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gesell

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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Gesell

Bd. 1, Sp. 1605
Gesell 1. Am Gesellen erkennt man den Mann. – Eiselein, 230. 2. An den Gesellen erkennt man den Gesellen. – Körte, 2075; Simrock, 3508. Mhd.: Den man acht ich sicherlich reht als er gesellet sich. (Cato.) (Zingerle, 52.) – Ezn hât dekein geselleschaft mit ungelîchem muote kraft. (Freidank.) (Zingerle, 53.) Frz.: Au regarder connoist on la personne. – Au semblant cognoit on l'ome. – Au semblant conoit l'en la gent. (Leroux, I, 166.) Lat.: A bonis disces bona, et malis te immiscens mentem amittes. (Eiselein, 230.) Ung.: Embert a társáról, hogy ha nem magáról, könnyen megesmérheted. (Gaal, 689.) 3. An eins Gesellen kan man spüren, was er selbst muss im Schilde führen. – Petri, II, 16; Mathesy, 347b. Böhm.: Jaký tovaryš, takové srdce. (Čelakovský, 220.) Čelakovský bemerkt, dass das Sprichwort auch die Verschiedenheit der menschlichen Charaktere nach ihren Berufsarten bezeichnen könne, z.B. habe der Schmied, Fleischer u.s.w. einen andern Charakter als der Schneider u.s.w. It.: Vuoi conoscer uno, guardo con chi pratica. (Gaal, 689.) Lat.: Noscitur ex socio, qui non cognoscitur ex se. (Gaal, 689.) 4. Arme Gesellen kommen nicht leicht zu Ehren. Lat.: Pauper homo raro vivit cum nomine claro. (Gaal, 103.) 5. Arme Gesellen müssen viel vberhören. – Petri, II, 19. 6. Armen Gesellen begegnet offt ein vnversehen Glück, wenn sie es nur wüssten zu gebrauchen. – Petri, II, 19; Henisch, 242, 57. 7. Böse Gesellen verleiten manchen zur Höllen. – Henisch, 1556, 5; Petri, II, 48; Mathesy, 75a. 8. Böser Gesell verdirbt den guten schnell. Mhd.: Du hâst ouch ie gehôret daz man von boesen gesellen dicke sieche. (Loters.) (Zingerle, 53.) 9. Caute, Caute, jr gesellen, der wirt verstehet auch latein. – Franck, II, 81a. Wenn die künftige Frau erst geboren wird, während der künftige Ehemann bereits ein junger Bursche ist. Böhm.: Když nevĕsta se rodí, ženich na kůñ sedej. (Čelakovský, 382.) 11. Der ist eyn guter gesell vnd eyn geschickt man, der sich inn alle sachen schicken kan. – Tappius, 243a; Henisch, 1556, 24; Lehmann, II, 64, 141. 12. Der yedermans gesel, ist niemandt freundt. – Franck, I, 88a; Henisch, 1556, 50. 13. Du hast hier ähnliche Gesellen; war deine Mutter nicht hier? Nein; aber mein Vater. Nach der römischen Geschichte in Bezug auf Octavian Augustus. 14. E bîse Gesell föhrd ön de Hell. (Trier.) – Laven, 178, 29. 15. Ein böser Gesell, ein arg vnd falscher Freund seindt schädliche ding vnd böser als gifft. – Henisch, 1556, 3; Petri, II, 170. Man soll sich daher von solchen Leuten fern halten und ihnen keinen Vorschub leisten. Die Aegypter sagen: Einen nichtswürdigen Gesellen schiebe nicht vorwärts, du möchtest Noth haben, ihn wieder zurückzuschieben. (Burckhardt, 737.) Holl.: Een schamel gezel wreek sich aan een' koning wel. (Harrebomée, I, 236.) Lat.: Improba corrumpunt sanctos consortia mores. (Gaal, 687.) 16. Ein böser Gesell führt den andern zur Höll', sagte der Dieb, als ihn der Amtsdiener ins Loch brachte. Holl.: Weg gaan we, Marcus, met de bokken van Farao, zei dronken Joor, en hij reed onder escorte van schout en dienders naar het verbeterhuis. (Harrebomée, I, 190.) 