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pricken

mhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
13 in 12 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
11
Verweise raus
12

Eintrag · Rheinisches Wb.

pricken

Bd. 6, Sp. 1106
pricken das Zeitw., nd. pricken, ags. priccian entsprechend, ist geschlossen verbr. im LRip n. einschl. Ahrw, Eusk, Monsch u. weiterhin geschlossen in Eup, Geilk, Heinsb, Erk, Grevbr, vereinzelt MGladb-Giesenk, Kemp-Ödt SHubert, Mörs-Binsf Orsoy Stdt; in bes. Bed. Kref-Stdt, Sol, Altk, Siegld; u. zwar -e-, sehr selten -i- [-ē:- Grevbr hier u. da; -ø- Eusk hier u. da; bre- Bergh-Grottenherten] schw.: 1. selten in ursprüngl. Bed. a. mit der Nadel stechen; de Schnider preck ne ganze Dag Bergh-Blatzh 1880; in Leder Löcher vorschlagen, zum Pinnen, Nähen Sol 1870. — b. et prickt ich empfinde stechenden Schmerz Kref-Stdt; dem pröck de Wellmot (Übermut) ihn sticht der Hafer Eusk-Lechenich; preck en anne Kount (Kante)! abschl. Antw. Eup-Stdt. — 2. übertr. a. nach einem nahen Ziel im Bogen etwas hinwerfen, etwas unsanft auf den Boden werfen (jet hin-, dar-, fortpr.); einem etwas zuwerfen, dass er es mit den Händen auffangen kann, u. daher etwas auffangen, schnappen; he preck en enem ronde Boge; wenn de dat noch ens säs, dann pr. ich dich en de Bach (op de Erd); jet en de Gribbele pr. zum Aufraffen etwa unter die Kinder werfen Allg.; et Strühmannspr. zu Fastnacht den Lazarus (s. d.) in die Höhe werfen u. wieder auffangen Jül; dat afgestouche Ferke en en Bütt pr. Jül. RA.: Sten es St., sei den Düwel, as sin Grotmoder met Kerss-sten (Kirschstein) preckte; drom schmet hei er en Tichelsten tegen den Kopp Mörs-Orsoy. — Im bes. α. (Ball) pr. Ball werfen u. schnappen, etwa den B. hoch gegen eine Mauer werfen u. wieder schnappen; lang (s. d.) pr.; Ecke pr. Allg.; Schöll (Schule) pr. Jül. — β. mit den Gelenkknöchelchen im Fangsteinsp. spielen Rheinb, Eusk, Dür, Jül, Aach-Ld, Geilk (hierhin, nicht zu bricken). — γ. Klicker werfen, etwa gegen eine Wand, dass sie zurückschnellen (Murpr.); met Fränkef pr. stucken (s. d.; en't Külche pr.); Küppke pr. Grevbr, MGladb-Giesenk, Dür, Jül, Aach. — δ. Gess (Geiss) pr. nach einem dreibeinigen Holzgestell mit einem Stock werfen Aach-Eschw. — b. sich pr., sich auffangen; ich wür bau (bald) gefalle, ävver ich precket mich noch grad (an enen Hoch (Haken)) Aach, Selfk. — c. rütteln, z. B. an einer festgeklemmten Stange, in der Bergmspr. Altk, Siegld. — d. einen pr., necken Siegld-Obersd 1840. — e. einen Ball pr., mit Kordeln umschnüren Köln-Stdt. — f. auf fremdem Eigentum weiden lassen Malm-Weywertz. — Abl.: die Preckerei, dat Geprecks.
2438 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    prickenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    pricken swv. ib. dasselbe. bricken Dfg. 553 a , n. gl. 348 b . pricken Jer. altn. nd. prik nhd. stich, sticheisen s. Wei…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    prickensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    pricken , sw. V. nhd. stechen, stacheln, tasten, sticken, durch Stiche verwunden, antreiben, erregen, anregen, abklauben…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Prickenv., trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Pricken , v. trs . s. Campe Prickeln .

