Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
BEIN stn.
1. der knochen, im gegensatze von fleisch und andern weichern theilen des körpers. ein schütze in in den arm schôʒ.. dô steckte daʒ îsen in dem bein En. 11669. daʒ aʒ der lewe unz an diu bein Iw. 148. fleisch unde bein Parz. 469,26. diu zunge hât nehein bein, und brichet bein unde stein Vrid. 164,17. ûʒ rûhem swarzen beine wart nie guot würfel spil MS. 2,238. b. — auch die zähne heißen im mhd. bein: von snêwîʒem beine nâhe bî einander, kleine, sus stuonden ir die liehten zene barz. 130,11. — von kindes beine MS. 1,192. b. beitr. 33. woraus sich sogar ein adverbiales von kindes beines bildete, Reinfr. 41. b. — ze herzen und ze beine gên tiefen eindruck machen. daʒ gie Morolde kleine ze herzen ode ze beine: er was vil unerkomen dâ von Trist. 6486. daʒ gienc dem jungelinge ze herzen und ze beine troj. 47. c. sô gât mîn leit ze beine MS. H. 3,468. p. b. daʒ gienc der frouwen lîbe ze herzen und ze beine a. w. 3,95. vgl. das jetzige 'durch mark und bein'. der gruoʒ der engels wart ze beine und in daʒ vleisch verwandelt g. sm. 1283. — ob ir lieget deme diuvele an daʒ bein Roth. 32. b. hierher gehört, oder zu bein 2., weiß ich nicht: auf alle fälle bedeutet es eine unverschämte lüge. — auch eine große fischgräte heißt, so wie im engl. bone, so wie mhd. bein. in die kelen im dar abe quam von geschihte ein starkeʒ bein Silv. 399. ersticken unde erworgen begunde er von dem beine das. 409.
2. das bein, der schenkel von der hüfte bis zum fuße. heiʒ in rüeren diu bein Iw. 86. diu arme unt diu bein Iw. 245. Cinschor wart mit küneges henden zwischen'n beinn gemachet sleht (zeim kapûn gemachet) Parz. 657,8. 21. wie gênt im sô gelîche enein diu sînen keiserlîchen bein Trist. 708. 6543. ich saʒ ûf einem steine: dô dahte ich bein mit beine Walth. 8,5. swaʒ bein zer erde biuget das. 8,33. erlamen müeʒen im diu bein, als ers zem râte biege das. 28,23. nu krümbe dîn bein das. 82, 23. vgl. Lachmann s. 198. dienst und eigenlîche site wil ich iemer halten. gein in man sach in valten aber hende unde bein (als zeichen der huldigung; vgl. RA. 139) Reinfr. 75. b. — ze beine binden für unbedeutend halten: daʒ ich den kumber dankes hân gebunden zuo dem beine, für den ich listes niht enkan büchl. 1,1743. mîn leit bant ich ze beine Walth. 101,31. die rede ze beine niht enbint MS. 2, 259 a. (Winsbekin 21,7). ein bœseʒ herze wartet ob eʒ iht vinde daʒ eʒ ze beine binde und mit worten viule grundr. 265. daʒ strîchen se an ir bein (so zu bessern) daʒ si dar an gewinnent Ls. 2,630. — ze beine liegen unverschämt lügen. s. oben 1.