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Vorbild

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Vorbild

Vorbild

Bild n. ‘flächige Darstellung von Personen und Dingen’ (früher auch ‘Skulptur’) sowie überhaupt ‘dem Auge sich darbietender Anblick’ oder ‘nur in der Vorstellung wahrgenommene Erscheinung’, ahd. bilidi (8. Jh.; obd. Nebenformen bilodi, biladi), mhd. bilde ‘Abbild, Vorbild, Gestalt’. Das nur im Kontinentalwestgerm. bezeugte Substantiv (vgl. asächs. biliði ‘Zeichen, Gleichnis, Abbild’, mnd. bilde, bē̌lde ‘Abbild, Gestalt, Sinnbild, Beispiel’, mnl. beelde ‘Abbild, Gestalt, Vorbild’, afries. bild ‘Bild’; dagegen anord. bīlæti wohl aus dem Asächs. entlehnt) ist mit dem Kollektivsuffix germ. -iþja- von einem Stamm bil- abgeleitet, für den bisher eine sichere Erklärung fehlt. die ältesten westgerm. Zeugnisse machen eine Ausgangsbedeutung ‘Zeichen, Sinnbild, Vorzeichen’ wahrscheinlich, vgl. Foerste in: Festschr. Trier (1964) 112 ff., der einen möglichen Zusammenhang mit bil- ‘angemessen, gerecht’ (s. billig, Unbill und Weichbild) über eine semantische Vorstufe ‘trennen, unterscheiden, beurteilen, deuten’ erwägt. Weitere Deutungsversuche führen zu einer Grundvorstellung ‘geistiges Wesen, übernatürliche Kraft’, vgl. Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 291 ff., oder rechnen den Stamm bil- einer Wortgruppe ‘spalten, hauen’ zu und sehen in Bild ‘das Zurechtgehauene, Gestaltete’; so bereits J. Grimm in: ¹DWB 2, 8 f.; vgl. auch Pokorny 1, 117 f. Im Dt. weist Bild, das vor allem bei Notker, den Mystikern und Chr. Wolff in philosophische Erörterungen Eingang findet, schon in der ältesten Sprachstufe eine reiche Bedeutungsdifferenzierung auf. Bestimmte semantische Verwendungen zeigen sich deutlicher in Zusammensetzungen oder Präfigierungen wie Ebenbild n. ‘dem Muster gleichende Nachbildung’, ahd. ebanbilidi (Hs. 12. Jh.), mhd. ebenbilde ‘Vorbild, Beispiel’; Abbild n. ‘flächige oder plastische Wiedergabe, Nachbildung’, spätmhd. frühnhd. abbild(e), anfangs häufig in der Fügung Abbild nehmen ‘ein Muster nachahmen’, allgemeiner verbreitet seit Ende des 18. Jhs.; Vorbild n. ‘Muster, Beispiel’, ahd. forabilidi (11. Jh.), mhd. vorbilde ‘Sinnbild, Vorbild’; Urbild n. ‘Vorlage einer Nachbildung, Inbegriff, Ideal’, zunächst Verdeutschung von Archetypus (17. Jh.), seit dem 18. Jh. auch für Original, Ideal, Idee gebraucht. Mit der Bedeutung ‘Äußeres, Gestalt’ begegnet Bild in den seit dem 19. Jh. nur noch abschätzig, früher aber wertneutral verwendeten Komposita Mannsbild n., Weibsbild n., frühnhd. (15. Jh.) zusammengewachsen aus mhd. mannes bilde und wībes bilde. Verhältnismäßig jung ist Lichtbild n. ‘Photographie’ (Mitte 19. Jh.), dem eine gleichlautende Gelegenheitsbildung mit der Bedeutung ‘durch Lichtstrahlen erzeugtes Bild’ (18. Jh.) vorausgeht. – Gebilde n. ‘Geformtes, künstlich Geschaffenes von nicht näher zu bezeichnendem Aussehen’, aostnfrk. gibilithi ‘Schattenbild, Schemen’ (9. Jh.?), mhd. gebilde ‘Gestalt, gestalteter Gegenstand, Sternbild’, frühnhd. gebild(e) ‘Heiligenbild’ kommt im 16. Jh. außer Gebrauch, wird aber in der 2. Hälfte des 18. Jhs. erneut aufgegriffen, anfangs als klangvollere Nebenform von Bild, doch zunehmend als an bilden (s. d.) angeschlossenes Verbalsubstantiv. Bildnis n. ‘bildliche Darstellung eines Menschen, Porträt’, ahd. bilidinussi n. (oder bilidinussī f.?; Hs. 13. Jh.) ‘Abbild, Bild’, mhd. bildnüsse, bildnisse n. ‘Bild, Gleichnis’, frühnhd. bildnis, bildnus n. und f.; gegen Ende des 17. Jhs. setzen sich die Form Bildnis und neutrales Genus durch, das Femininum findet sich noch in obd. Mundarten. bildlich Adj. ‘durch ein Bild oder durch metaphorische Ausdrucksweise veranschaulicht’, ahd. bilodlīh ‘vorbildhaft’ (8. Jh.), bilidlīh ‘vorbildhaft, nachbildend, wohlgestaltet’ (11. Jh.), mhd. bildelich ‘bildlich, sinnlich wahrnehmbar’ (neben gleichbed. mhd. bildec). bildschön Adj. ‘sehr schön’, seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. (zunächst obd.) zur Charakterisierung des Äußeren von Personen, eigentlich wohl ‘schön wie ein (Heiligen)bild’, vgl. älteres engelschön; dann auch auf unbelebte Gegenstände (19. Jh.) bezogen. In Analogie dazu bildhübsch Adj. ‘sehr hübsch’ (Anfang 19. Jh.). Bildhauer m. ‘Schöpfer plastischer Kunstwerke’, frühnhd. bildhower, bildhauer (2. Hälfte 15. Jh.) und mnd. bilde(n)-, belde(n)houwer; zu Bild in der Bedeutung ‘Skulptur’, vgl. die mhd. Fügung ein bilde houwen (aber mhd. bildemacher ‘Bildhauer’). Bildfläche f. ‘Fläche eines Bildes’ (Anfang 19. Jh.), seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. vor allem geläufig in den (wohl von der Photographie übertragenen) Wendungen auf der Bildfläche erscheinen ‘unerwartet auftauchen, zum Vorschein kommen’ und von der Bildfläche verschwinden ‘abtreten, aus dem Gesichtsfeld schwinden’.
4616 Zeichen · 139 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vorbild

