geben
(nur typische Formen verzeichnet) Rhfrk uNahe
gęwə, dau gibšt, ęr gibt, Imperat.
gęp, Conj. Prät.
gEp (Ind. fehlt),
Part. gęp;
n. des Soonw, Birkf, Wend, Saarbr bis zur Benr. L. herrscht die verkürzte Form vor, ohne die volle Form unter dem Einflusse des Nhd. völlig zu verdrängen; in der 2., 3. Pers. Sg. u. 2. Pers. Pl. freilich sind die verkürzten Formen fast vorherrschend; auf dem Hunsr
n. Soonw
gęn, seltener
-E- daneben im gleichen Orte,
dǫu gist, –e-, –št, ęr git, –e- (seltener
geft),
mər gęn, –E-, dīr gęt, si gęn, –E-, Imperat.
gęp, 2. Pers. Pl.
gęt [
gęmər gib mir (u. so allg. bis zur Benr. L.),
ət gerərə es gibt ihrer,
gerəm gibt ihm]; Saarbr, Ottw
gęwə u.
gęn, dǫu gębšt u.
gęšt, ęr gębt u.
gęt, mər gęwə u.
gęn, Imperat.
gęp, Conj. Prät.
gEbt, Part. gęp u.
gęn; WMosfrk
gęn (-E-, –ē-, –i-, –e- [Saarl-Dieflen
geə·n.; Trier-Mehring
gŋn; Koch-Eller
gę],
dou gis(t) (-e-, –ø-), hE git (-e-, –ø-) [unter dem Einfluss des Nhd.
gēwən, –E-, -ēă-, dou gefst (-ø-, –št) usf.],
mər gęn usf.;
dīr gęt (
-ø- Trier-Stdt),
sei gęn usf., Imperat.
gęf [Saarl
geəf, –e-, –ę-; Trier, Bitb auch
-ø-; Prüm-Hallschlag
-o-; Wittl-Binsf veralt.
hęf], Pl.
gęt; Prät.
g:
f, –ō:- (Trier-Ld, Wittl, Bitb, Prüm
-ū:-), Conj.
-E:- (auch
-ī:- daneben Trier, Wittl, Bitb, Prüm),
Part. gęn usf.; OMosfrk (Neuw im Wiedschen Teil nur
gewən)
gēwə, –E- u.
gęn, –E-, dou gifs, -e-, ges; Er gift, –e-, get, Imperat.
gif, –e- [Koch-Auderath
jūf, Hambuch, Altk-Herdrf
gof], Prät.
g:f, Conj.
-E:-, Part. (gə)gēwə, –E-, (gə)gęn, -E-; Siegld
gE, du gest, ęr get, mīr gE, īr gEt, si gE; Imperat.
gef, Prät.
gf, sə –wə;
Part. gəgE; Rip bevorzugt
jęn (Ahrw-Remag, kurköln. Teil von Neuw, Köln-Stdt
-e-; daneben im selben Orte
jęwə, –e-),
dū jis, –e- (jifs, –e-), hE jit, –e- (jif, –e-), mīr jęn usf.;
ȳr jęt, –e-, ze gęn usf.; Imperat.
jęf, –e-, Pl.
jęt, –e- [Sieg-Fussh
jǫf], Prät.
j:f, mər j:və u.
-fə u.
-ftə (im selben Orte), Conj.
j:f [Aach
-ȳ·ə.-],
Part. jəjęn u.
jęn u.
jəjęvə, –e- [uAhr, SEusk, Monsch
jn, dū jøs, hE jøt, mər jnt, dīr jt;
zə jnt]; OBerg,
z. B. in Waldbr-Eckenhg
xēən, dū xīəst, hē xīət, mər xēən, īr xēət, zə xēən, Imperat.
xøf, Prät.
xf, Conj.
--, Part. xəxēən [Gummb-Berghsn
eχ jēəf, dū jyts, hE jyt, Imperat.
jøf]; NBerg
xēwən, –ę- (Wermelsk
-ei-, –ē-, –E-),
xęf, dū xøfs (xys, xøts), hE xøft (xøt, –y-), Imperat.
xef (-ø-) (statt
-ø- in allen Formen auch
-y-); Prät.
xf, –ō-, Conj.
--, –-, Part. xəxēwən, –ę- usf.; Eup
γeəvə, ex jē·ə.f, dū γys, heə γyt, vər γē ə.və, deər γęt, zə γē·ə.və, Imperat.
