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Schīte

mhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Schīte f.

Bd. 4, Sp. 1226
Schīte f. [verbr.] 1. Ausscheidung des Darms, Kot, Exkremente. Help iähm op, hei is in de Schuite fallen (Kr. SoestSos Kr. Soest@OestinghausenÖh). He bagget (tritt) daor inne Schiete herümm (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). — Ra.: ’n Kǟl es ’n Punt Schīt minderwertige Person (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr). Hä frïet’t noch sinne ǟigene Schīte ist sehr geizig (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Hä kann de Schīte unner’m Stïewel nit missen ist sehr geizig (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Eck kruige denn de Schuite uppe Puckel bekomme dann die Vorwürfe, weil ich die Verantwortung habe (Kr. MindenMin Kr. Minden@WulferdingsenWu). Deu packet in dä Schoit’n un het Gold in dr Hand der hat in allem Glück (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü). Ūt’e Schīte wassen heranwachsen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Sprichw.: Je mahr diu de Schuiten trampest, ümme seo dünner wärt seu erzähle Gerüchte und üble Sachen nicht immer wieder, du machst die Sache dadurch nur schlimmer (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Me matt de Schuite nit wigger trïen, ä häoge noirig es eine verfahrene Angelegenheit muss nach Möglichkeit rasch ins Reine gebracht werden (Kr. SoestSos Kr. Soest@SoestSo). — 2.1. (nicht immer sicher von Bed. 1 zu trennen) Dreck, Schmutz (z.B. auf der Straße); klebriger Lehmdreck; Schlamm; nasse Erde (Kr. IserlohnIsl Sü). Katuff’l’l iut’e Schuit’n klawwern (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). Sik inn’e Schīte weltern (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Schuite im Ha unsauberes Haar (Kr. SoestSos Kr. Soest@SoestSo). Sump un Scheite Sumpf und Schmutz (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). — Ra.: Scheite fött (nährt) im Scherz, wenn man z.B. aus Versehen etwas Unappetitliches heruntergeschluckt hat oder kleine Kinder im Dreck spielen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@MüschedeMü). Dür de Schüeten teun verleumden, Übles nachreden; verächtlich machen (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@MeierbergMb || mehrf.); inne Schüiten teuhn dass. (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Dai sittet daip in d’r Scheijte sitzt tief im Unglück, in Schulden (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Iut’r Schuite ruiten jmdm. helfen, aus einer Notlage herauszukommen (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). — Sprichw.: Wer Schite saiet, dei Schite krigt (Kr. MindenMin Kr. Minden@WindheimWh). Däi sick met Schite afgiff, mott sick mett Water wier wasken (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@GehlenbeckGb). — 2.2. Lehmboden. — 3.1. Abfall, Unrat. — 3.2. beim Kornreinigen ausgeschiedener Abfall (z.B. Ähren und Strohstücke) (Frbg.) [Kr. LippstadtLst Bür]. — 4. Unkraut [Kr. SteinfurtStf Kr. BeckumBek Kr. WiedenbrückWie Hellweg Arn]. — 5. etwas sehr Schlechtes, Unerfreuliches, Ärgerliches; Schund. De rāine Scheite nichts als Schund (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). ’t sitt Schīte in de Lucht der Himmel ist ganz schwarz, es droht Regen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). — 6. Als Ausruf. Schīte! sech Lepper bei getäuschter Erwartung (Kr. SteinfurtStf Rh). ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 7,1021: Scheiss (unter scheissen II); HnVwb 3,119: Scheiße. Zus.:→ Ādel~, Bengel~, Bingel~, Dün~, Feªge~, Flē¹gen~, Flotter~, Foªrsk~, Galop~, Hō¹ner~, Höpper~, Hunde~, Kalk~, Katten~, Kō¹~, Lē²m~, Pak~, Pāpen~, Piᵉrde~, Poggen~, Puggen~, Slap~, Slap~, Straten~, Suᵉge~.
2582 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHÎTE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    SCHÎTE SCHEIT SCHITEN GESCHITEN spalte, haue. Gr. 1,936. 2,15. Schmeller 3,415. vgl. ich schîde. sô gînc er umbe schîten…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schite

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    schite, f. Kot, Dreck jeder Art; nicht ein s. = nicht das geringste.

