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Sein

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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35 in 14 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Sein

Bd. 4, Sp. 394b
1. Sein, das zueignende Fürwort für die dritte Person, von welcher zwischen zweien die Rede ist, welches sowol in Verbindung mit einem Grundworte, als auch ohne ein solches gebraucht, und auf folgende Weise umgeendet wird: Einzahl. Mehrzahl. Erster Fall. Sein, seine, sein. Seine. Zweiter F. Seines, seiner, seines. Seinen Dritter F. Seinem, seiner, seinem. Seinen. Vierter F. Seinen, seine, sein. Seine. 1) I Verbindung mit einem Grundworte bezeichnet es etwas, was einer dritten Person gehört, mit ihr in Verbindung stehet, oder auch, was zu einem Dinge, von welchem man in der dritten Person spricht, gehört. Ein jeder hat seinen Kopf für sich. Er mit seiner Frau und seinen Kindern. Ein jeder sucht seinen Vortheil, sein Bestes. Man lasse ihm seinen Willen. Ein jeder gehe ruhig seinen Weg. Es ist sein freier Wille. Er hat sein Theil. Jedes Land hat seine Vorzüge, seine Sitten  Ein solches Unglück hat auch sein Gutes. Es hat seine Richtigkeit, wo das sein auf das unbestimmte es gehet, wofür, wenn anstatt es das Wort Sache gesetzt wird, ihre stehen muß: die Sache hat ihre Richtigkeit. Überflüssig und schleppend wird sein im gemeinen Leben oft dem zweiten Falle eines Grundwortes als Erklärung oder genauere Bestimmung beigefügt. Meines Bruders seine Frau, für, meines Bruders Frau. Und überträgt des Nächsten seine Schuld. Opiz. Besser fügt man zur Verstärkung und zum Nachdrucke dem sein das Wort eigen bei. Sein eigener Bruder. Sein eigenes Bewußtsein. Im O. D. sagte man dafür ehemahls sein selbst. »In sines selbes brusti.« Otfried. »Sin selbes meistertuom.« Kero. Seine Majestät, der König hat befohlen, wofür man auch sagt, des Königs Majestät. S. Iro. Gieb ihm sein Geld und laß ihn laufen, sowol, welches ihm gehört, als auch, welches ihm gebührt. »Hier wird er mit eben dem Herzen einen Dürftigen glücklich machen, der seinem Eigennutze dienen kann, womit er dort einen Glücklichen stürzt, der seiner Erhebung im Wege steht.« Dusch. Mit Halbe, Weg und Wille wird sein wie dein, mein  zusammengezogen, so daß das n in t übergehet und das ganze Wort nebenwörtliche Gestalt erhält. Seinethalben, welches aber ungewöhnlicher ist als seinetwegen und seinetwillen. Zuweilen auch getrennt, um seiner selbst willen. Oft hat sein mehr eine beziehliche Bedeutung und geht auf ein vorhergegangenes Grundwort der ersten oder dritten Gattung, wo man auch dessen, desselben sagt. »Sechs Jahre sollt du sein (des Fremdlings) Land besäen und seine (besser dessen oder desselben, wenn man es auf Land beziehet) Früchte einsammeln.« 2 Mos. 23, 10. Nichts vermag diesen Sieger in seinem Laufe aufzuhalten. I Fällen wo der Gebrauch des Wortes sein Mißverstand verursachen kann, muß derselbe vermieden werden. Er war unzufrieden damit, daß sein Freund sein Geld verspielt hatte, wo das zweite sein zwar richtig ist, es mag Geld, welches dem Unzufriedenen oder dem Freunde gehört, bezeichnen, wo man aber bestimmter und besser sagt: er war unzufrieden damit, daß sein Freund das Geld verspielt hatte, welches er von ihm empfangen oder in Verwahrung hatte, wenn vom Gelde die Rede ist, welches dem Unzufriedenen gehört. Der Bauer ging mit dem Herrn auf seinen Acker, wenn der Acker dem Bauer gehört, er ging mit dem Herrn auf dessen Acker, wenn angedeutet werden soll, daß der Acker dem Herren gehöre. Wo nicht von zwei Personen in der dritten Person gesprochen wird, fällt diese Unterscheidung weg. Ih ging mit dem Herrn auf seinen Acker. 2) Außer bestimmter Verbindung mit einem Grundworte, wo es meist unverändert sein lautet und wie ein Umstandwort gebraucht wird. Der Acker, die Wiese, das Gut ist sein. Die Kinder sind sein. Mehrere Häuser nennt er sein. Es ist sein und soll sein bleiben. Sein ist die Macht, das Reich. Nicht mehr sein sein, sein nicht mehr mächtig sein, sich nicht mehr beherrschen können. Doch auch im größten Schmerz noch sein. Gellert. Nicht selten wird es aber beziehlich gebraucht, in welchen Fällen es die Umendung bekömmt. Nicht mein Vater sondern seiner. Soll es eine von beiden Frauen treffen, so treffe es seine. »Eine Verurtheilung wie seine war.« Klopstock. »Des Lemnius seine.« Lessing. Ob man gleich diese Art des Gebrauches in der guten Schreibart lieber mit einer andern vertauschen wird, so ist sie doch nicht gerade ungut und nicht überfüllt; allein ungut ist es, sein auf diese Art nach einem zweiten Falle des Grundwortes zu setzen. Sein Aufwand übersteigt des Fürsten seinen, besser, den Aufwand des Fürsten oder den des Fürsten.
4487 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sein