17. Ein böser Gesell ist, der alles allein frisst. – Lehmann, II, 121, 15; Petri, II, 170. 18. Ein böser Geselle führt den andern in die Hölle. – Körte, 2076 u. 2557; Parömiakon, 327; Braun, I, 758; Reinsberg II, 65; Eiselein, 230; Mayer, I, 177; Simrock, 3504; für Würzburg: Sartorius, 162. Mhd.: Von ungesellen wirt der man vil dicke houbetsiech. (Reinm. Zw.) (Zingerle, 52.) Engl.: Ill company brings many a man to the gallows. (Gaal, 687.) It.: La cattiva compagnia conduce gl' huomini alla forca. (Pazzaglia, 60, 3.) 19. Ein Gesell soll zuuor das gelb vom Schnabel wischen vnd die Kinderschuh vertreten, ehe er Freyens fürgeb. – Petri, II, 189; Henisch, 1207, 35. 20. Ein guter Gesell1 macht den Himmel aus der Höll'. 1) Mitgenoss, Freund, Kumpan. Mhd.: Ein bewert guot geselle ist nit zuwegen ringe. – Man rede was man welle, geselleschaft die frumt zu mangem dinge. (Minnefalkner.) (Zingerle, 53.) Holl.: Een gezel in verdriet verligt de pijn. (Harrebomée, I, 236.) 21. Ein guter gsel, aber ein böser kinds vatter. – Franck, II, 66b; Henisch, 1556, 30. Holl.: Goede gezellen zijn kwade leidslieden (huishouders). (Harrebomée, I, 236.) 22. Ein jeder junger Gesell muss sieben Jahr nacheinander narren, vnd so er eine Stund daran verseumet, muss er die Narren Jahr von newem oben anfangen. – Petri, II, 201. 23. Ein Junger Gesell ohn Zucht bringet selten gute Frucht. – Petri, II, 206. 24. Es fehlt nicht an Gesellen bei Wein und Brot, hätt' ich nur Gesellen in der Noth. Böhm.: Dej mi bože plačidruha, zpĕvodruha sám si najdu. (Čelakovský, 234.) 25. Es gibt mehr Gesellen als Meister. Holl.: Men vindt meer werclude dan goede meisters. (Tunn., 18, 16.) Lat.: Hic duo, hic bis ter factores, nemo magister. (Fallersleben, 520.) 26. Es ist ein schlechter1 gesell, hat aber viel krummen. – Gruter, I, 33; Schottel, 1143b. 1) Schlichter, einfacher, ehrlicher, braver Mensch, also ironisch: Er ist ein gerader Mensch; nur muss man von den Krümmen absehen. 27. Es ist ein schlimmer Gesell, der sein Weib schlägt und die Tochter heirathet. Wird gesagt, wenn es regnet und zugleich die Sonne scheint. Frz.: C'est le diable, qui bat sa femme et qui marie sa fille. (Leroux, I, 7.) 28. Es ist kein Gesell so arm; er hat ein Weib am Arm. – Moscherosch, 149. 29. Es nimpt kein Gesell ein alt Weib, auch kein Weib einen alten Mann vmb Gottes willen. – Petri, II, 290. 30. Für solche Gesellen gehört kein anderes Futteral. – Parömiakon, 1012. Für Verbrecher das Zuchthaus, so lange wenigstens, bis man es angemessen finden wird, deren Kräfte zur Cultivirung unbebauter Gegenden der Erde zu verwenden. 31. Gesellen, sitten vnd rauden erben. (S. Gesellensitten.) – Henisch, 1556, 64; Gruter, I, 43; Eiselein, 230. 32. Gute Gesellen vnd böss Kindes Väter sol man fliehen als Aprillen Wetter. – Petri, II, 364. 33. Gute Gesellen vnnd Freunde führen manchen in ein Bad, dass jhm vbel bekompt. – Petri, II, 364. 34. Guter gesel, gute meel. – Franck, I, 124a; Henisch, 1556, 31; Lehmann, II, 233, 205. 35. Guter Gesell bey dem Wein ist ein böser Kinder Vatter. – Lehmann, II, 240, 112; Gruter, III, 47; Petri, II, 364; Mathesy, 156a; Simrock, 3509; Eiselein, 231. 