γęf, Pl.
γęt, Prät.
γū·ə.f, du γǫfs, heə γū·ə.f, vər γū·ə.və, deər γǫft, zə γū·ə.və, Conj.
γī·ə.f (2. Sg.
γęfs, 2. Pl.
γęft),
Part. γəγeəve; SNfrk
jēəvə, eχ jE·ə.f, –ę-, du jøfs (
-ī·ə.-, Kemp-Stdt
-:-) u.
jøts, hE jøf(t) (
-ī·ə.-, Kemp-Stdt
-:-) u.
jøt, mər γēəvə, r gēəf(t), ze jēəvə, Imperat.
jęf, Prät.
j·ə.f, Conj.
- ə.-, Part. jəjēəwə [Heinsb-Millen
ex xE:f, dū xefs, hE xef, Imperat.
xEf]; Klevld
γEwə, ek γEf, –ę-, γe γęft, he γeft, we γEwə. γe γęft, zə γEwə, Imperat.
γęf, –E-, Prät.
γf, Conj.
--, Part. γəγEwə st.: I. trans. 1. mit persönl. Subj. a. weggeben, hergeben (gezwungen, auf Befehl, Forderung, aufs Geratewohl, bei Kauf), wie
nhd.;
gef mech do jet van! SNfrk, Allg. RA.:
Dur et Kope (kaufen)
ankoəm, wor et G. gedoəhn es wird nichts mehr umsonst abgegeben Geld-Schravelen.
Waj (was du)
geft, sij (bist du)
quitt, of gej et an de Köster of an de Pastor geft Emmerich;
wat mer göft, es mer quit MGladb, Allg.
Der eine muss mer bezahle un dem andere Geld g. Köln.
Me kann enem et Brut nenn (nehmen),
aver net gen Sieg.
Wen usem Herrgott en arme Mann schellig os, muss him en och g. Prüm-Ihren.
Dat geste rum (zurück)
elo (da) das ist ausgezeichnet;
en hat dat feərdig kret, dat geste rum elo Bitb-Bickend Dudeld (
u. a. Belege). — Im bes. im Laden, Wirtshaus;
gemmer dovan zwei Elle; gef mer en Glas Bier! Rip, Allg. — Die Kuh gibt Milch Allg. RA.:
Wat kann et helpe, wenn de Kuhw enen Emmer Melk geft, mar se schleht öm wer öm Klev, Allg. Der Geizige
git wie en Koh, die drüg steht Rip. (
s. weiter bei Kuh).
Der Bei get (
zum erschten (zweiten) Mol) der Bienenstaat schwärmt WEif.
Enem de Hand (et Händche, von Tieren
de Foss) g. wie
nhd.;
do gef mich de H. drop! zur Bekräftigung der Erfüllung des Versprechens Aach, Allg.;
die könne sech die H. g. sind von ein u. derselben Sorte, sind beide nicht kittelrein Rip, Allg. —
Dem Kend de Bros (Brust zum Saugen)
g. Rip, Allg. —
Enem jet ze esse (de Kost) g.; den Dieren ze fresse g.; enem jet ze drohn (tragen)
g.; enem jet ze lecke (zu durchkosten)
g. u. so bei vielen Tätigkeiten Rip, Allg.;
enen en Not (Nuss)
te krake g. SNfrk, Allg. —
Enem jet an de Hand g. für bestimmte Zeit zu gewissen Preisen feil setzen Rip, Allg.;
engem de Mort (Markt)
an (
in )
de H. g. dass. Bitb.
Enem et en de H. g. behändigen Allg.
Der lit (lügt)
ebbes samme, das kammer käm (keinem)
kläne Kind in de H. g. Saarbr.
En de Geu (Geige, Tanzvergnügen)
g. zum Besten anderer Verzicht leisten Zell-Briedel.
Kaiser Karl, de hatt enen Hond; ek gäf dej de Nam ine Mond; wie hitt (heisst)
Kaiser K. sinen Hond? (Wie) Mörs-Pelden.
De Schmeck net aus der H. g. sich die Herrschaft nicht nehmen lassen Koch.
Enge jet op en Siəl (Seele)
g. binden Aach.
Er hät alles (
d. h. das Gegessene)
van sech gen sich erbrochen Rip, Allg.;
sei kann et nit so van sech g. ist nicht redegewandt Mörs, Allg.
