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Ohne

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
13 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Ohne

Bd. 3, Sp. 552a
Ohne, ein Wort, welches mit dem vierten Falle gefügt wird und 1) ein Nichtdasein, eine Abwesenheit, einen Mangel bezeichnet; in Gegensatz von mit. Ach, ohne dich kann ich nicht leben! Er glaubt ohne ihn könnte es nicht geschehen, d. h. wenn er nicht da wäre, nicht hülfe. Besonders mit Grundwörtern, die etwas Allgemeines oder eine ganze Gattung bezeichnen, wo das Deutewort wegbleibt. Sein Sie ohne Sorge. Er ist ohne Rettung verloren, er kann nicht gerettet werden. Ohne Rath und ohne Hülfe sein. Die Kinder ohne Aufsicht lassen. Ohne Umstände! machen Sie keine Umstände! Das ist ohne Fehler, ohne Tadel. Ohne Scham und Scheu reden. Ohne Hut und Stock gehen. »Ih habe ohne dein Wissen die Musik bestellt.« Gellert. Ohne Unterlaß arbeiten, so daß man nicht aufhöret, nicht inne hält. Ohne Ende, endlos, unendlich. Ohne Ansehen der Person, ohne Unterschied des Standes. Ohne Zweifel, so daß nicht daran zu zweifeln ist. Ohne Scherz, ohne Spaß, es ist kein Scherz, kein Spaß. Ohne Ruhm zu melden, ohne mich rühmen zu wollen. Vergl. Sonder. Nicht ohne dient oft etwas mit mehr Nachdruck und Wohlklang zu bejahen, für mit. Ih scheide von dir nicht ohne Besorgniß. Ih konnte es nicht ohne viele Mühe erlangen. Der Begriff des ohne wird durch Hinzufügung der Wörter alle und einige verstärkt. Ohne alle Gnade und Barmherzigkeit. Ohne allen Trost. Ohne einigen Verzug, ohne den geringsten Verzug, sogleich. Oft wird es auch als ein Bindewort gebraucht, wo gewöhnlich daß darauf oder das Aussagewort in der unbestimmten Form folgt. Er kam ohne daß er gerufen war, auch, ohne gerufen zu sein. Er besitzt es, ohne daß er es gebraucht, oder, ohne es zu gebrauchen. »Kannst du dich einen Engel nennen hören, ohne zu erröthen?« Dusch. Auch fängt man dann häufig die Rede damit an. Ohne ein Wort zu sagen, ging er davon. »Ohne mir einen Grund des Abscheues anzugeben, verwirfst du einen würdigen Mann.« Weiße. Х Ohne weiters, wofür man auch wol ohne ferners findet, ohne weitere Umstände , geradehin. Er wies ihn ohne weiters ab. Zuweilen schließt dies ohne eine Bedingung ein. Man kann ohne eine Sache zu verstehen, darüber nicht richtig urtheilen. »Der Freund kann nicht Freund sein, ohne sich mit mir zur Tugend zu vereinigen.« Gellert. 2) Eine Ausschließung. Zwanzig Männer und Frauen, ohne die Kinder. Man bat bloß die Ältern zur Hochzeit, ohne die Kinder. Wie auch, eine Ausschließung des Einflusses anderer Dinge.[] Ohne seine Frau darf er nichts thun, d. h. ohne ihr Wissen, ohne ihren Willen. »Sie werden die Pflichten der Menschlichkeit ohne mich wissen.« Gellert. »Er wird der verödeten Natur einen Glanz geben, den die blühende ohne ihn nicht hat.« Weiße. Es soll ohne dies geschehen, ohne daß dieses erst mitwirkt. »Mein Geliebter wird sich ohne dies noch nicht zur Ehe entschließen.« Gellert. Dafür sagt man auch ohnehin. Ohne dies hat zuweilen auch die Bedeutung von über dies. »Ih habe heute ohne dies eine angenehme Nachricht von Hofe erhalten.« Gellert. Oft bezeichnet ohne auch eine Ausnahme, außer, ausgenommen; eine veraltete Bedeutung. Das riethen ihm die Beßten, die er darunter fand, Ohne Hagen alleine; — — d. Nibelungen L. V. 5839. »Es war nichts in der Lade, ohne die zwei Tafeln.