36. Guter Gesell, fahr in die Hell. – Gruter, III, 46; Lehmann, II, 239, 97. 37. Guter Gesell, sihe auff dein spiel, die dir guts günnen, der ist nicht viel. – Petri, II, 365. 38. Guter gesell, täglicher gast. – Henisch, 1556. 39. Guter gsel nit verzag, stell nur vnd jag, glück kompt all tag. – Franck, I, 50 c1; II, 67b; Henisch, 1556, 32; Gruter, I, 46; Petri, II, 365; Latendorf II, 6. 1) In der von mir benutzten Ausgabe von 1541 sind die Blätter 50 und 52 doppelt, während 51 in der Zählung fehlt. 40. Ist kein guter Gesell von Hechingen (Beblingen) da? frug der Schwab, als er in Rhodus ans Ufer sprang. – Eiselein, 292. 41. Je mehr Gesellen, desto eher ist der Rock fertig. 42. Jedermanns Gesell ist niemands Freund. – Lehmann, II, 278; Petri, II, 390; Kirchhofer, 233; Günther, 73; Simrock, 2748. 43. Junge Gesellen folgen nicht, darumb muss man sie füren. – Mathesy, 289b. 44. Junger Gesell sihe für dich, die Jungfrawen seindt betrüglich. – Henisch, 1556; Petri, II, 410. 45. Lockere Gesellen finden sich leicht zusammen. 46. Man findt wol gute gesellen, die nemmen eine Kappen mit Narren Ohren vnd helffen ein Closter oder ein steinin Hauss verzehren. – Henisch, 1556, 34; Petri, II, 446. 47. Man muss guten Gesellen zehen Jahr (vom Leben) schencken. – Lehmann, II, 403, 36; Petri, III, 9; Eiselein, 231. 48. Niemands Gesell komm' nicht über dein Geschwell. – Körte, 2073; Simrock, 3511; Eiselein, 231. 49. Träge Gesellen lieben blaue Montage. 50. Vnuersuchte Gesellen können bald böss vrteil fellen. – Petri, II, 565. 51. Was ein Geselle borgt, muss der andere bezahlen. – Graf, 236, 94. Ein Gesellschafter, welcher namens der Gesellschaft handelt, verpflichtet jeden einzelnen für die Schuld; daher soll sich, wer mit einem andern in Gesellschaft treten will, wohl vorsehen, wem er sein Gut empfiehlt. In Lübeck: Wess de ene (gesell) borget, dat mach de ander betalenn. (Stobba, Zur Geschichte des deutschen Vertragsrechts, Leipzig 1849, S. 149.) 52. Was soll einem jungen Gesellen alt Geld! – Petri, II, 609. 53. Wenn arme Gesellen wollen mit grossen Löffeln essen, so ist die Schüssel bald leer. 54. Wenn ein armer Gesell reich wirdt, so soll er das glück in ehren halten, dass es die Augen nicht verkehre. – Henisch, 1665, 31. 55. Wenn ein frommer Gesell eine fromme Magd nimpt zur Ehe, die werden wol ernehrt. – Henisch, 1556, 8; Petri, II, 651; Luther's Tischreden, 424a; Eiselein, 231. Eiselein bemerkt ausdrücklich, dass dieser Ausspruch von Luther als Sprichwort bezeichnet werde; aber er gibt nach seiner Weise zu citiren nicht an, wo. 56. Wenn ein junger Gesell eine alte freyet nur vmbs Gelds willen, so kriegt er gewiss den Sack, er kompt umb das Geld wie es mag. – Petri, II, 652; Henisch, 1208, 2. 57. Wer ein Gesell bey sich hat, hat auch ein Meister bey sich. – Gruter, III, 105; Lehmann, II, 872, 169; Sailer, 155; Simrock, 3512. Frz.: Ki a compeignon il a mestre. (Leroux, II, 289.) – Qui a compagnon, a maître. (Bohn I, 48; Lendroy, 480 u. 959.) It.: Chi ha compagnia, ha signoria. (Gaal, 688.) – Chi ha compagno, ha padrone. (Bohn I, 81.) Port.: Máo he ter moço, mas peior he ter amo. (Bohn I, 282.) Ung.: Kinek társa vagyon, ura is vagyon. (Gaal, 688.) 