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grinsen

mnd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
22 in 19 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
17
Verweise raus
24

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

grinsen

grinsen

grinsen Vb. ‘breit lächeln’ (als Ausdruck von Schadenfreude, Zufriedenheit, Einfalt oder Verlegenheit), in dieser Bedeutung seit dem 16. Jh. bezeugt (zuvor ‘knirschen’, 15. Jh.; omd. auch ‘weinen’, 17. Jh.), ist eine Intensivbildung (mit mhd. nhd. -sen, ahd. -isōn, das hier vielleicht anstelle von mhd. nhd. -zen, ahd. -azzen steht, vgl. die noch im 19. Jh. literatursprachlich vorkommende Variante grinzen) zu dem nur bis ins 16. Jh. gebräuchlichen Verb mhd. frühnhd. grinnen ‘knirschen, grunzen, keifen’ (vgl. mnd. grinsen ‘grunzen’, grinnen, gransen, grensen ‘den Mund verziehen, knirschen, grunzen, murren’). Dieses grinnen verschmilzt im Nhd. offenbar mit verwandtem greinen Vb. ‘weinen, weinend klagen’, ahd. grīnan ‘bellen, heulen, knurren’ (9. Jh.), mhd. grīnen ‘lachend, knurrend, winselnd oder weinend den Mund verziehen’, mnd. grīnen ‘den Mund verziehen, weinen, knurren, grunzen, knirschen’, selten ‘grinsen’, mnl. grīnen ‘schreien, heulen, hohnlachen’, nl. grijnen, grienen ‘weinen, flennen’, anord. grīna ‘grinsen’, schwed. grina ‘grinsen, flennen’, wozu mit Ablaut aengl. grānian, engl. to groan ‘stöhnen, seufzen’. Nhd. greinen, im 17./18. Jh. von der starken zur schwachen Flexion übertretend, bedeutet zunächst noch ‘knurren, grunzen, brüllen, keifen, weinen’, engt sich aber seit dem 18. Jh. auf die heutige Verwendung ein. Die nd. Form grienen Vb. dringt dagegen im 19. Jh. als Synonym für grinsen von Norden her in die Literatursprache ein. Für die im Germ. reich entwickelte Verbgruppe (mit wechselndem Vokal, vgl. auch ahd. granōn ‘grunzen’, 9. Jh., mhd. grannen, grennen ‘flennen, weinen’, aengl. grennian, engl. to grin ‘die Zähne fletschen’, anord. grenja ‘heulen’), deren gemeinsame Ausgangsbedeutung als ‘den Mund breitziehen und die Zähne zeigen’ angegeben werden kann, fehlen außergerm. Verwandte (afrz. grignier ‘den Mund verziehen, klagen, winseln’, ital. digrignare ‘die Zähne fletschen, knurren’ sind Entlehnungen aus dem Germ.). Die weitere Herkunft ist deshalb ungeklärt, doch kommt möglicherweise Lautnachahmung in Betracht.
2062 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grinsensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    grinsen , sw. V. nhd. grunzen, grinsen, Mund verziehen Hw.: s. grensen (2) E.: s. grinnen W.: s. nhd. grinsen, sw. V., g…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grinsen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Grinsen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und nur im Bergbaue üblich ist, wo man von dem Schwar…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grinsen

    Goethe-Wörterbuch

    grinsen k- B3,46,10 , vereinzelt -z- 1) ; flekt öfter mit Synkope-Kennzeichnung -s’t(-); wiederholt subst 1 die Zähne se…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grinsen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grinsen , s. Lachen .

  5. modern
    Dialekt
    grinsen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    grinse n [krentsə Co. ] grinsen, das Gesicht verzerren. Du meins t aü ch , wë nn m e r dich a n grinst, ze lacht m e r.

  6. Sprichwörter
    Grinsen

    Wander (Sprichwörter)

    Grinsen 1. Sieh nur, wie er grinst, sagte Gerrit, und klystirte seinen Affen. 2. Er grinst wie ein Hund, wenn er Têk (Te…

  7. Spezial
    grinsen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    grin|sen adj. (böse, höhnisch lächeln) grignoré (-rëia), se la rí coienan.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grinsen

4 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von grinsen 2 Komponenten

grin+sen

grinsen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grinsen‑ als Erstglied (2 von 2)

grinsenhaft

DWB

grinsen·haft

grinsenhaft , adj. u. adv. , von lächelnd verzerrtem gesicht: in dieser ... stellung lächelte sie mich zuerst grinzenhaft an Thümmel reise 9…

grinsenwinde

DWB

grinsen·winde

grinsenwinde , f. , lonicera xylosteum, heckenkirsche Pritzel - Jessen 220 ; Nemnich wb. d. naturgesch. 210 . grinser, m., quiritans Stieler…

Ableitungen von grinsen (2 von 2)

begrinsen

DWB

begrinsen , torvo vultu vituperare: die krone, der mein fürst mich würdig achtete, die meiner fürstin hand für mich gewunden, soll keiner mi…

vergrinsen

DWB

vergrinsen , verb. wie die schreibung grinzen neben grinsen, so auch vergrinzen, unter verziehen des gerichtes beseitigen, höhnisch ablehnen…