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Bein

an. bis spez. · 30 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
37 in 30 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Bein

Bd. 2, Sp. 573
Bein, ursprünglich soviel wie Knochen (daher noch die Ausdrücke Beinhaus, Nasenbein, Elfenbein u. a.), dann die zum Gehen und Laufen dienenden Gliedmaßen der Tiere, speziell beim Menschen die hintern. Bei den Wirbeltieren sind die hintern Gliedmaßen mittels des Beckengürtels am Rumpfe befestigt; im großen und ganzen sind ihre Knochen eine Wiederholung derjenigen des Armes und bilden sich gleich diesen zurück oder verschmelzen miteinander. Dies gilt besonders für das Vogelbein, an dem ganz bedeutende Reduktionen und Verschmelzungen der Knochen eintreten; wichtig ist hier der starke Mittelfuß- (Lauf-)knochen; auch bei den Säugetieren, besonders bei den Einhufern, finden am Unterschenkel starke Reduktionen statt (s. die einzelnen Gruppen der Wirbeltiere). Am B. des Menschen (s. Tafel »Skelett I«) bildet die Grundlage des Oberschenkels (femur) ein Röhrenknochen, der zugleich der längste Knochen des Körpers ist. Sein oberes umgebogenes Ende trägt einen kugelförmigen Gelenkkopf, der in die einer halben Hohlkugel entsprechende Pfanne des Beckenknochens eingesenkt ist und mit dieser zusammen das Hüftgelenk (s. Hüfte) bildet; das untere Gelenkende tritt mit dem breiten obern Ende des Schienbeins zum Kniegelenk (s. Knie) zusammen. Der Unterschenkel (crus) besitzt zwei Knochen: das stärkere Schienbein (tibia) und das viel dünnere Wadenbein (fibula). Das obere Ende des letztern ist unbeweglich mit dem entsprechenden Ende des Schienbeins verbunden, beteiligt sich aber nicht an der Bildung des Kniegelenks. Dagegen steht der Fuß (s. d.) mit beiden Röhrenknochen des Unterschenkels in Gelenkverbindung, indem der oberste Fußwurzelknochen, das Sprungbein (talus, astragalus, s. Fuß), von den fest verbundenen untern Enden (den Knöcheln, s. d.) des Schien- und Wadenbeins wie von einer Gabel umfaßt und durch viele Bänder (s. Tafel »Bänder I«, Fig. 1–3, Taf. II, Fig. 2–6) in dieser Lage gesichert wird. Die mächtigen Muskeln (s. Tafel »Muskeln«, Fig 1 u. 2) zur Bewegung des Beines als eines Ganzen kommen gleich den zur Streckung oder Beugung des Unterschenkels im Kniegelenk bestimmten vom Becken her. Die Muskeln am Unterschenkel bewegen den Fuß; zum Teil bilden sie die Wade und vereinigen sich zu der gemeinschaftlichen, sehr starken Achillessehne (s. d.), die sich an den Höcker des Fersenbeins ansetzt. Tieferliegende Muskeln der Vorder- und Hinterseite dienen zur Bewegung der Zehen. Die Pulsadern (s. Tafel »Blutgefäße«, Fig. 5) des Beines stammen fast sämtlich aus der großen Schenkelschlagader (arteria femoralis), die durch den Leistenkanal aus der Bauchhöhle hervortritt und sich in der Kniekehle in die vordere und hintere Schienenarterie teilt. Die Nerven (s. Tafel »Nerven II«, Fig. 5) des Beines treten in zwei Stämmen (Schenkel- und Hüftnerv) vom Becken aus an das B. heran. Verkrümmungen der Beine entstehen durch Krümmung der Ober- oder Unterschenkelknochen (schiefe Heilung von Knochenbrüchen, Rachitis, Knochenerweichung), besonders aber durch winkelige Stellungen beider Knochen zueinander. Bei schiefer Heilung eines Bruches ist immer eine erhebliche Verkürzung des Beines vorhanden, die auch durch nochmaliges Brechen des Knochens oder keilförmige Ausmeißelung (Osteotomie) an dem Winkel und Geraderichtung nicht völlig beseitigt wird. Die nach Rachitis zurückbleibenden Verkrümmungen heilen im späteren Alter häufig von selbst, können auch durch zweckmäßige Maschinen sehr gebessert werden. Durch winkelige Stellung der Ober- und Unterschenkelknochen im Kniegelenk entstehen, je nachdem der Winkel nach außen oder innen offen ist, X-B eine (Bäckerbeine) oder O-B eine (Säbelbeine). Die erste Form entsteht häufig bei den Bäckern, die in gebückter Stellung schwere Schieber halten müssen, dabei die Kniee fest zusammenpressen, während sie die Füße zum festern Stehen soweit wie möglich voneinander entfernt stellen. Säbelbeine entstehen häufig bei alten Kavalleristen. Im jugendlichen Alter werden solche Anomalien durch orthopädische Maschinen korrigiert; im spätern Alter erzielt man durch Operationen teilweise Heilungen.
4084 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    beinst. N. (a)

