zerkauen,
älter -käuen,
verb., mhd. stark ze(r)kiuwen,
klein kauen, durch kauen zermalmen, 1)
eig.; s. mhd. wb. 1, 831
a; Lexer 3, 1069;
nhd.: leiden und sterben hat es (
das fleisch Jesu) einmal gekund, aber zustucken, zuteilen, zubrechen, zukawen, zu verdawen, zu verzerren, zu verwesen ist nicht muglich Luther 23, 250
W.; quitten wol im mund zerkewen weret der trunckenheyt W. H. Ryff
confectb. 31
a; zerkews wol zu einem musz und schlucks Gäbelkover
arzneib. 2, 234; die speisen, das fleisch gut z.
u. ä.; bes. objecte: wie ein brief, den man ... mit füszen tritt, wohl gar zerreiszt oder mit den zähnen zerkäuet Babo
schausp. (1793) 51; Göthe 45, 48
W.; nachsinnend die schreibfeder z.: die feder war zerkAeuet bis auf den kiel herab, ohne dasz die vorrede nur um eine linie breit gewachsen wäre Bremser 11; Bettine
Günderode 1, 275;
vor verlegenheit die nägel z.: Schiller 13, 378
G.; lex.: conficere cibos klein zerkeüwen Frisius 219
b; Stieler 936; Kramer
teutsch-it. 1, 759
c; Scherz-Ob. 2097; Frisch 1, 503
c; Adelung
2 4, 1688; H. Fischer 6, 1136;
schweiz. unordentlich durcheinander mengen; arg zerknittern, zusammendrücken, z. b. von kleidern, die so aussehen, wie wenn das vieh daran gekaut hätte schweiz. id. 3, 582; zekhaijen
zerkauen, zerknittern Tschinkel
Gottschee 206; 2)
übertr.: sam si in wol vor lieb zerkeuwen Teichner
im liedersaal 1, 395
Laszberg; der tod ... will ... mein herz zerkäuen Jean Paul 3, 158
H.; breit vortragen, abnutzen: wenn sich in solchen schriften ... zerkauete moralia ... antreffen lassen Schnabel
ins. Felsenb. vorr. 4, 36
U.; genau darlegen, zerlegen: das alles wird der reihe nach kapitelweise zerhackt, zerkauet und nochmahls zerkauet Herder
bei Campe 5, 844
a;
ebenso modern schweiz. id. 3, 582,
wo auch etwas zerchüwen '
sich über etwas aufhalten, ärgern, lustig machen'
und einem es wort zerchüwen '
im ärger oder spöttisch wiederholen, übel auslegen'
angegeben wird; dagegen '
undeutlich (
aus)
sprechen': lange redete er so monoton und zerkaut H. Stehr
drei nächte2 (1909) 311. —