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pricken

mhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
13 in 12 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
17
Verweise raus
16

Eintrag · Rheinisches Wb.

pricken

Bd. 6, Sp. 1106
pricken das Zeitw., nd. pricken, ags. priccian entsprechend, ist geschlossen verbr. im LRip n. einschl. Ahrw, Eusk, Monsch u. weiterhin geschlossen in Eup, Geilk, Heinsb, Erk, Grevbr, vereinzelt MGladb-Giesenk, Kemp-Ödt SHubert, Mörs-Binsf Orsoy Stdt; in bes. Bed. Kref-Stdt, Sol, Altk, Siegld; u. zwar -e-, sehr selten -i- [-ē:- Grevbr hier u. da; -ø- Eusk hier u. da; bre- Bergh-Grottenherten] schw.: 1. selten in ursprüngl. Bed. a. mit der Nadel stechen; de Schnider preck ne ganze Dag Bergh-Blatzh 1880; in Leder Löcher vorschlagen, zum Pinnen, Nähen Sol 1870. — b. et prickt ich empfinde stechenden Schmerz Kref-Stdt; dem pröck de Wellmot (Übermut) ihn sticht der Hafer Eusk-Lechenich; preck en anne Kount (Kante)! abschl. Antw. Eup-Stdt. — 2. übertr. a. nach einem nahen Ziel im Bogen etwas hinwerfen, etwas unsanft auf den Boden werfen (jet hin-, dar-, fortpr.); einem etwas zuwerfen, dass er es mit den Händen auffangen kann, u. daher etwas auffangen, schnappen; he preck en enem ronde Boge; wenn de dat noch ens säs, dann pr. ich dich en de Bach (op de Erd); jet en de Gribbele pr. zum Aufraffen etwa unter die Kinder werfen Allg.; et Strühmannspr. zu Fastnacht den Lazarus (s. d.) in die Höhe werfen u. wieder auffangen Jül; dat afgestouche Ferke en en Bütt pr. Jül. RA.: Sten es St., sei den Düwel, as sin Grotmoder met Kerss-sten (Kirschstein) preckte; drom schmet hei er en Tichelsten tegen den Kopp Mörs-Orsoy. — Im bes. α. (Ball) pr. Ball werfen u. schnappen, etwa den B. hoch gegen eine Mauer werfen u. wieder schnappen; lang (s. d.) pr.; Ecke pr. Allg.; Schöll (Schule) pr. Jül. — β. mit den Gelenkknöchelchen im Fangsteinsp. spielen Rheinb, Eusk, Dür, Jül, Aach-Ld, Geilk (hierhin, nicht zu bricken). — γ. Klicker werfen, etwa gegen eine Wand, dass sie zurückschnellen (Murpr.); met Fränkef pr. stucken (s. d.; en't Külche pr.); Küppke pr. Grevbr, MGladb-Giesenk, Dür, Jül, Aach. — δ. Gess (Geiss) pr. nach einem dreibeinigen Holzgestell mit einem Stock werfen Aach-Eschw. — b. sich pr., sich auffangen; ich wür bau (bald) gefalle, ävver ich precket mich noch grad (an enen Hoch (Haken)) Aach, Selfk. — c. rütteln, z. B. an einer festgeklemmten Stange, in der Bergmspr. Altk, Siegld. — d. einen pr., necken Siegld-Obersd 1840. — e. einen Ball pr., mit Kordeln umschnüren Köln-Stdt. — f. auf fremdem Eigentum weiden lassen Malm-Weywertz. — Abl.: die Preckerei, dat Geprecks.
2438 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    prickenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    pricken swv. ib. dasselbe. bricken Dfg. 553 a , n. gl. 348 b . pricken Jer. altn. nd. prik nhd. stich, sticheisen s. Wei…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    prickensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    pricken , sw. V. nhd. stechen, stacheln, tasten, sticken, durch Stiche verwunden, antreiben, erregen, anregen, abklauben…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Prickenv., trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Pricken , v. trs . s. Prickeln .

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pricken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pricken , junge Baumstämmchen, Stangen etc., die in flachen Gewässern, z. B. am Rande von Watten, in den Grund gesteckt …

  5. modern
    Dialekt
    pricken

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    pricken pflocken, durch einen Pflock ein Mal setzen: dat Mal würd prickt Reut. 1, 360; etwas durch Pflöcke feststecken: …

  6. Sprichwörter
    Pricken

    Wander (Sprichwörter)

    Pricken 1. Doa will'n wi (wollen wir) doch 'n Pricken vörschloan. ( Mecklenburg. ) – Frommann, II, 221. Sinn: einen Rieg…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pricken

15 Bildungen · 11 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

pricken‑ als Erstglied (11 von 11)

Prickenbart

RhWB

pricken·bart

Pricken-bart Düss-Hucking m.: scherzh. ein mit Ausschlag umgebener Mund der Kinder.

Prickeneek

MeckWB

Pricken-eek f. Eiche, in die man Pricken schlug, welche mit Linnen umwickelt waren, das mit dem Eiter von Geschwüren durchtränkt war (1930) …

Prickenör

RhWB

pricken·oer

Prickenör -ekənr , Pl. -rə Klevld in Geld-Schravelen Kevelaer (prēk-) m.: verächtl. einer, der immer meint, er käme zu kurz; Austifteler…

Prickenpott

RhWB

pricken·pott

Pricken-pott Allg. n. m.: Griebentopf. RA.: Das mit Wundausschlag behaftete Kind es dem Patur am Pr. gewest Allg.

Prickenschere

RhWB

pricken·schere

Pricken-schere (s. S.) Allg. f.: 1. Sch. zum Fangen von Pricken. — 2. übertr. verächtl. einer, der alles wissen will Mörs .

Prickensives

RhWB

Pricken-sives -zevəs Mörs-Wallach m.: verächtl. ein Mann, der tausend Kleinigkeiten machen kann.

pricken als Zweitglied (3 von 3)

abpricken

DRW

abpricken abstechen? grosse isene arbeit ... soll den huofschmiden ... sonder geverde zugelassen und nit abgeprickt sein 1551 FreiburgZftO. …

bepricken

KöblerMnd

bepricken , sw. V. nhd. betasten E.: s. be, pricken L.: MndHwb 1, 211 (beprikken)

Ableitungen von pricken (1 von 1)

bepricken

KöblerMnd

bepricken , sw. V. nhd. betasten E.: s. be, pricken L.: MndHwb 1, 211 (beprikken)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „pricken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pricken/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „pricken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pricken/rhwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „pricken". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pricken/rhwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_pricken_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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