwänden genügt die Aussparung von Kreuzlöchern in den Fächern. Der Boden der Banse wird gestampft, seltener gepflastert oder mit gutem Lehmestrich überzogen. Die Tennen müssen mit festem Lehmestrich ausgekleidet oder gebohlt werden, wenn auf denselben gedroschen werden soll. Der Abschluß der Tennen nach außen erfolgt durch große Schiebtore, die auf Rollen hängen. In manchen Scheunen sind auch Dreschmaschinen, Häckselschneider etc. angebracht. – Auf 100 Garben Wintergetreide sind durchschnittlich 12,4 cbm, auf 100 Garben Sommergetreide 10,8 cbm und auf eine vierspännige Fuhre Erbsen, Wicken 18,5 cbm zu rechnen. Auf 100 Gebunde glattes Stroh entfallen 12,4 cbm und auf 50 kg Heu 0,50 cbm Scheunenraum. Der Dachraum ist jedoch nur zu zwei Dritteln seines Kubikraums in Rechnung zu ziehen. Vgl. Schubert, Diemenschuppen und Feldscheunen (Leipz. 1900); Preuß, Wie baut der Landwirt praktisch und billig? (Berl. 1895) und Literatur bei Landwirtschaftliche Gebäude.
2319 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Scheune

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Scheune , plur. die -n, in den gemeinen Sprecharten, besonders Nieder-Deutschlandes, eben das, was in der edlern Spr…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Scheune

    Goethe-Wörterbuch

    Scheune -äu- A1,80,14 landwirtschaftliches Ökonomiegebäude; als Element eines typisch bäuerlichen Ambientes wie herrlich…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Scheune

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Scheune ( Scheuer, Stadel ), Gebäude, in dem Futter und Stroh oder Fruchtgarben aufbewahrt und letztere auch ausgedrosch…

  4. modern
    Dialekt
    Scheunef.

    Pfälzisches Wb.

    Scheune f. : wie schd., kein Mda.-Wort, dafür Scheuer ; nur in der BR.: Is der Mai kihl un naß, fillt er em Bauer Schein…

  5. Spezial
    Scheune

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Scheu|ne f. (-,-n) majun (-s) f. , tablé (-lá) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheune

17 Bildungen · 12 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von scheune 2 Komponenten

sche+une

scheune setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scheune‑ als Erstglied (12 von 12)

scheunenartig

GWB

scheune·n·artig

scheunenartig (hinsichtlich Konstruktion u/od Geräumigkeit) an eine Scheune erinnernd, einer Scheune ähnelnd [ Rom ] Kirche St. Paul vor den…

scheunenbörner

DWB

scheunenbörner , m. der hirschkäfer, lucanus cervus, weil er glühende kohlen auf die scheundächer tragen soll. Nemnich 2, 457 . von börnen, …

Scheunenbrand

GWB

scheune·n·brand

Scheunenbrand mBez auf die am 31.8.1797 durch ein Feuer zerstörten Ökonomiegebäude am Schweinemarkt vor dem Erfurter Tor zu Weimar Geschafte…

Scheunenbrandstätte

GWB

scheunenbrand·staette

Scheunenbrandstätte ‘Scheunen-Brandstete’ A(53, Taf nach 258) zu ‘Scheunenbrand’ Vorschlag wie die S. vielleicht zu bebauen sein möchte A(53…

Scheunendrescher

PfWB

scheune·n·drescher

Scheunen-drescher m. : nur in der RA.: fresse (eninhaue) wie e Schoinedrescher 'viel essen' [Bergz ( Kamm 85), Thielen So rerre mer 108]. Sü…

Scheunenraum

GWB

scheune·n·raum

Scheunenraum 1 Fläche, auf der früher Scheunen standen [ betr dem Goetheschen Vorschlag zur Wiederbebauung der Scheunenbrandstätte beigefügt…

Scheunenwächter

GWB

scheune·n·waechter

Scheunenwächter bes mit der Aufsicht über Lagerräume für Heu, Stroh, Getreide usw betrauter subalterner Bediensteter die Fürsorge für die ne…

scheune als Zweitglied (5 von 5)

Scheuer (oder Scheune)

Wander

Scheuer (oder Scheune) Scheuer (oder Scheune). 1. De âlt Schéire brän um ärschsten. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Schuster, 544. 2. Eine alte Sch…

ziegelscheune

DWB

ziegel·scheune

-scheune , f. , wie -scheuer, eine anlage zum anfertigen und brennen von ziegeln: 10 m. eyme zimmermanne, der eyne zigilschune buwen sall, u…