« »Ih war der letzte ohne einem (einen).« Meißner (R.). »Es ist kein Erbe ohne du und ich«, als du und ich, außer dir und mir. Ruth 4, 4. »Kein Gott ist ohne ich«, als ich, außer mir. Es. 45, 5. 3) † Es ist nicht ohne, es ist nicht ohne Grund, es ist nicht zu leugnen, es ist etwas daran, d. h. es ist wahr. »Ih ließ es nämlich schon lange in einer öffentlichen Redeübung feststellen, daß der äußere Anstand nicht ganz ohne sei«, daß wol etwas daran, daß er nicht überflüssig sei. I P. Richter. Es ist nicht ohn', wer recht thut wird gehaßt. Opiz. Da will ich euch dienen! Es ist nicht ganz ohne. Schiller. Nicht selten wird ohne in der zweiten Bedeutung mit dem dritten Falle gefügt, was aber unrichtig ist, wenn es auch in unsern bessern Schriftstellern vorkömmt und von einigen Sprachlehrern, als Hentschel und Aichinger gestattet wird. Der Herr schickt freie Ruh, Dem, den er liebt, ohn Ängsten zu. Opiz. »Sie zweifelt ohnedem sehr an der Aufrichtigkeit meiner Tugend.« Gellert. I O. D. wo dieses Wort auch an, ane lautet, ist es nicht ungewöhnlich dasselbe hinter das Grundwort, welches dann im zweiten Falle stehet, zu setzen. Des Königes kam er ohne, — — d. Nibelungen L. V. 2170, d. h. er kam ohne den König. »Valsches one.« Kristan von Hamle. I dem Ausdrucke Zweifels ohne kömmt dieser Gebrauch noch zuweilen vor. Eben daselbst bekömmt es in Verbindung mit andern Wörtern, besonders den Wörtern sein und werden noch die Bedeutung einer Beraubung, eines Verlustes. Alles Gute ohne — — d. Nibelungen L. V. 8729. d. h. alles Gutes entblößt, beraubt. Einer Sache ohne werden, sowol sie los werden, als auch sie verlieren. »Weil wir doch unser Lebelang der Sünden nicht gar ohne sind.« Luther. Seine Waaren ohne werden, sie los werden, absetzen. Diese Bedeutung findet auch in dem Worte † anwerden Statt, welches für los werden, anbringen gebraucht wird. * * Ohne thun, berauben. Mich hat der leidige Hagen meines Gutes ohne gethan. d. Nibelungen L. V. 5048. I O. D. werden mit ohne auch mehrere Wörter verschiedener Art zusammengesetzt, welche aber anderwärts wenig oder gar nicht gebräuchlich sind. Z. B. ohnermangeln, nicht ermangeln; ohnverhalten, nicht verhalten, verschweigen; ohngleich, ohndenklich, ohnentgeltlich, ohnverfänglich, ohnweigerlich, ohnmaßgeblich, ohnwissend, ohnerachtet  ohnfern, ohnlängst, ohnschwer  wofür meist dieselben Wörter mit un zusammengesetzt, wie ungleich, undenklich, unentgeltlich  gewöhnlich sind. Doch kann man, wenigstens nicht von allen diesen Wörtern behaupten, daß sie nur O. D. Form und besser mit den mit un zusammengesetzten zu vertauschen wären, denn mehrere mit ohn= und un=zusammengesetzte lassen sich dem Sinne nach unterscheiden. Ohnmacht z. B. zeigt eine Abwesenheit der Macht an in dem gegenwärtigen Augenblicke, Unmacht druckt aber einen gänzlichen Mangel der Kraft aus. Man [] geht ohnbeschwert, ohne Beschwerde, unbeschwert aber, wenn man gar nicht beschwert ist, gar nichts trägt. Es ist ohngefähr vier Meilen weit, ohne Gefahr kann man vier Meilen bis hin annehmen, eher mehr als weniger. Es sind ungefähr 8 Stück, gegen 8 Stück. Doch möchten dergleichen Unterschiede nur bei wenigen Zusammensetzungen dieser Art zu machen sein. S. Beiträge zur weitern Ausb. der Deutschen Spr. 3. St. S. 176 f.
6471 Zeichen · 144 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ohne

