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kauen

mnd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
17 in 15 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
53
Verweise raus
43

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

kauen

kauen

kauen Vb. ‘mit den Zähnen zerkleinern, malmen’. die ältesten Formen des ursprünglich stark flektierten germ. Verbs sind ahd. kiuwan (8. Jh.), mhd. kiuwen, kiun, aengl. cēowan und (mit Anlautveränderung durch Dissimilation oder unter Einfluß von bedeutungsähnlichem anord. tǫgla ‘kauen, nagen’) anord. tyggja, tyggva. Neben mhd. kiuwen, das in nhd. käuen bis ins 18. Jh. lebendig bleibt, findet sich im 14. Jh. die für die heute übliche Lautgestalt vorauszusetzende Variante mhd. (md.) kūwen, die bereits (ebenso wie mnd. kouwen, mnl. cauwen, nl. kauwen, engl. to chew, schwed. tugga ‘kauen’) dem Paradigma der schwachen Verben folgt. Der Übergang zur schwachen Flexion ist bei frühnhd. käuen, kauen im 16. Jh. allgemein vollzogen. Der Vergleich mit außergerm. Entsprechungen wie serb.-kslaw. žьvati, russ. ževát’ (жевать) ‘kauen’, lit. žiáunos (Plur.) ‘Kiefer, Kiemen’, pers. ǰāvīdan ‘kauen’ führt auf die Wurzel ie. *g(i̯)eu-, *g̑(i̯)eu- ‘kauen’. Die Form käuen ist im Nhd. bis zur Gegenwart erhalten in wiederkäuen Vb. ‘nochmals kauen’ (bezogen auf bestimmte Paarhufer). Das seit dem 15. Jh. belegte Kompositum ersetzt nicht mehr verstandenes (und nur mannigfaltig entstellt in den Mundarten fortlebendes) gleichbed. ahd. itarucken (9. Jh.), mhd. it(e)rücken, aus ahd. it(a)- ‘wieder’ und germ. *rukjan ‘sich erbrechen, rülpsen’, vgl. lat. ērūgere ‘ausrülpsen’, ructāre ‘rülpsen, ausspeien’, russ. rygát’ (рыгать) ‘rülpsen, wiederkäuen’. Wiederkäuer m. ‘wiederkäuender Paarhufer’, als Nomen agentis vereinzelt schon im 16. Jh. (bei Fischart) gebildet, tritt in den 20er Jahren des 19. Jhs. an die Stelle des älteren zoologischen Fachausdrucks wiederkäuendes Tier (17. Jh.). – Kautabak m. (2. Hälfte 19. Jh.), nach engl. chewing-tobacco (1835); vgl. die bereits im 18. Jh. vorkommende Fügung Tabak kauen. Kaugummi m. (20er Jahre 20. Jh.), nach amerik.-engl. chewing gum (1864).
1878 Zeichen · 77 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    KauenON

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Kauen , ON nhd. Kaunas, Kaumas ÜG.: russ. Ковно (Kowno) E.: s. ON Kauen, Kaunas; aus dem Litauischen, wohl nach einem PN…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kauen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Kauen , verb. reg. act. mit den Zähnen zermalmen und zugleich mit dem Speichel vermischen. Die Speisen kauen. Jemanden e…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kauen

    Goethe-Wörterbuch

    kauen mehrmals subst Inf a (Eßbares) beißen, mit den Zähnen zerkleinern; auch im Bild u Vergl, einmal in sprichwörtl Zsh…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kauen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kauen ( Masticatio ), die Zerkleinerung der dem Mund übergebenen Nahrungsstoffe vermittelst des Kauapparates , wozu die …

  5. modern
    Dialekt
    kauentr. v.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    kaue n [khauə Fo. u. s.; khoïwən Grt. Av. — Flexion: khauə, khaušt, khaut (khoïwən, khoïwšt, khoïwt); Ptc. gekhaut (gəkh…

  6. Sprichwörter
    Kauen

    Wander (Sprichwörter)

    Kauen 1. De gôd kaut, de gôd daut. ( Holst. ) – Schütze, II, 239; Diermissen, 66; Deecke, 4; hochdeutsch bei Simrock, 55…

  7. Spezial
    kauen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    kau|en I vb.tr. ciaugné (-gna), mastié (-iëia) II vb.intr. 1 ciaugné (-gna), mastié (-iëia) 2 (schwer, lange herumkauen …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kauen

12 Bildungen · 6 Erstglied · 3 Zweitglied · 3 Ableitungen

kauen‑ als Erstglied (6 von 6)

Kauendach

RhWB

kauen·dach

Kauen-dach Verbr. wie Kaue 2 a n.: D. einer Kaue am Vogelherd.

kauen II

RhWB

kauen II -ǫ·u.- Elbf ; -ū:- Sieg-Birlinghv 1841 schw.: kauern.

kauen III

RhWB

kauen III Rhfrk kauə, –ǫu- ; OMosfrk kǫ·u.ə(n) ; WMosfrk mehr gna·u.ən, gnā:wən ; Rip lrhn. n. Prüm-Steffeln , Aden-Kelbg , Ahrw , rrhn. n. …

kauen als Zweitglied (3 von 3)

einkauen

DWB

ein·kauen

einkauen , einkäuen , praemandere, praemansum in os ingerere, inculcare: kleinen kindern den zwieback einkauen; ich musz imer solch untersch…

vorkauen

DWB

vor·kauen

vorkauen , verb. , daneben veraltend vorkäuen, über das verhältnis der beiden formen zu einander s. th. 5, sp. 311; älter fürkauen, -käuen, …

zerkauen

DWB

zer·kauen

zerkauen , älter -käuen, verb., mhd. stark ze(r)kiuwen, klein kauen, durch kauen zermalmen, 1) eig.; s. mhd. wb. 1, 831 a ; Lexer 3, 1069 ; …

Ableitungen von kauen (3 von 3)

bekauen

RhWB

be-kauen: etwas b., erwägen, bebesprechen; alles wuərd nu bekallt on bekaut Monsch , Geilk-Brachelen , Siegld .

verkauen

DWB

verkauen , verkäuen , verb. kauend zerkleinern. ags. forceówan. zusammensetzung mit einfachem kauen, dessen bedeutung es verstärkt; im nhd. …

zerkauen

DWB

zerkauen , älter -käuen, verb., mhd. stark ze(r)kiuwen, klein kauen, durch kauen zermalmen, 1) eig.; s. mhd. wb. 1, 831 a ; Lexer 3, 1069 ; …

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APA
Cotta, M. (2026). „kauen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kauen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „kauen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kauen/pfeifer_etym. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kauen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kauen/pfeifer_etym.
BibTeX
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