Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
kust stf.
1. die art und weise, wie etwas gekorn wird, wie es erscheint, der befund; vgl. diu kür. das wort findet sich schon O. IV, 37,9: in rehtêrn kustî; vgl. Graff 4,514. die verschiedenen ihm vorgesetzten beiwörter weisen darauf hin, daß es ein voc. gr. μέσον ist. im ags. heißt ags. cyst nhd. die vorzüglichkeit, das beste z. b. burga cyst die beste der städte, îrena cyst das beste schwert etc. — so wäre also unkust, âkust, was nicht vorzüglich ist, was schlecht ist. — der ist ze bœ ser kuste in der êwigen verluste warn. 3337. von Mastrîcht wart in geseit eʒ wære ze groʒer küste von schatze und von kirchgerüste Servat. 2299. virlures du dan dînes lîbes kust Mar. himmelf. 172. er ist nâch mîner küste ein der vorderste man Lanz. 1336. den helfelôsen degen der nu lange ist gelegen in verdroʒʒenlîcher küste das. 1805. ein leben hân ich mir erkorn daʒ lît in guoter küste MS. 1. 48. b. eʒ muoʒ werden in guoter kust vergolten es muß völlig ersetzt werden altd. bl. 1,369. daʒ ros was kürlîcher kust hin vor dem satel unt vor der brust Trist. 6677. dâ hienc ein vürspan vor ir brust, dar an stuont von rîcher kust, wie Flôre unt Blantscheflûr diu frîe, Willehelm und sîn amîe mit zühte ein ander heten liep Amur 698. harnasch die wâren rîcher küste Tit. 13, 38. ein helt rîcher küste das. 38,2. strîten wol versunnen selten vunden wart in swacher küste das. 34,89. ich sach ir kele wîʒ gewollen, der minnen rôsen bollen wâren geformet nâch der kust fragm. 43. c. nâch der gebûren kust Gr. w. 1,361. diu gotes kust das was gott wohl gefällt. Jôhannes zeigete in die gotes kust Diut. 3,278. gesmackes kust MS. H. 3,468. b.
2. die zusammensetzungen mit. kust lassen vermuten, daß es erprobtheit, echtheit, treue bedeutete.