Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
MIETE stf.
1. bezahlung, lohn. ich wil aber miete; wirt mîn lôn iht guot, ich sage iu vil lîhte daʒ iu samfte tuot Walth. 56,18. âne grôʒe miete tuon ich daʒ das. 56,25. niht ensît durch kranke miete für geringe bezahlung veile das. 81,17. dô gâbens im ze miete daʒ Nibelunges swert Nib. 94,1. die solt dar umbe haben ze miete rîchiu kleit das. 241,2. vier und zweinzec bouge gap si im ze miete das. 522,2. so gib ich dir ze miete von golde ein bouc vil rôt das. 1490,3. ich bôt im ze miete golt und ouch gewant das. 1545,1. vgl. 1843,2. 1962,4. daʒ ich ûf guotes miete den lîp iht veile biete Iw. 182. (vgl. ich schenk euch gold und gâbes miet Val. Holl 118. a.) dem jâmer wart ze miete sîn hœhster stuol gesetzet klage 263. daʒ er deheine miete möhte gebieten oder gegeben, eʒ engienge im niwan an daʒ leben, sich das leben zu erkaufen war nicht möglich, Trist. 7222. er chund nicht herren triegen durch alte wât, durch kranke miet Suchenw. 19,57. ir widerlegt mit reicher miet Hätzl. 2, 33,134. — unde suln ouch bêde, der rihtær und der marschalch (die die einquartierungen bestimmen) dehain miet darumbe enphâhen, si herbergen als zimlich und pillich sei wien. handf. 285. wann mein herren die purger geweisset sind, daʒ man überall in dem land und in den steten durch des rechten willen gab und miet geit und nimpt, darumb wellen sie, daʒ hie in der stat niemant chain guot geb noch nem durch des rechten willen münch. stdtr. 273, unter der überschrift: daʒ man chain miet nem umb daʒ wort (?) ze sprechen. durch das verfahren, vor dem in diesen beiden beispielen gewarnt wird, kam das wort miete in miscredit und bezeichnete nun
2. bestechung, was noch bestimmter ausgedrückt wird durch valsche miete. daʒ du dur valsche miete der gar verfluochten diete ze liebe seitest anders niht Barl. 278,21. darumb daʒ ich den herren sait chain lug und nam chain valsche miet Suchenw. 22,119. aber frühe schon hat miete allein diese bedeutung. gerihtes âne miete phlegen fundgr. 1,201,8. der hof hât manegeʒ veile, ze Rôme ist dicke miete wert Vrid. 153,8. swer einen schœnen wîʒen man von Rôme wolde schrîen an durch haʒ für einen môren, und einen môren durch miete hân für wîʒ, swer daʒ alsô lange tribe, daʒ wîʒ man swarʒ und swarʒ man wîʒ durch miete belibe, sô heten si doch beide darnâch ir rehten varwe MS. 2,144. a. der wahter wil niht gunnen uns liebes, wanne er wolde sîn bespunnen mit miete MS. 1,3. a. dâ vor dem rihtære vervâhet miete kleine Barl. 94,5. wê der vervluochten diete, diu die übeln durch die miete gar an dem übeln slihtet unde reht unrehte rihtet das. 95,24. der durch guot den liuten liuget, den man dur miete triuget das. 255,36. wan die herren hieten heil, daʒ sie rehtes gerihtes pflægen, sich der miete und gâbe verwægen, dâ mit diu wârheit wirt verzogen Teichner 268. ze hof durch chainer miete gâb wolt er dem rât nicht prechen ab Suchenw. 11,223. miet früntschaft al wôrheit umbkêrt narrensch. 46,58. die nemen gâben, schenk und miet das. 56,81. vgl. comment. zu 46,58. und das nit lassen umb keinerlei myde oder mede schöffeneid, Gr. w. 2,371.
3. die verdingung (?). er hât den solt mortleicher miet mit grôʒem jâmer funden Suchenw. 20,111.