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +8 Parallelbelege

    sein , seine s. sëgen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    seinst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    sein , st. V. Vw.: s. sēn (1) L.: Lü 342b (sein)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Sein

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    1. Sein , die zusammen gezogene zweyte Endung der persönlichen Fürwörter er und es, S. Adelung Seiner .

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    4sein

    Goethe-Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    4 sein frz: Inneres, Mitte; nur ‘au s. de la famille’ iSv im Schoße der Familie laß uns schwätzen, laß uns sitzen,|Erzäh…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Sein , lat. esse , das Vorhandensein schlechtweg, dann der Gegensatz zum Werden, insofern dieses noch zu keinem bestimmt…

  6. Spezial
    sein, enthalten v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +5 Parallelbelege

    sein , v , enthalten ~ содержаться , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sein

138 Bildungen · 80 Erstglied · 49 Zweitglied · 9 Ableitungen

sein‑ als Erstglied (30 von 80)

sein I

SHW

sein I Band 5, Spalte 973-974

sein II

SHW

sein II Band 5, Spalte 973-974

seinagaírns

KöblerGot

seinagaírns , Adj. (a) nhd. selbstsüchtig, eigensüchtig ne. self-loving, full of selfdesire, selfish ÜG.: gr. φίλαυτος; ÜE.: lat. seipsum am…

Seinbrief

DRW

sein·brief

Seinbrief, m. Vertrag zwischen Schiffer (I) und Admiralität über die Gewähr sicheren Geleits (I 7) für ein oder mehrere (Handels-)Schiffe; a…

seinclich

KöblerMhd

seinclich , Adj. Vw.: s. seniclich

seinclīche

KöblerMhd

seinclīche , Adv. Vw.: s. seniclīche

seineclīchen

KöblerMhd

seineclīchen , Adv. Vw.: s. samelīchen

Seine (das)

Wander

seine·das

Seine (das) 1. Das sein ist nit sein, er sparts eim andern. – Franck, II, 112 b ; Simrock, 9646. 2. Ein jeder findet das Seine schön. In Wes…

Seineet-Marne

Meyers

Seine-et-Marne (spr. ßǟn-e-marn'), Departement im nördlichen Frankreich, aus Teilen der Ile-de-France (Brie Française und Gâtinais), der Cha…