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Vorbild , des -es, plur. die -er. 1 Ein einem andern zur Nachahmung vorgestelltes Bild, sowohl im eigentlichen Verst…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vorbild

    Goethe-Wörterbuch

    Vorbild [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Vorbildn.

    Pfälzisches Wb.

    Vor-bild n. : wie schd., umgspr., Voʳbild [verbr.]. Denne kannscht der zu'me V. nemme [ KL-Enkb ]. Südhess. II 862 .

  4. Sprichwörter
    Vorbild

    Wander (Sprichwörter)

    Vorbild Vorbilder sind gute Lehrmeister. Holl. : Voorbeelden zijn goede leermeesters. ( Harrebomée, II, 404 a . )

  5. Spezial
    Vorbildn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Vorbild , n идеал , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vorbild

22 Bildungen · 20 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von vorbild 2 Komponenten

vor+bild

vorbild setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vorbild‑ als Erstglied (20 von 20)

vorbilden

DWB

vor·bilden

vorbilden , verb. , jünger als vorbild, doch nicht von ihm abgeleitet, sondern zusammensetzung, von vor und bilden ( trennbar ) aus geformt,…

Vorbilder

Campe

vor·bilder

Der Vorbilder , — s, Mz . gl.; die — inn , eine Person, welche etwas vorbildet, ein Vorbild macht.

vorbilderei

DWB

vorbilde·rei

vorbilderei , f. , eingebildete vorstellung ( vgl. oben 2): vorbildereien (phantasmata) so im schlaffe in dem gehirn des menschen entstehen …

vorbilderîn

Lexer

vorbild·erin

vor-bilderîn stf. dîn kiuscheʒ leben künde ie sîn unsers lebens vorbilderîn W. v. Rh. 258, 31 ;

vorbildet

KöblerMnd

vorbildet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. vȫrbildet*

vorbildlich

DWB

vorbild·lich

vorbildlich , adj. , älter fürbildlich, in der art eines vorbildes: vorbildlich, ydealis voc. von 1482 m m 3 b ; vorbildlich, prefigurabile,…

vorbildner

DWB

vorbild·ner

vorbildner , m. , ein vorbildlich schaffender: dasz vor- und nachbildner von natur aus weniger verwandt sind R. Schumann ges. schr. 4, 200 .…

vorbildslehre

DWB

vorbild·s·lehre

vorbildslehre , f. , in der theologie die lehre von den vorbildern ( präfigurationen ) der heilsgeschichte ( typologie ) Campe, s. oben 5 . …

vorbildssumme

DWB

vorbild·s·summe

-summe , f. , gelegenheitsbildung: der höchsten offenbahrung und v. sollten wir uns auch mit der gefasztesten demuth nähern: es ist das heil…

vorbildsweise

DWB

vorbild·s·weise

-weise , adv. : figurativ, bildlich, vorbildsweise Kinderling reinigk. d. deutschen spr. (1795) 267 ; da redet er gleichsam fürbilds- und gl…

vorbildunge

Lexer

vor·bildunge

vor-bildunge stf. vorbedeutung, vorzeichen. alliu diu v., diu wîlint begangen wart in der alten ê Wack. pr. 11,24. ain v. son wir lesen Hpt.…

vorbildungsfigur

DWB

vorbildung·s·figur

-figur , f. : prosopœia ist, wenn man es deutlich geben will, eine v . Meyfart teutsche rhetorik (1653) 359 ( zu vorbildung 1 oder 2). —

vorbildungskraft

DWB

vorbildung·s·kraft

-kraft , f. , einbildungskraft ( s. vorbildung 3): die v., vis imaginandi Schottel ethica (1669) 91 ; die ein- oder v., welche eine ganze id…

vorbildungsposaune

DWB

vorbildung·s·posaune

-posaune , f. ( s. vorbildung 4): seynd lauter buccinae praeambulae et praelusoriae, ... vorbildungsposaunen der letzten posaun Dannhauer ca…

vorbild: vorbildlos

DWB

vorbild: vorbildlos , adj. , ohne vorbild: wie etwas derartiges im bereich der natur und der erfahrung gänzlich v. ist Nietzsche (1895 ff. )…

Ableitungen von vorbild (2 von 2)

urvorbild

DWB

urvorbild für protoplasma Campe verd. wb. (1813) 505 b . —

vorbilde

Lexer

vor-bilde stn. vorbild Schb. 175,3. 198,5. 202,26. 216,33 u. ö.