schreckenberger,
m. 11)
bezeichnung einer ehemaligen chursächsischen münze, die besonders unter Friedrich dem weisen geprägt wurde und nach dem bergwerke und dorfe Schreckenberg, dem jetzigen Annaberg genannt ist. Adelung. Frisch 2, 224
b: vom Schneberg sind nachmals, da es allda ein stecken gewan, etlich andere bergkwerck vorm walde auffkommen. Geyer, Buchholtz, S. Annaberg, welcher erstlich der Schreckenberg geheiszen, da man neben der newen mül, die schreckenberger oder mülstein gemüntzet. Mathesius
Sar. (1571) 17
b.
sie hiesz auch engelgroschen, '
von den engeln, die den schild darauf hielten'. Frisch 2, 224
b. Adelung.
die bezeichnung wurde dann auf andere münzen übertragen, brabantische schreckenberger (
von Carl V. geprägt), englische Frisch
a. a. o. als rechenmünze kennt man die schreckenberger
noch in neuerer zeit Frisch
a. a. o., so nach Adelung
in Meiszen für 3
gr. 6
pf., nach Vilmar
in Hessen bis 1806
officiell bei der exemptensteuer: 1 schreckenberger = 4½
kasselalbus auf 100
gulden steuercapital. ihr wert war in alter zeit 3
meisznische oder gute groschen. öcon. lex. Adelung,
wurde nach Jacobsson 4, 46
b unter churfürst Johann auf 3½
groschen erhöht, so dasz 7
auf 1
harten thaler giengen. derselbe führt an, dasz später 6
auf 1
gulden gemünzt und unter Johann Georg I. leichte schreckenberger
zu 4
leichten groschen geprägt wurden, die bei der reduction nur 6
pfennige galten (
die letzte angabe bestätigt eine im hallischen idioticon der burschenspr. v. 1795 99
neudr. angeführte quelle von 1621). 1 schreckenberger
zu 10
kreuzern, X asses gerechnet: decussis, zehen kreutzer, zehener, ein schreckenberger Frischlin
nomencl. (1586)
cap. 87, schrickenbergher, schrenkenbergher, schreckhenberger,
denarius, decem asses: numus decusse X signatus: numus sive grossus Saxonicus novus Kilian, schreckenberger,
moneta decem assium, ab oppido Annenberg,
ubi mons hujus nonimis Schreckenberg
nimirum reperitur Stieler 160. 1 schreckenberger = 4
albus Vilmar 369, = 2
batzen: jede parthey (
soll) eine marcel auflegen, das seind zween batzen oder ein schreckenberger. Reutter von Speir
kriegsordn. (1595) 38, = 2½
batzen: schreckenberger, zu Franckfurt dritthalber batz,
piece de monnaye qui vaut deux batz &
demi Hulsius (1616) 280
a, = 3
batzen (4
groschen meisznisch) Frisch
a. a. o. im jahre 1557
galt 1 schreckenberger 4
schilling 2
pf. Schiller-Lübben 4, 136
b. 2 schreckenberger
machen 1510 60
dn., 11 schreckenberger 10
β l. 8 dn.
Alten-Hohenauer rechn. bei Schm.
2 2, 597, 7 schreckenberger 1523
zu Frankfurt 1
rheinischen gulden: wir bekennen, dasz .. Otto grave zu Teckenborgk uns hat .. bezalen lassen funffzig und vier gulden an schreckenbergern ye sieben fur ein gulden rheinisch.
quelle bei Dief.-Wülcker 845.
von den sächsischen schreckenbergern
giengen 52
auf die kölnische mark Frisch
a. a. o. schreckenberger
in verbindung mit andern münzen genannt: da (
im geldsack) waren sechtzehen gülden drinn, an silber gelt fünff schreckenberger, dabey noch etliche schneberger. Waldis
Esop 4, 21, 115
Kurz. als kleine, geringwertige münze gegenüber dem thaler: als manch gesell von leichtem mut, biszweilen in der hochzeit thut, der einen schreckenberger ehrt (
verehrt, schenkt), und hat ein thaler wol verzehrt. Ringwald
laut. wahrheit 114.
gleich andern geldstücken an einer schnur um den hals getragen: so heft der koningk in den schnoir geboicht dicke penninge und joachimsdalers .. und schreckenbergers und tornischen .. so hebben de lutenant dat silver alle dage gedragen umb den hals.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 136
b.
mnd. heiszen sie auch schrickenberger, -borger: daer eroverden de lantsknechten (1500) so groite buite dat men eene koe kunde kopen vor eene schrickenborger.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 136
a,
mnd. sogar ganz entstellt schrenkenbergher Kilian (
s. o.) 22)
unter anlehnung an schrecken,
terrere oder pavere scherzhaft übertragen, '
eine vorstellung, wodurch man jemanden einen schrecken einzujagen oder ihn vor einer sache abzuschrecken suchte'
hallisches idioticon der burschenspr. v. 1795 99
neudr., wo (
s. 100)
die übertragung mit der entwertung der münze zu beginn des 17.
jahrh. (
s. oben 1)
in verbindung gebracht und als in Halle allgemein üblich bezeichnet wird. gewöhnlich mit dem nebensinne des grundlosen, erdichteten. Kehrein 1, 367. Schröer
[] 204
b: Marbods und Ariovistens dräuungen schienen allein schreckenberger zu seyn. Lohenstein
Armin. 2, 367
a.
nach dem id. d. burschenspr. a. a. o. in Halle besonders gebräuchlich von finten im spiel, ebenso im studenticosen idiot. (
Jena 1841)
erklärt. vgl. Kluge
studentenspr. 124
a.
auch wie '
grundlose angst': man hat im an schönn schreckenberger,
entstellt: schreckenbeer eingejagt. Schröer 204
b.