    Köbler An. Wörterbuch

    bein , st. N. (a) nhd. Bein, Knochen, Oberschenkel E.: germ. *baina-, *bainaz, st. M. (a), Knochen, Bein; s. idg. *bʰeiə…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    beinst. n.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    bein st. n. , mhd. nhd. bein; as. bên, mnd. bê i n, mnl. been; afries. ben; ae. bán; an. bein. — Graff III, 127 f. pein:…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BEINstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    BEIN stn. — ein plur. diu beine Nith. 13,5 gehört einem sing. daʒ beine an. ahd. bein und ahd. beini , die letzte form b…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    beinN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    bein , N. Vw.: s. bēn (1)

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bein

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    Das Bein , des -es, plur. die -e, Diminutivum das Beinchen, im Oberdeutschen das Beinlein. 1. Der Röhrknochen in dem Fuß…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bein

    Goethe-Wörterbuch

    Bein A 1 Körperteil von Mensch u menschl Vorgestelltem (von mythol Wesen sowie von Personifizierungen), auch vom Tier a …

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Bein , so nennt man gewöhnlich die zur Fortbewegung dienenden Gliedmassen der Thiere und des Menschen, häufig auch gleic…

  8. modern
    Dialekt
    Bein

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Bein Band 2, Spalte 2,118–124

  9. Sprichwörter
    Bein

    Wander (Sprichwörter)

    Bein 1. An Beinern ist gut Fleisch nagen. – Kirchhofer, 253. 2. An einem Bein nagen muss man nicht mehr. – Kirchhofer, 1…

  10. Spezial
    Bein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bein n. (-[e]s,-e) 1 ‹anat› (in Bezug auf Menschen) iama (iames) f. 2 (Knochen) os (osc) m. 3 (in Bezug auf Tiere) iama …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bein

790 Bildungen · 435 Erstglied · 346 Zweitglied · 9 Ableitungen

Ableitung von bein

be- + in

bein leitet sich vom Lemma in ab mit Präfix be-.

bein‑ als Erstglied (30 von 435)

Bein(d)ler

Idiotikon

Bein(d)ler Band 4, Spalte 1307 Bein(d)ler 4,1307

bein(e)leⁿ

Idiotikon

bein(e)leⁿ Band 4, Spalte 1305 bein(e)leⁿ 4,1305

Beinbrech

SHW

Bein-brech Band 1, Spalte 669-670

Beinbruch

SHW

Bein-bruch Band 1, Spalte 669-670

beinern

SHW

bein-ern Band 1, Spalte 669-670

Beinert

SHW

Bein-ert Band 1, Spalte 669-670

Beingelenk

SHW

Bein-gelenk Band 1, Spalte 669-670

Beinhafen

SHW

Bein-hafen Band 1, Spalte 669-670

Beinhaus

SHW

Bein-haus Band 1, Spalte 669-670

Beinkehle

SHW

Bein-kehle Band 1, Spalte 669-670

Beinmuskel

SHW

Bein-muskel Band 1, Spalte 669-670

Beinpisser

SHW

Bein-pisser Band 1, Spalte 669-670

Beinstelze

SHW

Bein-stelze Band 1, Spalte 669-670

beinach

DWB

bein·ach

beinach , adv. fere, prope, Maaler 67 c schreibt beinoch, Dasypodius 196 a setzt zu prope 'bei oder nach', und jede dieser partikeln, nach f…

beinach

FWB

1. gibt mit folgender indefiniter oder definiter Zahlangabe das Maß an, das annähernd erreicht wird: ›annähernd, fast, beinahe; ungefähr‹.; …

Beinader

Campe

bein·ader

Die Beinader , Mz. die — n, die Adern, welche sich in die Beine verbreiten.

beinähig

DWB

beinähig , prope stans, Paracelsus schreibt beineiig: dann wo solche viehpropheten auferstehn, da ist der teufel beineiig, er wart darauf, f…

bein als Zweitglied (30 von 346)

Eisbein

RDWB1

Eisbein n отварная свиная нога (не имеет отношения к слову "лёд")

Gebein

RDWB1

Gebein n (Lakune) скелет, кости, останки

Kinderbein

RDWB1

Kinderbein n von Kinderbeinen an idiom. - с младенчества, с детства, с детских лет, с младых ногтей идиом.