Vill op enen g. ihn sehr hoch einschätzen Rip, Allg. —
Zwei zesamme (beienander) g. zur Ehe Allg.;
jet fortg. weggeben Allg.;
dat gef ek eweg ich mag nichts davon wissen Emmerich;
jet widderg. (zeröck-), bes.
Geld w., z. beim Geldwechseln Allg.;
ich gef et üch wiər, wie heə et sat (sagte) relata refero Aach;
jet drang. auf es verzichten Allg.;
de Teller (udgl.)
herömg. herumreichen Rip, Allg.;
dor gef ech öch glik (gleich)
drin Recht Kref. — Beim Warenaustausch, Handel;
su on su vill für (vor)
jet g. Rip, Allg.;
jet dropg. Draufgeld, Angeld als Unterpfand für einen abgeschlossenen Handel Aach;
do es der Gottsheller all drop gegeəve MGladb. RA.:
Wer et gläuf, git en Daler Köln.
Ech han et net, on ech möch et net, on wann ech et hätt, göf ech et für de ganze Welt net die Glatze Sieg-NDollend.
Ne Bleng (Blinder)
güəf Gott weəss wat derför, wenn e et süəhch (sähe) Aach.
Heə moss et gouə (guten)
Kauf g. zu Kreuz kriechen Aach.
Dat kann ech dem net te got g. vergeben MGladb.
Den do gef en A (Auge)
drom, wenn de anner Leit känt hätten Merz, —
ens verlere Simm-Horn.
Mi Moder göf ne Gessbock dröm, dat ich net mih en dat Lehmlouch klömm (zum Freien) Dür. — Viel, wenig, nichts für etwas (einen), um etwas (einen) g., achten, wie
nhd.;
ech gen nüs dröm, öm dat (den), für dat (en); de git öm kene jet kümmert sich nicht um das Urteil anderer;
für den gen öch keine faule Appel mih ich verachte ihn;
do gef ech ken dof Noss (taube Nuss)
für Allg.;
lovor (dafür)
gen ich soviel, wie of den Bödem gespauzt Merz-Becking;
do gen ich necks drof Saarbr;
dor mosste necks drop g. es nicht glauben; dich nicht drum kümmern Nfrk, Allg.;
darop kann mer nüs g. dies kann man nicht als wichtig betrachten Rip, Allg. —
Enem et schreftlech g. wie
nhd. Allg. —
Ferschtengeld g. wie
nhd. — Hiebe, Prügel, Ohrfeigen g., verabreichen;
enem en Uhrwatsch (
Klöpp, Häu, Knuze, Schrüpp, Tratsche, Schwönges, udgl.)
g.;
enem enen Hau op de Nas (en et Gesich, de Nacke, op de Arsch) g.; auch ohne best. Subst.
enem en (en't Gesich) g. u.
enem en paar g. Allg.; auch ohne Obj.
enem g. Saarbr, Ottw;
enem jet dröm g. Sol;
em des gehirig g. Bitb. RA.:
Gis do mer en Ging (Ohrfeige),
geven ich der e Wammännche (Maulschelle) Köln.
Ich gef der jitz eine für de Grane! Bergh.
Enem en paar henger de Uhre, op do Nas, op et Kamesol, op de Pelz, tösche Hals on Nacke g. Rip, Verbr.
Ech han em en paar metgegeəve Jül.
Ech g. er dich jetz en, datste tirvels (de Tummelöt schlehs), — net wess, wo du dran bes, — frecks! Rip, Allg., —
an de Mötten (Mitte)
vunenen (voneinander
) fehrsch! Bitb, —
dir Hüren on Siehn vergeht! Rip, Allg., —
de Mauer dir de zwatt (zweite)
geft! Merz-Bergen, —
dow mens, de Kuh hej dech getupp Mörs-Asbg (u. viele a. Wend.).
Ech han em gen vor drei Penneng Saarbr.
Ech g. der gleich! Saarbr. — Einem die Meinung sagen, einen Verweis g.;
dem han ich's awer mol geb! Saarbr, Allg.;
dem han ech awer de Maul voll gen May-Trimbs, Saarl, Saarbr;
dem han ech si Fett gegeəve Heinsb, Allg.;
dem weren ech emol de Segen g. Koch-Lutzerath;
de Kabones g. Klev. — Einem etwas g., ein Heilmittel, aber auch Gift;
dem han ech en Mellezie gegen, do hät e noch dran ze lecke! Rip, Allg. — Die Karten g., die Spielkarten mischen u. verteilen;
ech han fürher gegen, wer git? Rip, Allg. — b. schenken. α. von Gott Allg. RA.:
He hät alles Gottgevens (was G. g. kann)
genog Köln.
