lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

verbeinen

mhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
2
Verweise raus
7

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verbeinen verb.

Bd. 25, Sp. 99
verbeinen, verb. , mhd. verbeinen. 11) intransitiv, zu bein, knochen werden, dann in übertragener bedeutung 'verhärten' (vergl. verknöchern), besonders das part. praet. verbeint, verhärtet, unempfindlich. physisch: er läszt ihn erbärmlich schlagen, nichts geht ein, so dasz man meint, St. Christophus sei verbeint. Bucher bei Schm. 1, 245 Fromm. auf gemütszustände übertragen: sind (wir) darinn also verhertet und verbaint. Fronsperger kriegsb. (1578) 1, 135b; du wirst wenig finden, welche ein so verbeintes gemüth tragen, dasz sie nicht unterweilen ... die innersten gedancken des gemüts ... reveliren. Schuppius 763. verbeint, auf etwas erpicht; der bedeutungsübergang ist 'hart geworden', also unbiegsam, nicht wend- und drehbar, vgl. sich auf etwas versteifen: die königin war auff jn verbeint, er wust nit, wie sie es damit meint. Ambr. liederb. nr. 226, 32; weitere belege bei Schm. 1, 245 Fromm. aus der bedeutung verhärten, hart werden entwickelt sich die bedeutung moralisch schlecht sein, das part. praet. etwa 'hartherzig'. in dieser bedeutung als beschimpfende fluchformel mitunter benutzt (verwünscht, verdammt): sobaldt die geroltzeckischen verbainten reuter das verfiengen, schlugen sie gleich ein hacken und wolten sich gleich in der feindt vortheil nit bewegen lassen. Zimmer. chron. 1, 266. so noch vielfach in den heutigen mundarten vorkömmlich, vgl. Schm. 1, 245 Fromm. Schöpf 26. Frommann 4, 482. 22) transitiv, mit knochen versehen, besonders durch eingelegte arbeit von bein verzieren Maaler 414: er hat ein burszbuchsen (pirschbüchse), so hübsch und verbaint gewesen, zu schencken verhaiszen. Frankf. arch. (Frankfurt) 1556; man sagt, dasz Phöbus hat gemacht vor alten zeiten ein mächtiges altar, verbeint an allen seiten mit hörnern, die ihm hat die schwester zugestellt. Opitz 1, 430.
1837 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verbeinenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ver-beinen swv. verwünschen, verfluchen. die verbainten reuter Zimr. chr. 1. 266,4. vgl. Schm. Fr. 1,244 f. Kwb. 14. Sch…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verbeinenv., ntr, trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Verbeinen , v. I) ntr . mit sein , zu Bein, zu Knochen werden. ≠ Uneigentlich nennt man im Österreichischen einen verbei…

  3. modern
    Dialekt
    verbeinen

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    verbeinen Band 2, Spalte 2,146f.

  4. Sprichwörter
    Verbeinen

    Wander (Sprichwörter)

    Verbeinen Verbaint vnd wol geniet sein. – Franck, I, 161 b . Verbeinen heisst eigentlich zu Bein, zu Knochen werden. Une…

Verweisungsnetz

14 Knoten, 8 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 7 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verbeinen

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verbeinen

ver- + beinen

verbeinen leitet sich vom Lemma beinen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verbeinen 2 Komponenten

verb+einen

verbeinen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verbeinen als Zweitglied (1 von 1)

ȫverbêⁱnen

MNWB

oever·beinen

° ȫverbêⁱnen , ōver- (aver-) , swv. : das Sattelgerüst (Sattelbaum) mit weichgeklopften Pferdesehnen bespannen bevor dieses mit Leder bezoge…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verbeinen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verbeinen/dwb?formid=V00445
MLA
Cotta, Marcel. „verbeinen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verbeinen/dwb?formid=V00445. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verbeinen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verbeinen/dwb?formid=V00445.
BibTeX
@misc{lautwandel_verbeinen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„verbeinen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/verbeinen/dwb?formid=V00445},
  urldate      = {2026-05-13},
}