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schrinden

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
14 in 14 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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40
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32

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schrinden verb.

Bd. 15, Sp. 1753
schrinden, verb. reiszen, spalten, bersten; auf das hoch- und niederdeutsche gebiet beschränktes wort, ahd. scrintan, mhd. schrinden, mnd. schrinden Schiller-Lübben 4, 138b, mnl. schrinden, agere rimas, findi Kilian; möglicher weise mit lit. skrentu zur kruste werden zusammenhängend, vgl. Kluge5 337b; im älteren nhd. noch häufig vorkommend, auch als zerschrinden: sein angsicht war zerstoszen und zerschrunden. H. Sachs dicht. 1, 273, 28 Gödeke; während es in der neueren schriftsprache untergeht, und nur in dem subst. schranz (oben sp. 1644), sowie schrund und schrunde (s. d. unten) noch nachklingt; mundartlich lebt es noch in Baiern (Schm. 2, 608), Tirol (Schöpf 648), Augsburg (Birlinger 402b); dagegen gehört vielleicht nicht hierher ein niederd. schrinnen, brennen, von wunden (schrinnen, acutum afferre dolorem Schottel 1409), welches im westfälischen Hessen zu schrinden (Vilmar 370), sonst in Westfalen zu schrienen aus schrinden (Woeste 232a) entartet, aus älterem niederd. schrînen, jucken, brennen (Schiller-Lübben 4, 138b) sich ergeben hat (vgl. über das ausbreitungsgebiet dieses schrînen und schrinnen nd. correspondenzbl. 1, 63. 76 fg. 2, 59. 64), und welches gelegentlich in der übertragenen bedeutung weh thun, schmerzen (Schambach 185b) auch schriftdeutsch erscheint: aber dasz sie einen theil unseres alten adels in den provinzen und alle nicht aufgeklärten weltleute etwas unsanft in den augen schrint, ist begreiflich. Zimmermann einsamkeit 4, 10, vgl. Zachers zeitschr. 17, 97; der zweifel an der gleichheit beider worte, des hochd. schrinden und dieses niederd. schrinnen, wird zumal durch die grosze verschiedenheit der bedeutung genährt, die sich nur beseitigen liesze, wenn man annähme, dasz im niederd. der heutige sinn an das aufspringen der haut anknüpfte und von da aus allgemein in die bedeutung brennen, schmerzen übergegangen wäre. schrinden steht 11) intransitiv: hiulca terra, schrunten, schrunden Dief. 279a; in denselben klotz streich eines fingers dick guten wolgebärten leimen, der nicht gern schrindt (rissig wird). Fronsberger kriegsb. 2, 198b; den gesellen, der seinen geschrundenen, wolfgerittenen, rettichgeplotzten arsz klaget. Fischart groszm. 76; aber fürnemlich schrinden die lefftzen ausz vilfeltiger ursach, als von rauhem lufft, kaltem wind, und dergleichen. Ryff schwang. frauen roseng. (1569) 263a; das mark, das in den beerlein ist, mit meel und schmalz vermischt und übergelegt, wirft die unglatte und geschrundene nägel aus. Tabernaem. 1451; diu hût begint iu schrinden, der lîp ist und die vüeʒe swach. Boner edelst. 51, 60; geschrunden ûʒen, mitten weich, innen gar herte ist diu eich. renner 15762; es (das gewand) tuot wol dest e schrenzen und schrinden. teufels netz 12934. 22) selten reflexiv: wir suln im ölen daʒ krût, biʒ daʒ sîn verworhte hût sich schrinde und zerîʒen mac. ges. abent. 2, 118, 349. 33) ein schrinden wie schrimpfen oder schrumpfen bei Göthe: an der finsternis zusammen geschrunden, wird dein auge vom licht entbunden. 2, 231; vgl. dazu unten schrunden 4 für schrumpfen.
3107 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schrindenstv. I, 3.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    schrinden stv. I, 3. BMZ intr. bersten, sich spalten, risse bekommen Parz. Bon. Karlm. die hende begunden geswellen und …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schrindensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    schrinden , sw. V. nhd. Schrund bekommen, Riss aufweisen Hw.: s. schrīnen (2); vgl. mhd. schrinden E.: s. mhd. schrinden…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schrindenv., ntr

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Schrinden , v. ntr . mit sein , so viel als schrunden. Die Hut begint uich schrinden . Boners Fabeln 51.

  4. modern
    Dialekt
    schrinden

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    schrinden Band 9, Spalte 1626 schrinden 9,1626

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schrinden

10 Bildungen · 1 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schrinden 2 Komponenten

schrin+den

schrinden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schrinden‑ als Erstglied (1 von 1)

schrindende

KöblerMnd

schrindende , (Part. Präs.=)Adj. Vw.: s. schrindent*

schrinden als Zweitglied (5 von 5)

beschrinden

Lexer

be-schrinden stv. I, 3. risse bekommen. daʒ sîn lîp an einer eichin hing, beschrundin uszin und innen weich Renn. 233 a ( W.Gr. ).

erschrinden

DWB

ersch·rinden

erschrinden , hiscere, aufspringen, von händen, lippen: erschrundene lefzen, hände. Wirsung arzn. buch 67. 123. 562 .

verschrinden

DWB

versch·rinden

verschrinden , verb. ( ältere sprache ). Lexer mhd. handwb. 3, 219 ; s. oben schrinden th. 9, sp. 1753, unten verschrunden.

zerschrinden

DWB

zer·schrinden

zerschrinden , verb. , zu schrinden ( th. 9, 1753); ahd. zascrintan, mhd. zeschrinden, mnld. teschrinden, intrans. risse bekommen, sich spal…

zeschrinden

KöblerMhd

zeschrinden , st. V. Vw.: s. zerschrinden

Ableitungen von schrinden (4 von 4)

beschrinden

Lexer

be-schrinden stv. I, 3. risse bekommen. daʒ sîn lîp an einer eichin hing, beschrundin uszin und innen weich Renn. 233 a ( W.Gr. ).

erschrinden

DWB

erschrinden , hiscere, aufspringen, von händen, lippen: erschrundene lefzen, hände. Wirsung arzn. buch 67. 123. 562 .

verschrinden

DWB

verschrinden , verb. ( ältere sprache ). Lexer mhd. handwb. 3, 219 ; s. oben schrinden th. 9, sp. 1753, unten verschrunden.

zerschrinden

DWB

zerschrinden , verb. , zu schrinden ( th. 9, 1753); ahd. zascrintan, mhd. zeschrinden, mnld. teschrinden, intrans. risse bekommen, sich spal…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schrinden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schrinden/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „schrinden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schrinden/dwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schrinden". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schrinden/dwb.
BibTeX
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