Wem Gott en Amp git, dem git er och den Verstand Rip, Allg.
Wat G. gift, sall zint Peter net neəhme Heinsb, —
moss der Düvel enem losse Jül-Linnich.
E Krütz, e Led, e quoəd (böses)
Wif hät mich der Heər gegeəve; nemm et Kr. von mich on et W. zo dich, dann kann ich röhig leəve! Kemp-Grefr.
Tand (Zahn),
ek schmit ou an de Wand; liewen Her, gef min en nejen T.! Emmerich.
Dat Gott göf! das möge G. fügen Rip, Allg. —
Dat gäf der Deiwel (Henker, Geier) das gebe ich zu, darin hast du recht Bernk, uMos, Goar.
En Hond gef senger Mudder et net! Bitb. —
Dat es em net gegeve er ist nicht dazu veranlagt; es widerstrebt ihm, das zu tun Rip, Allg.;
dem ene es et gegeve;
dem angere genomme Jül-Hasselsw, Sieg-Süchterschd. — β. von andern. RA.:
G. on G. es net enerlei es kömmt auf die Gesinnung an Sieg.
Weə Geəves wocht (wartet),
deə es kollek (übel)
dran Heinsb;
wen et G. muss afwarden, os en arme Mann Prüm-Ihren.
Geves kann men neit leve Heinsb-Millen.
We gegeve kret, steht et beis (beste) Schleid.
G. es seliger wie nemme Jül-Linnich.
De weəss ze g. en ze nemme er weiss sein Verhalten u. Handeln durch vernünftigen Willen zu bestimmen Aach, Ahrw, Rees.
Gecke g., Luəse (Kluge)
nemme Aach, MGladb.
Op der Welt, do woər et net, G. der Heər, de hott et net; der Heər goəf et sine Kneit, on de Kn. goəf et sine Heər die Pause MGladb.
Beis (besser)
fröndlech versage als onwellig g. Bo-Dransd.
Gef wat, hoalt wat, öwern Johr wiər wat! Barm.
Hes wat, gef wat! ebd. Get ühr düchteg; et köt mer net drop an sagt derjenige, der selbst nichts gibt Schleid.
G. ärmt net Aach;
G. mät (macht)
leve Bergh-Blatzh.
Völl gelove (geloben)
en wennig g. deht de Gecke en Freude leve Aach-Ld.
We gau (schnell)
göft, de göft döbbelt Klev, Rees.
Wer vill get, werd vill los Koch-Laub.
Geliəhnt (geliehen)
ös net gegeəve Kemp, SNfrk.
Erst gegewen en dann wer (wieder)
genohme es nett (grade)
so gut, as dreimol dör de Hell (Hölle)
gelopen Mörs-Milling.
Emol gegeve blit (bleibt)
gegeve Rip, Allg.;
ens (einmal)
gegeəve es gegeəve; afgenoəhme es gestoəhle MGladb, Verbr.;
äm (einem)
gen on gehoəl ös grod esou gout, äs wenn gestohl Merz-Conf.;
gin un ofgeholt es gestohl Bernk-Neumag; vielfach mit Forts.
