Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Eisbein n.
Eisbein n.
Eisbein n. gepökeltes und gekochtes Schweinebein mit dem daransitzenden Fleisch, nordd. Bezeichnung für md. Schweineknochen, bair. Schweinshachsen, pfälz. Eisknochen. Aus Röhrenknochen werden in germ. Zeit, in Skandinavien auch später, Schlittschuhkufen hergestellt; entsprechend schwed. (mundartlich) isläggor (Plur.) ‘Schlittschuhe’, norw. islegg (anord. leggr ‘Röhrenknochen’). Eisbein ist daher ursprünglich der für die Herstellung von Schlittschuhkufen verwendbare Röhren- oder Schienbeinknochen größerer Tiere (vgl. in: Wörter u. Sachen 6 (1914/15) 51 f.). In der Bedeutung ‘Gericht aus Schweinebein’ (s. Bein im Sinne von ‘Knochen’) erst im 19. Jh. auftretend. Das Wort ist möglicherweise früh von lat. ischia (Plur.) ‘Hüftgelenke’ (vgl. auch osischium), griech. ischía (ἰσχία) beeinflußt (s. Ischias), denn ahd. īsbein (Hs. 13. Jh.), asächs. īsbēn (10. Jh.), mnd. īsbēn, mnl. īsebeen, nl. ijsbeen (auch ischbeen) bezeichnen unterschiedliche Knochen und Körperteile, das Hüft-, Scham-, Steißbein und auch den Oberschenkel(knochen). Nhd. seit dem 15./16. Jh. und bis ins 19. Jh. vorwiegend in der Bedeutung ‘Hüftknochen’ verwendet. Henisch (1616) erläutert Eißbein von einem Rind durch ‘os femoris cum medulla’, also ‘Oberschenkelknochen’. Jägersprachlich bis in die Gegenwart Bezeichnung des sogenannten Schlosses, der Beckenknochen, beim Hochwild.