Seineet-Oise

Meyers

seine·e·toise

Seine-et-Oise (spr. ßǟn-e-ŭās'), Departement im nördlichen Frankreich, aus Teilen von Ile-de-France (Hurepoix, Mantais, Vexin Français) gebi…

Seinen (die)

Wander

seinen·die

Seinen (die) 1. Den Seinen gibt's Gott im Schlaf (schlafend). – Gaal, 1366; Braun, I, 3880; Dove, 533. Frz. : Les biens viennent en dormant …

seinenvōrt

KöblerMnd

seinenvōrt , M. nhd. Fischgrund für die Fischerei mit dem Schleppnetz E.: s. seine, vōrt (2) L.: MndHwb 3, 188 (seinenvōrt)

seinerei

DWB

seine·rei

seinerei , f. das sein ( esse ), scherzhafte bildung: ich bitt' euch, wozu ist man denn eigentlich? wozu braucht es denn eigentlich die sein…

seinerlei

DWB

seiner·lei

seinerlei , seiner art, gebildet wie deinerlei, meinerlei, s. diese oben theil 2, 912 und 6, 1935. in einer anwendung, die den genitivischen…

seinerseits

DWB

seiner·seits

seinerseits , adv. von seiner seite aus, gebildet wie meinerseits ( s. dies oben theil 6, 1935), deinerseits.

seineschip

KöblerMnd

seine·schip

seineschip , N. nhd. kleines schnell segelndes Transportschiff Hw.: s. seidenschip E.: s. seine, schip (2) L.: MndHwb 3, 188 (seineschip) So…

seinestheils

DWB

seine·s·theils

seinestheils , adv. quantum ad illum. Stieler 2269 und so heute allgemein, in getrennter schreibung seines theils. Kramer deutsch-ital. dict…

Seinestrom

GWB

seine·strom

Seinestrom [ mBez auf einen frz Edelmann, der sich im 9. Jh auf Sizilien niederließ ] Coucy! mit welchem Recht verpflanzt er sich|Vom Seine-…

seinethalb

DWB

seinethalb , adv. , dasselbe wie das folgende. vgl. meinethalb oben theil 6, 1935. mhd. begegnet adverbiales sînhalp in der bedeutung ' auf …

sein als Zweitglied (30 von 49)

Bewusstsein

RDWB1

Bewusstsein n (nicht immer "сознание") im Bewusstsein der Überlegenheit seiner Position fest. - с высоты своего положения идиом. im Bewußtse…

Ernährungsbewußtsein

RDWB1

Ernährungsbewußtsein n (Lakune) знание основ рационального питания

Problembewusstsein

RDWB1

Problembewusstsein n осознание проблемы, глубокое понимание проблем Mangel an Problembewusstsein - недостаточное понимание проблем(ы)

aftersein

DRW

after·sein

aftersein nd., nl. (t')achtersijn zurücksein I um etwas verlegen sein 1495 Stallaert I 5 Faksimile II jemandes bedürfen Schiller-Lübben I 8 …

almuotersein

Lexer

al-muoters-ein adj. und sy mit mir almuotersein Cod. Mind. 108 b .

ansein

DWB

ans·ein

ansein , gegenüber dem absein, adesse, adhaerere, nnl. aanzijn: der gehauene finger ist noch an, hängt noch an der haut; es ist kein fleisch…

aufsein

DWB

auf·sein

aufsein , nnl. opzijn, keine wahre zusammensetzung, sondern mit noch fühlbar loser partikel, hauptsächlich in folgenden lebendigen anwendung…

aushinsein

DRW

aushin·sein

aushinsein herauszugeben schuldig sein – die Freundschaft mit jemandem aufgeben SchweizId. II 1339 Faksimile

aussein

DWB

aus·sein

aussein , verhält sich wie absein, ansein, aufsein, und bedeutet 1 1) zu ende sein, finiri, sowol von sinnlichen, als abstracten dingen, das…

