Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Omelette
Omelette
Omelett n. Omelette f. ‘Eierkuchen’. Aus lat. lāmella ‘kleines Metallplättchen, dünnes Blech’ hervorgehendes afrz. mfrz. lemel(l)e, mfrz. auch lumelle ‘Klinge’ (zu unterscheiden von der jüngeren Entlehnung mfrz. frz. lamelle ‘(Metall)plättchen’, s. Lamelle) entwickelt die durch falsche Worttrennung bei vorangestelltem Artikel (afrz. la lemele) zu erklärende Nebenform afrz. mfrz. alemel(l)e, mfrz. alumelle. Der in der Pfanne gebackene Eierkuchen wird mit der flachen Klinge verglichen und im 14. Jh. ebenfalls mfrz. alumelle genannt. In dieser Verwendung ändert das Substantiv rasch seine Gestalt durch Suffixwechsel zu mfrz. alumette (um 1400) und dann durch Metathese zu mfrz. amelette (Ende 15. Jh.), amolette (16. Jh., beeinflußt von lat. mollis, afrz. mfrz. mol ‘weich’). Die bis heute geltende und wohl auf volksetymologischer Anlehnung an die galloroman. Vertreter von lat. ōvum ‘Ei’ beruhende Form mfrz. frz. omelette (16. Jh., vgl. die Varianten mfrz. frz. aumelette, mfrz. œufmollette) wird Anfang des 18. Jhs. ins Dt. entlehnt (daneben zunächst auch Aumelette, Omelotte, Amulett u. ä.). Um 1900 kommt Omelett mit neutralem Genus auf, doch bleibt das Femininum landschaftlich (besonders obd.) und in der gastronomischen Fachsprache weiterhin erhalten.