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pricken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pricken , junge Baumstämmchen, Stangen etc., die in flachen Gewässern, z. B. am Rande von Watten, in den Grund gesteckt …

  5. modern
    Dialekt
    Pricken

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wossidia Pricken Prick m. kleiner zugespitzter Pfahl, Pflock 1. Pricken Monschr. 3, 54; kleiner Grenzpfahl Ro Rostock@Ma…

  6. Sprichwörter
    Pricken

    Wander (Sprichwörter)

    Pricken 1. Doa will'n wi (wollen wir) doch 'n Pricken vörschloan. ( Mecklenburg. ) – Frommann, II, 221. Sinn: einen Rieg…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pricken

27 Bildungen · 11 Erstglied · 15 Zweitglied · 1 Ableitungen

pricken‑ als Erstglied (11 von 11)

Prickenbart

RhWB

pricken·bart

Pricken-bart Düss-Hucking m.: scherzh. ein mit Ausschlag umgebener Mund der Kinder.

Prickeneek

MeckWB

Wossidia Pricken-eek f. Eiche, in die man Pricken schlug, welche mit Linnen umwickelt waren, das mit dem Eiter von Geschwüren durchtränkt wa…

Prickenör

RhWB

pricken·oer

Prickenör -ekənr , Pl. -rə Klevld in Geld-Schravelen Kevelaer (prēk-) m.: verächtl. einer, der immer meint, er käme zu kurz; Austifteler…

Prickenpott

RhWB

pricken·pott

Pricken-pott Allg. n. m.: Griebentopf. RA.: Das mit Wundausschlag behaftete Kind es dem Patur am Pr. gewest Allg.

Prickenschere

RhWB

pricken·schere

Pricken-schere (s. S.) Allg. f.: 1. Sch. zum Fangen von Pricken. — 2. übertr. verächtl. einer, der alles wissen will Mörs .

Prickensives

RhWB

Pricken-sives -zevəs Mörs-Wallach m.: verächtl. ein Mann, der tausend Kleinigkeiten machen kann.

pricken als Zweitglied (15 von 15)

abpricken

DRW

abpricken abstechen? grosse isene arbeit ... soll den huofschmiden ... sonder geverde zugelassen und nit abgeprickt sein 1551 FreiburgZftO. …

afpricken

MeckWB

Wossidia afpricken durch einen Pricken (einen dünnen, zugespitzten Holzpflock) abschließen: de Wust das obere Ende der Wursthaut beim Stopfe…

anpricken

MeckWB

Wossidia anpricken mit einem Pricken (einem dünnen, zugespitzten Holzpflock) befestigen Wa Waren@Penzlin Penzl .

aufpricken

RhWB

auf·pricken

auf-pricken: etwas a. 1. auffangen, aufschnappen, bes. den Preckball Allg. — 2. Wissenswertes aufschnappen Aach .

bepricken

KöblerMnd

bepricken , sw. V. nhd. betasten E.: s. be, pricken L.: MndHwb 1, 211 (beprikken)

Flœgelpricken

MeckWB

Wossidia Flœgelpricken m. Fichtenstaken, die den Stand der Flügel an der Reuse bezeichnen Schw.

Linnenpricken

MeckWB

linnen·pricken

Wossidia Linnenpricken Pl. -s m. Stöckchen aus Hasel u. a., mit denen das Leinen auf der Bleiche festgesteckt (fastprickt) wurde Ma Malchin@…

ruhrspricken

DWB

ruhr·spricken

ruhrspricken , f. gattung tropischer sträucher, deren wurzel als ruhrmittel dient. Oken 3, 1284 .

Schausterpricken

MeckWB

schauster·pricken

Wossidia Schausterpricken m. Stichel, Stift, geschnitten vom Spindelbaum (Spillbom); von einem schlecht zugerichteten Holznagel sagen die Zi…

taupricken

MeckWB

tau·pricken

Wossidia taupricken zupflokken Schmidt Gad. 3, 117; de Dör taupricken Wo. Sa.

Tunpricken

MeckWB

tun·pricken

Wossidia Tunpricken m. Pl. beiderseits angespitzte Stöcke, Pfähle, die von oben in den Hakeltun gesteckt werden und auf die die lockeren Str…

utpricken

MeckWB

Wossidia utpricken durch kleine Stäbchen abstecken, kenntlich machen Ha Hagenow@Belsch Belsch ; hei hett de Städ' utprickt Wa Waren@Levensto…

zupricken

RhWB

zu-pricken: einem etwas, bes. den Ball z., zuwerfen. RA.: Dat es Maus wie Moder; en Al (alte) preck zo greift zu Ahrw-Stdt .

Ableitungen von pricken (1 von 1)

bepricken

KöblerMnd

bepricken , sw. V. nhd. betasten E.: s. be, pricken L.: MndHwb 1, 211 (beprikken)