emol gegewe, bleft gegewe, tecktack de Kopp af, pü (dabei ausspuckend)
! Klev-Calcar, —
afgenoəhme es gestoəhle, Henneke, Penneke, de Kopp afschloəhn, düsend Kanne Spelte (Nadeln)
dörschlucke! Geld-Schravelen;
gegeve os g., afgenomme, en de Höll ze komme! Aden-Kaltenborn, —
dreimol om de Welt gespronge! Geld-Straelen, —
drimol om de Hell geloəpe! Heinsb-Lümb, —
drimol ower de Kerktorn sprenge, honderdüsend Spelten dörslucke! Geld-Kevelaer, —
drej Kannen Blot; morge kömmt (sall) dech der Düwel hoəle (o. O.), —
Hänske, Kapänske, et Köppke af! Emmerich, —
Kapell, K., de Kopp af! Mörs, —
dreimol dörch jen Hell gefloəge (drei Kanne Bier, drei K. Blot), Kapellche, K., der Kopp af! Aach;
g., g., halde; fonge (gefunden),
f., weerg. (wieder-)
! Kref-Osterath;
fonge, f., wedderg.; g., g., hale! Dür-Minden; diese Sprüche werden von den Kindern gebraucht, wenn sie ausdrücken wollen, dass eine vollzogene Schenkung (ein Finden) unwiderruflich ist, zugefügt sind Besprechungsformeln. —
De göft ger (van Harte) MGladb, Allg.;
he göft so lang, so lang he selfs jet hät; ech gef et, wie ech et han MGladb, Allg.;
de git, wat he g. kann Rip, Allg. RA.:
We get, wat e hät, es wert, dat e lef (lebt) Rip, Nfrk;
wen geft, wat he hat, of deht, wat e kann, es wert, dat he left Mörs, Prüm;
we get, wat he het, es gut; we alles get, wat he hat, es wert, dat he selvs Gebreck lijt (leidet) Rees;
we git, wat he hät, da's en Hondsfott Dür, —
es wert, dat he dot geschlage würd Kref, —
dat he opgehange wörd Erk.
En Schelm güt miəh, as he hat Grevbr-Otzenr.
Wat mer nit hät, ka mer nit g. Köln.
Wer hät, dem wed gegeve ebd. Riche (Reichen)
git mir, Ärme nimmp mer ebd. De nimmp et met Scheffele un git et met Läffele ebd. Mäncher küt för luter Nemme nit zum G. ebd. Us godem Hetze (Herz)
gegeve, dat es half geschenk ebd. He es van Klev; he hät liewer, as dat he geft Mörs, Rees.
Den hält mehr van de häbb as van den gef Klev;
den as net van gin, awer van hun (haben) Trier-Wasserliesch;
den es net van g. her Prüm, Allg.;
den es vom holen, awer net vom g. Saarbg
; se es nit vun g. ze Hus (dehem) Rip;
de es vun gemmer (gib mir),
awer nit vun g. Merz-Nunk;
en as net vu Gewich, en as vu Nehmich Bitb-NWeis;
er is vum Stamm nimm un nit vum St. gib Simm-Laub. —
Gemmerches etwas Geschenktes;
Adv. unentgeltlich, nach u. nach;
et kemmt eso g. beienanner; der well alles g. hon Birkf-Idar. —
Deə left vam g. der Bettler MGladb; der Geizige
wiərd vam G. krank Sieg;
heə git völl met de Mul Aach;
wat deə futget, dat stenkt Aach, —
dat rücht net got oder et stenkt Schleid;
wat de geft, häbb ik liewer op de Grep (Mistgabel)
as in de Hand Mörs, Rees;
er get neist von sich, äs wenn er of der Mest setzt uSaar;
he get, wat mer en en Og (Auge)
steiche kann Schleid.
Göfste mech jet odder dritts (scheisst du)
mech jet? hilfst du mir oder nicht Kref. — Der zu Mildtätige u. Gutherzige
git et letzte fort, — git et Hemb vom Lif, — der letzte Grosche Rip, Allg, —
von singem Mond Bo, —
och noch et Brut aus dem Maul, — et Fett aus dem Diəl (Tiegel) Zell-Senh, Saarbg-Cahren, —
et Herz aus dem Leib Ottw, —
et Brot aus der Schublad Simm, —
et Brugd vam Dösch Prüm, —
de Schohn van de Föt (Füssen) Geilk;
de gäf den Henner fort, wenn er en loss hätt Aden-Borler;
he könnt sech et Herz aus dem Leif reisse on einem g. Ahrw
; de güt, bös he beddele muss Sol-Richr;
de kann op enem Ben stohn on alles fortg. Bergh-Blatzh. —
Gef enge hü en Kouh en morgen e Peərd en övermorge nüs, da haste evevöll Dank dervan Aach;
gis du em hüt en Koh on morge e Peərd, kes (nie)
hat er genog Jül;
van Dag (heute)
gef ek dek en P.; morn es et nicks miah wert NBerg.
Nem gegevenem P. sieht mer nit en't Mul Sol, Mettm, Ruhr, Aach-Merkst.
Gegeəve Got geht vüəl en ene Sock (Sack) Kemp-SPeter.
