Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
MEIL stn.
1. macula, der fleck, besonders von wundmalen gebraucht. ûf beiden armen wart dâ meil (vom gegeneinanderrennen beim turnier) frauend. 215,26. (vgl. diu tjost dâ durch die schilde brach, daʒ manʒ ûf beiden armen sach das. 219,20.) diu tjost mit hurt alsô ergie daʒ beide schilt und beidiu knie ein ander ruorten dâ ein teil, sô daʒ die knie von smerzen meil gewunnen und die schilt sich kluben das. 277,12. swer heiʒeʒ bech rüeret meil er dannen vüeret Vrid. 118,6 (wo freilich meil eine vermuthung W. Grimms ist; die hss. bieten mâl, u. das würde an sich erträglich sein, vgl. oben s. 21. b., wenn nicht meil der in diesem sprichwort hergebrachte ausdruck zu sein schiene, vgl. das zweite beispiel unter meilige). sîne wunden die sint heil âne mâsen und âne meil Geo. 42. b. du bist der spiegel âne meil myst. 366,28. er ist ein schein des ewigen liehtes unt ein spiegel âne meil Leyser pred. 5,31. urkunden ôn allen prechen und mail bei Schmeller 2,564. — winder dîniu meil diu verderbent gar den walt Nith. 38,1 (vgl. ich meile).
2. der tadel, der fleck in übertragener bedeutung. vor allem meile ist er behuot Helbl. 1,526. der priester was gar âne meil und ledic aller bôsheit Wig. 115,15 (4399). sô sehen wir in an daʒ wir âne meil werden Leys. pred. 5,33. daʒ wir got minnen âne meil unde âne aller leie wanch vateruns. 434. ein sun wart uns gegeben zu trôst ân alleʒ meil leseb. 973,30. sunder meil ist sîn heil MS. 2,34. a. gar unbewollen meiles das. 2,20. b. lôse mich mit heile von des vleisches meile Jerosch. Pf. 128. c. des ist dîn triuwe ân meiles zol Frl. L. V, 3,9. ie groeʒer wirt der sünden meil Winsbeke 54,7. ob sie bringet sunden meil Helbl. 10,30.