Raubein

RDWB1

Raubein n umg. (Lakune, kein Bezug zu "нога") неотёсанный, грубоватый, но не злой человек

Schienbein

RDWB1

Schienbein n j-n vor das ~ treten idiom. - пнуть кого-л. перен. ; напомнить кому-л. о чём-л.

Standbein

RDWB1

Standbein n übertr. составляющая, составная часть, раздел Die Organisation hat zwei ~e: das eine ist ihre Miliz, das andere ihr soziales und…

Tanzbein

RDWB1

Tanzbein n das Tanzbein schwingen idiom. - отплясывать

ahsalbein

AWB

ahsalbein st. n. , mhd. ahselbein, nhd. achselbein. — Graff 3,128. ahsal-pain ( Pa ), -pein ( K Ra ): nom. sg. Gl 1,136,40. Schulterknochen:…

ahselbein

Lexer

ahsel·bein

ahsel-bein stn. BMZ schulterknochen, schulter Er. Trist. ( Trist. H. 1230 ) Lieht. 187,15. Helmbr. 409. Albr. 29,68. Diut. 2,90. Msh. 3,200 …

apfelbein

DWB

apfel·bein

apfelbein , n. os malae, genae, backenbein, wangenbein scheint auf gelehrtem wege nach dem lat. ausdruck in der meinung gebildet, dasz mala …

Babenbein

MeckWBN

baben·bein

Wossidia Babenbein m. Oberschenkel Sta Stargard@Warlin Warl .

backenbein

DWB

backen·bein

backenbein , n. os zygomaticum, os malae, der rundliche knochen in den backen. s. apfelbein : so drück ich dir aufs backenbein hübsch frisch…

bankbein

DWB

bank·bein

bankbein , n. pes scamni: paukte mit einem bankbein hinten nach. Weise erzn. 295 ; ich hätte ein bankbein ausgetreten, wann sonst kein steck…

barbein

DWB

bar·bein

barbein , nudipes, altn. berbeinn, schw. barbent, dän. barbenet. das gold im feur lauter und parbein machen, parbein gold. Mathesius conc. 4…

brustbein

DWB

brust·bein

brustbein , n. os pectorale, nnl. borstbeen: was vor ein kalter flusz das brustbein aufgetrieben und wo die mutter ihm im halse stecken blie…

buocbein

Lexer

buoc·bein

buoc-bein stm. BMZ das vorderblatt am hirsche Trist.

Bībein

Idiotikon

Bībein Band 4, Spalte 1302 Bībein 4,1302

dachsbein

DWB

dachs·bein

dachsbein , n. man sagt von einem krummbeinigen er hat dachsbeine, er ist dachsbeinig, der dachsbeinige Flex J. Paul Katzenb. 1, 47 .

darmbein

DWB

darm·bein

darmbein , n. so in dem menschen os ilium, das darm- oder weichbein genennet wird Uffenbach Roszbuch 1, 134 . s. darmknochen .

Ableitungen von bein (9 von 9)

beine

BMZ

beine swv. brauche einen knochen als wahtelbein.

entbeinen

PfWB

ent-beinen schw. : ' Fleisch von Knochen freilegen ', entbeine [ ZW-Battw ]; dafür besser ausbeinen.

erbeine

BMZ

erbeine swv. locke mit dem wahtelbeine in das garn. in korne wart ein kündic wahtel nie sô sanfte erbeinet MS. 2,206. b.

erbeinen

Lexer

er-beinen swv. BMZ mit dem wachtelbein ins garn locken Ms.

erbeinung

DWB

erbeinung , f. was erbeinigung: der churfürst empfieng sein lehen, trat in erbeinung mit Östreich und billigte die succession. Ranke reform.…

gebein

DWB

gebein , n. die beine, d. h. knochen als ganzes. 1 1) die form. 1@a a) mhd. gebeine, ahd. gibeini Graff 3, 130 , daneben auch ohne gi-, weni…

gebeine

Lexer

ge-beine stn. BMZ md. auch md. gebeinde ( Pass. gebeinte Hans 838. 2406 ), gebeinze (gebênze Karlm. 448,28 ) s. Germ. 10,395 : gebein, knoch…

gebeinen

KöblerMhd

gebeinen , sw. V. nhd. „gebeinen“ Q.: Kochbuch (2. Hälfte 15. Jh.) E.: s. ge, bein W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (gebeinen)

verbeinen

DWB

verbeinen , verb. , mhd. verbeinen. 1 1) intransitiv, zu bein, knochen werden, dann in übertragener bedeutung ' verhärten ' ( vergl. verknöc…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „bein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/bein/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „bein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/bein/meyers. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „bein". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/bein/meyers.
BibTeX
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