58. Wie der Gesell, so der Lehrbub'. Böhm.: Takový chlap, jaký tovařiš. (Čelakovský, 37.) 59. Arme vnd verachte Gesellen vnd Aschenprödel. – Mathesy, 53a. 60. Den guten Gesellen dürst. – Eyering, I, 397; II, 473. 61. Ein grober gEsell ohne G. – Mathesy, 302b; Eiselein, 231. 62. Ein kostfreier gsel, gelt einzunemen. (S. Geben 250.) – Franck, II, 112b. 63. Er besteht bei den Gesellen wie der Hase bei der baukeln (Pauke). 64. Er ist ein gewanderter Gesell, kommt alle Nacht heim wie ein Mühlkarren. – Kirchhofer, 353; Körte, 2073 u. 2554. 65. Er ist ein wackerer Gesell, aber seinesgleichen taugt nicht. Holl.: Het is een goed gezel, dan zijns gelijke deugt niet. (Harrebomée, I, 236.) 66. Es ist ein dapffer Gesell drauss worden. – Eyering, II, 516. 67. Es ist ein gewanderter gsel, einmal zu marckt, zweimal zur müle vnd dreymal zu bad gewesen. – Franck, II, 34b; Henisch, 1556, 42; Lehmann, II, 134, 30; Eiselein, 231. 68. Es scheint ein gut gsel sein. – Franck, II, 66a; Tappius, 78a. Lat.: Ex habitu bonum virum prae se fert. (Tappius, 78a; Erasm., 156; Philippi, I, 143.) 69. Es sind Gesellen von der alten Minne. Im 14. Jahrhundert ein arger und schauerlicher Ritterbund. 70. Frage meinen Gesellen, der lügt ebenso wie ich. Frz.: Demandés à mon compagnon qui est aussi menteur que moi. (Kritzinger, 159a.) 71. Guten gsellen zehen jar schencken. – Franck, II, 36a. 72. Sie wollen (da, wie es scheint) einen Gesellen machen. – Eiselein, 231. Wo es laut hergeht, wie bei dem Schmause der Zunftversammlungen, wenn ein Lehrbursche zum Gesellen erklärt wird. [Zusätze und Ergänzungen] 73. Alte Gesellen und alte Jungfern werden vor der hellen zigen hütten und federwisch verkauffen. – Monatsblätter, VI, 184. 74. Ein feiner Gesell scheuet böse Sitte. Bei Tunnicius (258): Ein hovisch geselle schuwet quode sede. (Castus adolescens cacoethes vitat iniquum.) 75. Ein höflicher Geselle spricht nicht unhöflich. 76. Es nützt den Gesellen wenig, dass der Meister reich ist. 77. Ja, wenn ich das meinen Gesellen an die Kammerthür schreiben könnte, sagte der Meister, als er im Thiergarten an einer Vogelbude las: Er frisst nicht. 78. Mit einem guden Gesellen geht man zum Teufel in die Höllen. »Mancher geht desto lieber in Todt, wenn er der pein ein gesellen hot.« (Waldis, II, 55.) 79. Rohe Gesellen – rohe Spiele. 80. Solche Gesellen gehören zu solcher Würde. – Nigrinus, 209. 81. Trau nit allen guten Gesellen, vnd thu nit allzeit, was sie wöllen; sie helffen dir das dein verthun vnd lassen dich leer zum Thor naus guhn. – Keil, 37. 82. Vngewandert gsellen zu nichtsen tügen. Ayrer, II, 1658, 30. 83. Wer einen guten Gesellen haben will, muss sich einen ziehen. Holl.: Hij zal nimmer een' goeden knaap hebben, die hem niet opvoedt. (Harrebomée, I, 418b.) 84. Er ist mit seinen Gesellen durchgekrochen. – Schles. Provinzial-Blätter, 1871, S. 437. Nämlich der Bäcker; wird von grosslöcherigem Brot gesagt. 85. Er steht seinem Gesellen bei, wie der Hase dem Hunde. 86. Es ist ein starker G'söll. In Kärnten einer der beiden Ochsen vom Paare. 87. Es ist ein treuer Gesell (Gefährte).
12701 Zeichen · 385 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gesell