  3. modern
    Dialekt
    Schite

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schite šīt, Pl. -dən Wittl-Binsf f.: Flasche aus Ton.

  4. Spezial
    schité

    Ladinisch-Deutsch (Mischí)

    schité [schi·tẹ́] vb.intr. (schita) 1 (avëi la schita) Durchfall haben 2 (vicel) kacken, scheißen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schite

59 Bildungen · 57 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schite 2 Komponenten

sch+ite

schite setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schite‑ als Erstglied (30 von 57)

Schitebuck

MeckWB

schite·buck

Schitebuck m. Schelte für ein Kind, das als letztes mit dem Ausziehen fertig wird Wo. V. 3, 146.

Schitebutt

MeckWB

schite·butt

Schitebutt m. Daumen im Fingerreim Wo. V. 3, 291. Zu Butt 1 (Bd. 2, 167).

Schiteck

MeckWB

schi·teck

Schiteck f. Winkel, wo man seine Notdurft verrichtet: in 'n Buern sin Schitecken Wo. V. 2, 1215.

Schiteldauk

MeckWB

Schiteldauk -o-, Pl. -däuk, -däuker, -ö- n. wie Schitdauk: dat is tau Schiteldäuker beim Ausspreiten des letzten Flachses Lu Laup ; Uhren as…

schitendick

MeckWB

schiten·dick

schitendick vollgegessen, so daß Drang zum Schiten eintritt: hei is schitendick un migendun Ha Gamm .

schītendikke

WWB

schīten-dikke Adj. [verstr.] 1. stark betrunken. — 2. sehr fett, wohlbeleibt ( Hal Bh).

Schitenfräter

MeckWB

Schitenfräter m. Geizhals Wa; Mistkäfer Wi NKlost . Br. Wb. 4, 663; Me. 4, 344.

Schītenfreªter

WWB

Schīten-freªter m. [verstr.] 1. Mistkäfer (Geotrupes). — 2. geizige Person.

Schītenkläier

WWB

Schīten-kläier m. [ Lüb Min Hfd Lippe Bie Höx Wbg] Mistkäfer (Geotrupes). ⟨ - klaiger [ Lüb Min Hfd], - klai(gg)er bzw. - klai(j)er [ Hfd Li…

schitenklarren

MeckWB

schiten·klarren

schitenklarren im Kot herumwühlen: De Dierns gahn nah 'n Heuharken, De Jungens gahn nah 'n Schitenklarren Pfingstreim Wo. Sa.

Schitenklarrer

MeckWB

Schitenklarrer m. 1. Scherzbezeichnung für Menschen und Tiere; Maurer Ha Red ; so ruft diesem die Krähe zu Wo. V. 2, 788; Töpfer Latend. Lau…

Schitenkleier

MeckWB

schiten·kleier

Schitenkleier Schit- m. wie Schitenklarrer 1; Maurer: Schitkleier Wa Schwarz ; -kleer Monh. 6, 542 a ; Schitenkleier Ma GHelle ; kleines Kin…

Schītenklöpper

WWB

schiten·kloepper

Schīten-klöpper m. [ Det Höx] 1.1. Mistkäfer. — Ra.: Diu suist iut wie ’n Schoitenklöpper siehst schmutzig aus ( Höx Lü ). — 1.2. Person, di…

Schītenknöªder

WWB

Schīten-knöªder m. [Hellweg Arn] 1. Mistkäfer (Geotrupes). — 2. jmd., der durch den Straßendreck watet ( Arn Wa). ⟨ -›knöª(e)r‹ ⟩

Schitenkuurn

MeckWB

Schitenkuurn n. schlechtes Getreide: Mitenkuurn Is Schitenkuurn Gü Niend .

schite als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von schite (1 von 1)

zerschîte

BMZ

zerschîte stv. zerspalte, zerhaue. hieʒ den boum zerschîten und zerschrôten Pantal. 2121. Herbort gebraucht im part. prät. die schwache form…