Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
herzoglich
herzoglich
Herzog m. Würde und Titel eines Angehörigen des Hochadels, eines Fürsten. Ahd. herizoho (8. Jh.), herizogo (um 1000), mhd. herzoge, asächs. heritogo, mnd. hē̌rtoch, mnl. hertōghe, nl. hertog, aengl. heretoha, heretoga, anord. (spät) hertogi, hertugi sind Zusammensetzungen aus germ. *harja- (s. Heer) und *tuhan- bzw. (mit grammatischem Wechsel) *tugan-, Nomina agentis zu dem unter ziehen (s. d.) behandelten Verb, die ‘Führer’ (lat. dux, Tacitus) bedeutet haben müssen. Offen bleibt die Frage, ob es sich (zumindest im Westgerm.) um eigenständige germ. Kompositionsformen handelt oder, wie meint, um junge Nachbildungen eines got. *harjatuga bzw. *harjataúha, das Wiedergabe von griech. stratēgós (στρατηγός) (s. Stratege) oder stratēlátēs (στρατηλάτης) wäre; vgl. die Literaturangaben in der Darstellung von in: Zs. d. Savigny-Stiftung f. Rechtsgesch., Germ. Abt. 77 (1960) 164 f., Anm. 27. Die Bedeutung ‘(gewählter) Heerführer im Kriege’ begegnet noch im Ahd.; seit karolingischer Zeit ist der Herzog zugleich der anerkannte Führer in Friedenszeiten, und die Herzöge der großen Stämme werden zu Reichsfürsten. Vgl. auch Erzherzog (15. Jh.), Großherzog (16. Jh.) – herzoglich Adj. ‘einen Herzog, seinen Stand betreffend’ (17. Jh.); älter herzogisch (16. Jh.). Herzogtum n. ‘Territorium, Herrschaftsbereich, Würde eines Herzogs’, ahd. herizog(en)tuom (11. Jh.), mhd. herzogentuom.