Dabeisein

Wander

dabei·sein

Dabeisein 1. Ich muss auch dabeisein, sagte der Dieb, der gehängt werden sollte, zum Volke, das nach dem Galgen lief. Holl. : Ik moet er meê…

Darumsein

Wander

darum·sein

Darumsein 1. He is darüm as Thôms (Thomas) üm den Hâmel. – Bützower Ruhestunden, V, 18; Schlingmann, 600. Das hab' ich verloren. 2. Nu is 'r…

dasein

DWB

das·ein

dasein , n. das subst. ist erst im 18 ten jahrh. aufgekommen: s. da 5. es heiszt zunächst die gegenwart, zeit meines daseins quamdiu adfui, …

Davorsein

Wander

davor·sein

Davorsein 1. Hat as 'r nü vöör, hat mut döör. – Johansen, 74. Er ist nun davor, es muss durch. 2. Wi sünt darvör, wi möt darder. – Schütze, …

Draufsein

Wander

drauf·sein

Draufsein Draufsein wie der Stess'l auf die Tauben. – Baumgarten, 91.

Drum sein

Wander

drum·sein

Drum sein Doa is 'r drüm, we Seebach üm de Klöte. – Schlingmann, 1291.

Eins sein

Wander

eins·sein

Eins sein 1. Sie sind eins wie die Finger an der Hand. 2. Sie sind eins wie Luther und Eck.

entsein

DWB

ent·sein

entsein , deesse, entstehen, ermangeln: so wolte sein f. g. aus undertheniger gegen die k. mt. tragender zuneigung irer k. mt. des nit entse…

Frommsein

Wander

fromm·sein

Frommsein Wo man viel vom Frommsein spricht, da suche nur den Frommen nicht! [Zusätze und Ergänzungen] 2. Frommseyn ist eine schwere Pein, d…

Grosssein

Wander

gross·sein

Grosssein Grosssein thut es nicht allein, sonst holte die Kuh den Hasen ein. – Lohrengel, I, 342.

hersein

DWB

hers·ein

hersein , verb. , vergl. her sein und her sp. 1000. 1002. 1003.

Herumsein

Campe

herum·sein

Х Herumsein , v. ntr . unregelm. ( s. Sein ) mit sein , um eine Sache befindlich sein, um einen Ort, um eine Sache bewegt sein, sich bewegt …

Heruntersein

Campe

herunter·sein

Х Heruntersein , — senden, — senken, — singen, s. Herunter , und Herabsein 

honec|sein

MWB

honec|sein stM. auch -saum ( BvgSp , vgl. noch DWB 4,2,1791). ungeläuterter Honig, ‘Honigseim’ 1 allg.2 bildl. und im Vergleich exemplarisch…

Ableitungen von sein (9 von 9)

entsein

DWB

entsein , deesse, entstehen, ermangeln: so wolte sein f. g. aus undertheniger gegen die k. mt. tragender zuneigung irer k. mt. des nit entse…

gesein

DWB

gesein , verb. , verstärktes sein ( s. d. ). I I. infinitiv, mhd. gesîn, in verbindung mit einem hilfszeitwort, s. ge sp. 1614, noch wettera…

geseine

BMZ

geseine swv. sich unstæte an sînem vast geseinet aufhält, säumt Tit. 14,52.

geseinen

Lexer

ge-seinen swv. s. gesëgenen.

unsein

DWB

unsein , n. ( nl. onzijn): Görres 5, 388 . —

ursein

DWB

ursein , n. (ur- C 4 c mit sein, n., 7), ' in der philosophie das göttliche seyn als der ewige grund alles zeitlichen seyns ' Krünitz 202, 3…

verseine

BMZ

verseine swv. des begunde ich mich verseinen (: deheinen) aufhalten, zögern, säumen krone 126. a.

verseinen

DWB

verseinen , verb. verzögern, versäumen; nur in älterer sprache, vgl. mhd. wb. 2, 2, 243 b . Lexer mhd. handwb. 3, 223 .