Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Wochenstube
Wochenstube
Woche f. ‘Zeitabschnitt von sieben Tagen’, ahd. wehha (8. Jh.), wohha (11. Jh., mit o aus e unter Einfluß des vorausgehenden w), mhd. weche, woche, wuche, asächs. wika, mnd. wēken(e), wēke, mnl. wēke, nl. week, afries. wike, aengl. wice, wicu, wucu, engl. week, anord. vika ‘Woche, Seemeile’ (d. i. ‘Strecke, nach der die Ruderer wechseln’), schwed. vecka ‘Woche’, got. wikō ‘Ordnung, Reihenfolge’ (germ. *wikōn-) läßt sich wohl zu Wechsel (s. d.) und damit zu ie. *u̯eig-, *u̯eik- ‘biegen, winden’, auch ‘Wechsel, Abwechslung’ stellen (s. 2weichen). Die Bedeutung ‘Wechsel, Abwechslung’ könnte dann über ‘Reihenfolge der Dienstpflicht’ (vgl. das Anord. und Got.) unter römischem Einfluß auf den ‘Wechsel der die einzelnen Tage der Woche beherrschenden Gottheiten’ und damit auf die Woche als ‘regelmäßig wiederkehrender kalendarischer Zeitabschnitt von sieben Tagen’ übergegangen sein. Vgl. die Fügung die Wochen ‘Kindbett’ (um 1500), verkürzt aus mhd. sehs wochen ‘Zeitraum, in dem eine Wöchnerin Bett und Zimmer hüten soll’; in die Wochen kommen (16. Jh.). – wöchentlich Adj. ‘jede Woche wiederkehrend’ (16. Jh., geläufig seit 17. Jh.), mhd. wochlich, wochenlich, wochentlich. Wöchnerin f. ‘Frau, die ein Kind geboren hat (und nach der Geburt sechs Wochen Bett und Zimmer hüten soll), Kindbetterin’ (17. Jh.), älter Sechswöch(n)erin (16. Jh.). Wochenbett n. ‘Kindbett, Zeitraum von 6 bis 8 Wochen nach der Entbindung’ (17. Jh.); Wochenstube f. ‘Raum der Wöchnerin, Kindbettstube’, offenbar verkürzt (17. Jh.) aus Sechswochenstube.