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Der Gesell , des -en, plur. die -en, Fämin. die Gesellinn, plur. die -en. 1) * Eigentlich, eine Person, welche mit einer…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gesell

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gesell , Stadt im preuß. Regbez. Erfurt, Kreis Ziegenrück, in einer Enklave im Reußischen, 463 m ü. M., hat eine evang. …

  3. modern
    Dialekt
    Gesellm.

    Mecklenburgisches Wb.

    Wossidia Gesell Sell m. Geselle 1. Genosse, Gefährte: 'van usen ghezellen, dar wy em mede ghedynet hebben' (Schw 1376) U…

  4. Sprichwörter
    Gesell

    Wander (Sprichwörter)

    Gesell 1. Am Gesellen erkennt man den Mann. – Eiselein, 230. 2. An den Gesellen erkennt man den Gesellen. – Körte, 2075;…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gesell

558 Bildungen · 373 Erstglied · 179 Zweitglied · 6 Ableitungen

Ableitung von gesell

ge- + sell

gesell leitet sich vom Lemma sell ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gesell 2 Komponenten

ges+ell

gesell setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gesell‑ als Erstglied (30 von 373)

gesellach

DWB

gesell·ach

gesellach , n. , coll. zu geselle, verächtlich vom kriegsvolk, sippschaft, vgl. DWB gesellich : das gesellach het den gewin vast verschlembt…

gesellbruder

DWB

gesell·bruder

gesellbruder , m. begleitender kloster-, ordensbruder: ein fürst von Anhalt, der gieng in der barfuszen kappen auff der breiten straszen ( z…

geselle,

FWB

1. ›junger, unverheirateter Mann, Bursche, Kerl‹, gehäuft in Verbindung mit jungfraue genannt und dann unter erotischem Aspekt charakterisie…

gesellec

Lexer

ge-sellec adj. ib. zugesellt, verbunden. sô wontens an den sîten ein ander zallen zîten und wâren sô gesellic Engelh. 797, mit dat. Greg. Lu…

gesellecheit

Lexer

gesellec·heit

ge-sellec-heit , gesellekeit stf. BMZ freundschaftl. verhältnis von gesellen zu einander, zusammensein als genossen od. freunde Iw. Wolfr. T…

geselleclich

Lexer

gesellec·lich

ge-sellec-lich adj. ib. nach gesellen art, als gesellen Parz. Trist. Barl. W. v. Rh. 133, 36. Ls. 1. 146,706 ;

geselleclîche

Lexer

geselle·cliche

ge-sellec-lîche , ge-sellec-lîchen adv. ib. auf gesellschaftliche art, freundschaftlich, zur, in gesellschaft Parz. Trist. Nib. Er. 1519. Bü…

gesellekeit

BMZ

geselle·keit

gesellekeit stf. das zusammensein nach gesellen art, freundliches verbundensein. mir wære gesellekeit unkunt ich wüsste nicht, wie ich mich …