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ohne , eine Partikel, welche auf doppelte Art gebraucht wird. I. Als ein Vorwort, welches ein nicht Daseyn, einen Mangel…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ohne

    Goethe-Wörterbuch

    ohne auch ‘ohn(')’; in Bed 1 vereinzelt mit Gen od Dat ( GWB 36,243,10 ); öfter noch getrennt ‘o. das’, ‘o. dem’, ‘o. de…

  3. modern
    Dialekt
    ohne

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB o h ne [ûna Dü. ; ónə Str. Wörth Ndrbetschd. ; ónə, seltener óni, vor Vocalen ónən Z. Han. ; ônə Wh. ] …

  4. Sprichwörter
    Ohne

    Wander (Sprichwörter)

    Ohne 1. Es is nit gar on, was sagt herr iederman. – Franck, I, 144 b ; Petri, II, 274; Latendorf II, 9; Mayer, II, 174; …

  5. Spezial
    ohne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ohne I praep. 1 (nicht vorhanden) zënza: ein Dach ohne Kamin n tët zënza ciamin; ohne dich zënza te 2 (los, bar) zënza: …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ohne

365 Bildungen · 55 Erstglied · 310 Zweitglied · 0 Ableitungen

ohne‑ als Erstglied (30 von 55)

Ohnearsch

SHW

Ohne-arsch Band 4, Spalte 1073-1074

ohnegest

SHW

ohne-gest Band 4, Spalte 1073-1074

ohnehin

SHW

ohne-hin Band 4, Spalte 1073-1074

ohneweg

SHW

ohne-weg Band 4, Spalte 1073-1074

ohnebart

DWB

ohne·bart

ohnebart , m. der noch keinen bart hat: nicht mehr auch reden soll auf dem markt ein ohnebart. Voss Arist., die ritter 1374 .

Ohne Bericht

Meyers

ohne·bericht

Ohne Bericht , als Zusatz auf einem Wechsel, bedeutet, daß der Trassant (s. d.) dem Bezogenen die Ziehung eines Wechsels auf ihn und die daf…

Ohnebeuge

RhWB

ohne·beuge

Ohne-beuge ōnəbęi Simm-Laub f.: Spottn. für eine in einem Nachbardorfe wohnende Frau, die durch ihre übertrieben gerade Haltung auffällt, al…

ohne das

ElsWB

ohne·das

o h ne das [ónətàs Obhergh. ; ûnətàs Hlkr. ] Adv. ohnedies, ohnehin. s is t o. scho n tür gnue g Hlkr. s. o h ne dis.

ohnedes

GWB

ohne·des

ohnedes -ß GWB DjG 3 4,298,32 u GWB 9,506 ; ‘ohne dess’ GWB B50,11,22 ; ‘ohne deß’ GWB DjG 3 5,224,13 ; ‘ohne dessen’ GWB GB2 1 ,23,4 ; nur …

ohne dis

ElsWB

ohne·dis

o h ne dis Adv. ohnehin Str. ‘Mier sinn hyt, ohnediss, recht in der Kubbeley’ Pfm. V 8. s. o h ne das.

Ohnefleiss

Wander

ohne·fleiss

Ohnefleiss Hans onfleiss würt nimmer weiss. – Franck, II, 68 a ; Eiselein, 500; Simrock, 2517; Germberg, V, 323.

Ohnegedanken

RhWB

ohne·gedanken

Ohne-gedanken m.: 1. :njədaŋkə(n) Ahr, Sieg , Waldbr [in Saarl , Saarbr , Ottw , Nahe, Goar un-, on-, oŋ- mit der Vorsilbe un-] Pl. t.: en …

ohnegedankig

RhWB

ohne·gedankig

ohne-gedankig :njədaŋkĭχ Schleid-Hellenth , Ahrw , Rheinb , Eusk , Dür , Sieg [ -dęŋk- Rheinb-GrBüllesh MüEif (u. -a- ), Eusk-Zülp ] Adj., …

Ohnegenüge

GWB

ohne·genuege

Ohnegenüge ‘Kardinal O.’: sprechender Name in ‘Reineke Fuchs’ GWB 50,114 ReinF VIII 318 Martina Eicheldinger M.E.

Ohne Gewährleistung

Meyers

ohne·gewaehrleistung

Ohne Gewährleistung ( ohne Gewähr ), als Zusatz zu einem Indossament (s. d.), befreit nach § 14, 98, Z. 2, der deutschen Wechselordnung den …

ohnegleich

DWB

ohne·gleich

ohnegleich , adj. wie sondergleich ( Rückert Nal 4 81), nicht seines gleichen habend ( s. DWB ohne gleichen bei ohne II, 1, a ): neige, neig…

Ohnegleiche

GWB

ohne·gleiche

ohnegleichen Getrenntschr, auch ‘ohne Gleichen’ unvergleichlich, beispiellos [ Wanderer: ] Kannst du, schöne Pächtrin ohne gleichen,|..Labun…

ohnegleichen

LDWB2

ohne·gleichen

oh|ne|glei|chen adj. 1 zënza confrunt 2 (einzigartig) unich (-cs, -ca) 3 (unerhört) nia da confronté, nia da dí.