Wei van et Gegewe lewe will, mott (muss)
döck (oft)
lang wachte; Gott help, we et van et Gegefs mott (muss)
häbbe Rees. —
Gemmer e Stick Brot, werf mersch (mir es)
ach in de Kez! (Kiepe) wird einem recht faulen Bettler in den Mund gelegt Simm-Horn.
Gef mich jet van et dingt (deine),
da gef ich dich jet van et mingt (meine)
! Aach. —
Wat mer gegeve kret, ka mer anhole Schleid. —
De hät ze völl (
frehch früh
) an de ärm Lü gegeve er hat das Zittern in den Gliedern Jül-Broich, Wittl. —
Wat giste, wat häste möglichst schnell;
he lef, wat g., wat h.; he schlog, wat g., wat h. Rip, Allg.;
wat ges de, wat kanns de Zell-Alf. —
Enem en Mülche (Möndchen) g. ein Küsschen Allg. — c. in unsinnlicher Verwendung. α. in Wend. wie:
Jet (enen) verlore g.; enem Recht g.; enem Bescheid (Antwort)
g.; enem en Korf, en büsen Bleck, Pardong g.; en Konsert g.; en Boch (Buch)
herusg.; acht (
Pass, s. d.)
g.; enem (de goldegst, gut) Wort g.; sech en Däu (Anstoss)
g.; sech Möh g.; enem ene Wenk met der Schürendür g.; enem en Rot (Rat)
g. Rip, Allg.;
Gedanke g. aufmerken Simm, Goar, Kobl, Bergh, Aach, Eup, Kemp, Kref;
den Ogen de Kost g. dass. Allg.;
öme der I üs g. aus der Arbeit entlassen Aach, Enp;
enge der Jesesknapp g. (Todesstoss) Aach;
enem e gölde Necksche on e selve Wartewilche g. Dür. —
He goəf net Tal (Sprache)
of Teke (Zeichen)
miəh van sech rührte sich nicht mehr Selfk.
Hean hot munich (vill) heropgewen Witze gemacht Bitb-Geichl. — β. einem etwas aufgeben, einen Auftrag geben;
enem enen Opdrag (
en Opgaf udgl.)
g.; enem ze verstohn, ze wesse, jet ze rode, ze lihre (lernen)
g. Rip, Allg. — 2. mit sachl. Subj. hervorbringen, ergeben. a. von Früchten;
de Wis git vill Gras (Foder); de Bom git vill Äppel; dat Feld git dit Johr nüs (nichts) Rip, Allg.;
dat Korn hät got (schlech) gegen Ertrag beim Dreschen May, Rip;
dat geft got en de Dännen (Tenne) Wittl;
gift et got det Johr? bringt es dieses Jahr viel Korn ein Kemp. — b. von andern Dingen Allg. RA.:
En Wort git et andere Rip, Allg.
Dat stenkige Fellchen göft dat klenkige Geldchen sagt der Gerber Kref-Osterath.
En leddig Schaf (Schrank)
git Onverdrag Rip, Eup.
En Fonke git lech en gruss Für Rip.
Förbesched göft hengennoə ge Led Kref-Osterath.
Hondert Joəhr Onrech git noch ken Stond Rech Bonn-Dransd.
Schöppkes (Schäfchenwolken)
g. Dröppkes Klev, Rees.
Die Sach get em en deier Sos (Sauce) Bitb.
Huremehl git Hurepannekoche Sieg-Scheiderhöhe (usf.). — II. intrans. mit ‘haben’. 1.
dat git es erscheint als Folge;
dat (diese Verhältnisse)
git noch Streck (Streit);
dat git Klöpp dein Tun bringt dir Hiebe ein;
dat git noch en Üverleg diese komplizierte Sache verlangt noch Überlegung;
dat git (u.
gen)
noch Sorge diese Angelegenheit bewirkt S.;
dat git Stöcker deine Unvorsichtigkeit bewirkt Zerbrechen (usf.) Rip, Allg.;
dat get kei Geröt gerät nicht Neuw-Rodenb;
dat get dir en Lönt (Nierenfett)
en et Lif diese gute Mahlzeit Sieg;
dat (et) get mech Wunner das wundert mich Bitb, Mosfrk, Rip;
dat get och bal zum Delen (teilen) von altem Gerät Prüm;
et ös ken Huchzeck (Hochzeit)
su klen, et get er noch en Rip, Allg. — 2.