gesellelein

DWB

geselle·lein

gesellelein , n. , demin. zum vorigen, guter kamerad: (das knäblin Susanne zu Daniel ) du bist ein guotes gsellelin. Birck Susanna 1029 , sc…

gesellelôs

MWB

gesellelôs Adj. ‘allein, ohne Gefährten’ nû diuhte mich diu genendekeit / lobelîch unde grôz, / daz er âne wâfen blôz / und gesellelôs ze ve…

gesellelōs

KöblerMhd

geselle·lōs

gesellelōs , Adj. nhd. gesellenlos, allein seiend, ohne Gefährten seiend Q.: Er (um 1185) E.: s. geselle, lōs W.: s. nhd. gesellenlos, Adj.,…

gesellen

DWB

ges·ellen

gesellen , verb. zum gesellen machen, ahd. gisellan, mhd. gesellen, part. prät. auch ungewöhnlich mit rückumlaut: ( da ) sich z'in nû het ge…

gesellen,

FWB

1. ›sich jm. zugesellen, sich mit jm. (z. B. ehelich) verbinden, sich jm. anschließen; sich e. S. zuwenden, sich mit etw. verbinden, vereine…

Gesellenausschüsse

Meyers

Gesellenausschüsse sind die Ausschüsse, die nach § 95 und 103,1 der Deutschen Reichsgewerbeordnung von den bei Innungsmitgliedern beschäftig…

gesellenbau

DWB

gesellen·bau

gesellenbau , m. im bergbau eine zeche, die von weniger als acht theilhabern gemeinschaftlich gebaut wird Adelung, vgl. DWB geselle 7 und ge…

gesellenbier

DWB

gesellen·bier

gesellenbier , n. oder gemeinbier, ' zusammenkunft der bauern, da sie ein gewisses geld vertrinken ' Frisch 1, 344 c , juniorum rusticorum c…

gesellenbitten

DWB

gesellen·bitten

gesellenbitten , n. einladung der brautführer zur hochzeit, s. DWB geselle 13, k: im gesellenbitten ist das sträfflich, das man sich auff de…

gesellenbraten

DWB

gesellen·braten

gesellenbraten , m. bei den handwerkern ein schmaus oder ein geschenk, ' das ein junger, der noch nicht gesell und auch kein jung mehr ist, …

gesell als Zweitglied (30 von 179)

Ɉahrgesell

Campe

Der Ɉahrgesell , des — en, Mz. die — en . 1) Ein Gesell, welcher sich jahrweise bei einem Meister verdingt; zum Unterschiede von einem Woche…

Ɉunggesell

Campe

Der Ɉunggesell , des — en, Mz. die — en , den Worten nach ein junger Gesell , d. h. überhaupt eine unverheirathete männliche Person ohne Unt…

Alpgesell

DRW

alp·gesell

Alpgesell wie Alpgenosse gemainer alppgesellen und thaillgnossen 1458 VorarlbAgrU. 74 Peetz,VwStud. 296 Faksimile Schmeller² I 64 Faksimile

Altgesêll

Adelung

alt·gesell

Der Altgesêll , des -en, plur. die -en, bey den Handwerkern, derjenige Gesell, welcher bey einer Innung an einem Orte am längsten als Gesell…

Amtsgesell

MeckWB

amts·gesell

Wossidia Amtsgesell m. ein nur durch eine Bescheinigung des Amtes, nicht aber von der Zunft zum Gesellen erklärter Ziegler Ha.