Ohnegott

Campe

ohne·gott

Х Der Ohnegott , — es, Mz . u. s. Campe Ohngötter .

Ohnegrund

GWB

ohne·grund

Ohnegrund ‘Herr O.’: sprechender Name in ‘Reineke Fuchs’, wohl mBez auf die Habgier seines Trägers; einmal in einer Aufzählung (als korrupt …

Ohnehaupt

Campe

ohne·haupt

Х Das Ohnehaupt , — es, Mz. — e , etwas das kein Haupt hat; eigentlich und uneigentlich. Stieler.

ohnehiht

AWB

ohnehiht Gl 1,404,56 s. kneht.

ohnehin

DWB

ohne·hin

ohnehin , adv. erst im 18. jahrh. nach analogie von mithin gebildet, ohne hinzutritt von etwas, an und für sich, ohnedies: wo ihm ohnehin al…

ohnehose

DWB

ohne·hose

ohnehose , m. übersetzung des franz. sansculotte ( s. Campe fremdwb. 544 b ), gewöhnlich im plural Heynatz 2, 312 : die verwandten meiner am…

Ohnehosen

GWB

ohne·hosen

Ohnehosen leicht abschätzig für Angehörige der frz Revolutionsarmee; als Lehnübs von frz: sansculottes [ Gefallene auf dem Schlachtfeld bei …

ohne als Zweitglied (30 von 310)

Ɉagdfrohne

Campe

Die Ɉagdfrohne , Mz. die — n , Frohnen oder Frohndienste, welche die Unterthanen dem Herrn bei Jagden leisten müssen; Jagddienste .

Adlerbohne

Campe

adler·bohne

Die Adlerbohne , Mz. die — n, eine Art Schminkbohnen, auf welchen eine adler=ähnliche Zeichnung befindlich ist.

afterdrohne

DWB

after·drohne

afterdrohne , m. fucus spurius, in kalten frühjahren findet man in den bienenstöcken unvollkommne drohnen.

Aprilbohne

RhWB

april·bohne

April-bohne prel- Kemp , Heinsb f.: B., im A. gepflanzt und am ersten auf den Markt gebracht.

baufrohne

DWB

bauf·rohne

baufrohne , f. opera vecturae serva ad aedificationem, baudienste: ich hatte nur die erste hälfte eines plans ausgebaut, die risse und hauma…

Baumbohne

Adelung

baum·bohne

Die Baumbohne , plur. die -n, ein Nahme, der verschiedenen Gewächsen und ihren Früchten gegeben wird, die den Samen wie die Bohnen in Schote…

Bittfrohne

Campe

bitt·frohne

Die Bittfrohne , Mz. die — n, eine Frohne, zu der man nicht aus Zwang verpflichtet ist, sondern die man auf Bitte, aus Gefälligkeit thut.

Blumenbohne

PfWB

blumen·bohne

Blumen-bohne f. : 1. Bohnensorte. a. 'Feuerbohne (Phaseolus multiflorus)', Pl. -bahne [ KU-Bedb PS-Fischb FR-Tiefth LU-Friesh NW-Kallstdt LA…

bocksbohne

DWB

bocks·bohne

bocksbohne , f. menianthes trifoliata: aber dafür soll er pflanzen ... geiszbart, bocksbonen, seugras. bienenk. 242 a .

Böckserbohne

PfWB

boeckser·bohne

Böckser-bohne f. : ' verdorbene Kaffeebohne '. De Kaffee beckst, do muß e Beckserbohn debei gewest seiⁿ [ BZ-Dernb ].

Bollbohne

RhWB

boll·bohne

Boll-bohne Neuw-StKatharinen f.: Feuerbohne, phaseol. multiflorus.

brechbohne

DWB

brech·bohne

brechbohne , f. phaseolus vulgaris, weil die schote sich leicht zerbrechen läszt.

bufbohne

DWB

buf·bohne

bufbohne , f. vicia faba, von der schwellenden gestalt: ich will mein ganzes vermögen gegen eine pufbohne setzen. Wieland 13, 8 ; unter bohn…