et git es erscheint (als Folge). a.
et gef völl Rogg vane Johr viel Ertrag an Roggen Nfrk;
wu et Ness (Nüsse)
get, do ger et och Kneppel Goar, Allg.;
göf et Kiərsche, dann göf et ok Körf Barm;
et get nicks etwa mit dem Fischfang, ist nichts;
et git er (ihrer) Schläge;
jetz git et Schröm (Hiebe);
et (dat) git et net oder
et git er gene (keiner) geht nicht an, kann nicht geschehen Rip, Allg.;
su ebbes get et net mih kommt nicht mehr vor Mosfrk, Allg.;
für neus göt et neust umsonst gibt es nichts Prüm, Allg.;
do get et nüs zom beiste geht es knapp zu Schleid, Allg.;
et Stärkste (udgl.),
wat et git Rip, Allg.;
wat git et? was ist vorgefallen, was für ein Stück wird gespielt; welche Speisen haben wir zu erwarten Allg.;
wat get dann aus ehrem Schwor (Schwager)
seiner Kränkt? Saar;
wat git et Neues; wer wess, wat et noch git! was noch an Speisen kommt, was die Zukunft bringt Rip, Allg. — b.
do git et jet ze verzälle (erzählen),
ze knottere, ze esse, ze schmure (rauchen) usf. eine Gelegenheit, ein Anerbieten dazu Rip, Allg. — c. bei Wettererscheinungen;
et git schün (got, schlech)
Wedder; et well wahl Ren (Regen)
gen; et git ene hesse Dag; et git Nach usf. Rip, Allg. RA.:
Wann de Katze sich wäische, git et Ren (Regen) Dür.
Haut (heute)
get et en hessen Dag, sät de Hex, do soll se des Morgens verbrannt werde Eif (usf.). —
d. es ist vorhanden;
et git er =
mer hät er es gibt (sonderbare) Menschen;
et git er at esu; et git Mensche, die nüs (nichts)
bei sech hale könne alles verraten;
et git mih Kette as rose (rasende)
Honn; es kann auch heissen
et gen (geven) komische Mensche Rip, Allg.;
mer hät Leu, der ger et Altk. — 3. =
nhd. werden, fieri. a. mit prä
d. Subst.;
ech geve (gen) dat on dat ich lerne das u. werde das,
z. B. ech gen Lehrer Rhfrk, Mosfrk, Rip (hier neben seltenerem
werden). — b. mit prä
d. Adj.;
ech gen krank (gesond, nass udgl.);
er git immer weniger wird magerer;
schwach g. ohnmächtig werden;
et geft mer schroh übel;
dat et mer grin on gel fir den Aən (Augen)
gen es Rhfrk, Mosfrk; Rip (hier neben häufigerem
werden). — c. w. einschl. Saarbr-Lauterb, Saarl-Wadgassen Felsbg Beaumarais Roden Fraulautern Hulzw Diefflen, Merz-Düppenw Erbring Rissenth, Saarl-Aussen, Merz-Büschf Wadern Wadrill, Trier-Kell Reinsf Farschw Thomm Fell Riol Detzem Thörnich Köwerich Trittenh Heidenbg, Wittl-Piesport Rievenich Hetzerath Heckenmünster Dörb Salmrohr Osann, Bernk-Noviand Cues Graach Rachtig, Wittl-Ürzig Bengel Neuerbg Wengerohr Altrich Plein GrLittgen NÖffl Wallschd, Daun-Strohn Strotzbüsch, Koch-Lutzerath Driesch, Daun-Gillenf Etschd OWinkel Mehren Daun Neunk Steinb OStadtf Michelb Lissing Pelm Dohm Auel Lissend Birgel Wiesbaum Gönnersd, Prüm-Schüller Stadtkyll Reuth Roth Schlausenb, Malm-Manderf Holzh Homf Valender Mirf Möderschd ersetzt
g. durchaus das Hilfszeitwort
werden im Pass. in Verb. mit dem
Part. des Verbs,
z. B. ich gen geschlohn, dou gös g., he göt g., mir gen g.; e poor schiner Leder gowen gesungen; de Bom as umgehauen gen; du kanns mer gestuəhle gen; et get gangen es wird gegangen. — Das Hilfzeitw.
werden wird hier nur im Fut. Act. u. Pass. gebraucht,
z. B. heə wiərd dat duhn, — geduhn han; im Pass. Fut. können also
gen u.