Anführegesell

Campe

anfuhre·gesell

Der Anführegesell , des — en, Mz. die — en, bei den Buchdruckern, derjenige Gesell, der einem Lehrlinge den nöthigen Unterricht ertheilet; a…

Baukgesell

MeckWB

bauk·gesell

Wossidia Baukgesell m. Schriftführer in der Zimmermannsgesellschaft Monh. 6, 530.

berggesell

DWB

berg·gesell

berggesell , m. metallicus: regt an in dörfern und städten, und sonderlich die berggesellen mit anderer guter bursen. Luther 3, 153 ; ir lie…

Blockgesell

MeckWB

block·gesell

Wossidia Blockgesell m. der Schustergeselle, der die Stiefelschächte auf einem Brett zuschneidet Ha; der Geselle, der im Schlachterladen das…

borsgesell

DWB

bors·gesell

borsgesell , m. sodalis, wörtlich socius bursae, bursgesell contubernalis. Dasyp. 311 c . Maaler 83 b . s. DWB bursch : welches ist der teuf…

boszgesell

DWB

boszgesell , m. nauta, matrose, nnl. bootsgezel, engl. boatswain in diesen und einigen der folgenden gleichbedeutigen zusammensetzungen sche…

brustgesell

DWB

brust·gesell

brustgesell , m. socius pectoris. Fischart Garg. 72 a nennt die frau des mannes: brustgesell, wärmpfann, recht kürsensecklein. altn. ist bri…

Brutgesell

MeckWB

brut·gesell

Wossidia Brutgesell m. Brautführer Schw Schwerin@Plate Plate ; s. -deiner.

Buchdruckergesell

GWB

buchdrucker·gesell

Buchdruckergesell Bernhard Christoph Breitkopf [ ein Reformer der Typographie ] .. der als ein armer B. nach Leipzig gekommen war GWB 27,177…

Buckmakergesell

MeckWB

Wossidia Buckmakergesell m. Spottname des Schäferknechts Wo. Sa. ; statt Bucht-.

Büchsengesêll

Adelung

buechsen·gesell

Der Büchsengesêll , des -en, plur. die -en, bey einigen Handwerkern, 1) Gesellen welche weder Wochenlohn bekommen, noch stückweise bezahlet …

büttgesell

DWB

butt·gesell

büttgesell , m. arbeiter, der aus der bütte schöpft, bei den papiermachern, vgl. DWB büttarbeiter .

Bundsgesell

Campe

bund·s·gesell

✱ Der Bundsgesell , des — en, Mz. die — en, so viel als Bundsgenoß. Mit diesem Bundsgesellen, Verlach' ich Pein und Noth. Sim. Dach.

Buntmakergesell

MeckWB

buntmaker·gesell

Wossidia Buntmakergesell m. Eisen des Schuhmachers, mit dem Rillen an der Sohle, dem Rand und Absatz von Schuhen gemacht werden Gü Güstrow@B…

burschgesell

DWB

bursch·gesell

burschgesell , m. contubernalis, drückte, eh bursch männlich geworden war, dessen persönlichen begrif aus: bursgesell, oder schlecht geschri…

Ableitungen von gesell (6 von 6)

geselle

DWB

geselle , m. , verkürzt gesell, mhd. geselle, für gselle auch xelle ( Mone anz. 3, 207 . Öheim 68, 23 ) und xel ( Hug Villinger chron. 146 )…

Ungesell

Campe

✱ ✱ Der Ungesell , — en, Mz. — en , ein schlechter Gesell. »Huetet euch vor ungesellen ir werden edeln.« Manessen Minnes.

ungeselle

Lexer

un-geselle swm. BMZ böser geselle. hüet iuch vor ungesellen, ir werden edeln, die nâch êren streben. von ungesellen wirt der man vil dicke h…

vergesellen

DWB

vergesellen , verb. zu einer gemeinschaft vereinen; zusammensetzung mit dem einfachen gesellen, dessen bedeutung und construction dies selte…

vergesellung

DWB

vergesellung , f. : eine immer dauernde vergesellung aller in ihrer art berühmter und trefflicher menschen zu stiften. Dya Na Sore 4, 153.

zergeselle

Lexer

zer-geselle swm. BMZ zehrgenosse Oberl. 2097. Wolk. 2. 1,31. Kolm. 183,17.