werden zusammenstehen, jenes als Ausdruck des Pass., dieses als Ausdruck des Fut.,
z. B. de Bom wiərd noch umgehaue gen; dann steht auch noch
werden selbständig,
z. B. hen as dumols wuarden geboren. — Im SRip kann es noch heissen:
he git gearbet; du gis glich verkamisölt; he git gelihrt (gelernt);
du (da)
gof e gehaue wurde er geprügelt (udgl.); aber
werden ist doch bevorzugt. — In Saarbr, Ottw, Saarl steht
g. auch für das
werden des Fut.;
et get reənen es wird regnen, wir bekommen Regen;
e get sterwen; es gebt gemacht gen (seltener an der Saar
nu mänen öch, wammer ons emol e wenig setze gewen setzen würden;
wann ich vun der Sach of (ab)
gäf stohn). — Den Trierern wird nachgesagt, dass sie unzähligemal
gewe gen sagten,
z. B. hen es besoff gewe gen; aber das ist nur eine üble Nachrede, in der Tat sagt man nur
en es besoff gewen, wie man auch nur sagt
eich gof geschlohn, et göft aweilen geschliet (Schlitten gefahren),
mir gewen heit spazieren gefehrt. — III. refl. sich g. 1. sich ergeben. a.
dat (et) wiərd sech (at) gen schon zeigen Rip, Allg. — b.
he git sech beruhigt sich, lässt nach, gibt den Kampf auf, willigt ein, fügt sich;
et get sech es hört auf, es legt sich;
dat git sech widder wird schon wieder mal gut werden
; et git sech der Regen hört auf, es hellt sich auf Rip, Allg.;
de Ren get sech; et get sech mot Renen Eif, Allg.; auch von Schmerzen;
mei Zännweh get sich; de Pein well sech gar net g. Rhfrk, Allg.;
ech han em schon dicks (oft)
gesat, er soll dat Liən (Lügen)
sein lossen, äwer er geft sich net uSaar, Allg.;
e get sech all sagt man, wenn ein Baum beinahe abgesägt ist u. sich neigt Rheinb-Wald;
ich reissen der de Aən (Augen)
aus dem Kopp, wenn de dich net bal gescht! Merz;
mir gün es (uns)
net, eso lang e Knudel am (im)
Deppen as! Bitb, Trier;
get ich (euch)
! gebt nach, Antw. darauf:
hat sich, kret sich! Bitb-Dudeld. —
Sech dren g. sich darein ergeben;
mer moss sech en alles g. schicken Rip, Allg. —
Sech zefridde g. Rip, Allg. — c. sich weiten;
de Wand hat sech (schef) gegeve sich gebogen Rip, Nfrk;
den Schuhn geft sich noch sagt man, wenn ein Schuh drückt Klev, Rees;
et geft sich der Sumpf schwankt auf u. ab Bernk-Dhron;
de Achs hät sich gege gebogen Siegld. —
d. mager werden, an Kraft verlieren;
er het sech arg gen Koch. — 2. sich begeben. a.
sech a jet g. es in Angriff nehmen;
sech an et Schrive udgl.
g. Rip, Allg. — b.
sech durch de Lappe (de Kord, Kappes on Tebak, Schnoppe udgl.) (
s. d. W.)
gen ausreissen, fortlaufen, flüchten;
sech derdurchg.; sech fortg. (auch ‘sterben’) Allg.;
sech dreg. dass. Monsch-Witzerath;
sech op de Ben (
de Lappe, Strömp, Marsch, Reis udgl.)
g. sich aufmachen, weggehen Allg.;
gef dech nit met dem op de Pad gib dich mit dem nicht ab Mörs-Neuk;
sech derhengerg. hinter die Arbeit Rip, Allg. — 3. sich ausgeben als;
enen Mensch mot sich g., wie hen es Nfrk, Allg.;
he gt sech ärm stellt sich arm Rip;
en hat sich enen g. geprahlt Saarbg;
sich Käs g. sich wichtig machen Saarbr, Ottw. — 4.
de git sech arm er gibt so viel, dass er selber arm wird;
et hot sech got gegeəve, wenn me et net enhau (inhätte) man hätte gern gegeben, hätte man selber etwas gehabt MGladb, Allg. — Abl.:
die Geverei, dat Gegefs, (sich zerg Rip).