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Gleichnis

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Gleichnis

Bd. 4, Sp. 296
Gleichnis-ß, gelegentl -ss, auch -s, einmal in frühem Br -nüß GWBB1,5,12; über 300 Belege, mehr als drei Viertel in Bed C; bes im Spätwerk für G-s Anschauungsdenken von zentraler Bedeutung1) u wiederholt Gegenstand sprachtheoret Überlegungen. - In den nicht sehr zahlreichen Belegen unter A zeigt sich noch der Gebrauch der im 19.Jh stark zurückgehenden Bed ‘(Ab-)Bild, Bildnis’. Spezieller Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit der Abbildtheorie Roger Bacons u ihre Anwendung für die Erklärung der Farbentstehung (A4); dabei in Übs u freier Wiedergabe erkennbares Bemühen um begriffl Äquivalenzen zum lat Vokabular Bacons (vgl auch ‘Abbild’ 4 u Anm dazu). - Spezif G-sche Prägung gewinnt das Wort in der Bed ‘Sinnbild, Symbol’ (C2u3), der die Vorstellung vom Gleichnischarakter alles Seienden zugrunde liegt. Dieser umfaßt nicht nur die Eigenschaft des Endlichen, Vergänglichen, über sich hinauszuweisen auf Höheres u Transzendentes, sondern ebenso die Verhältnisse innerhalb der Erscheinungswelt, entspr G-s Sentenz Jedes Existirende ist ein Analogon alles Existirenden GWBN11,126,5f MuR(554). Diese Grundbestimmung des Gleichnisses, seine indirekte Vermittlungs- u Erschließungsleistung, betrifft auch den dritten großen Bedeutungskomplex, die vergleichende, bildl Rede (D). Im Zentrum der theoret Reflexion üb die Gleichnisrede als sprachl Operation (D3, mit bes gewichtigen Belegen aus der ‘Farbenlehre’) steht denn auch weniger ihre dekorative als ihre hermeneut Funktion: nach G-s symbol Sprachkonzept (vgl zB GWBN1,302f FlD 751) kommt der offenen Form des Gleichnisses genuiner Erkenntniswert zu, der zugl auf der Einsicht in die prinzipielle Unhintergehbarkeit des metaphor Ausdrucks beruht.  A Abbild, Bildnis (von jdm, etw)   1 Ebenbild, Gleichbild, Entsprechung nach Erscheinung u Wesen; ‘in Gestalt und G.’ iSv in gleichem Aussehen; einmal ‘Nachbild und G.’  Prediger Schütz aus Bückeburg .. mir als G. seiner längst bekannten Geschwister höchst willkommen GWB35,99,12 TuJ 1801  [Montan, im Kreuzstein das christl Kreuz wiedererkennend:] Man freut sich mit Recht, wenn die leblose Natur ein G. dessen, was wir lieben und verehren, hervorbringt GWB24,48,17 Wj I 4  eine goldne .. Krone, worauf oben das Zeichen des Kreuzes .. und ein Stern zu sehen, in Gestalt und G., wie er den drei Königen erschien GWB411,171,7 DreiKönige GWB492,249,9 Üb:Ternite,PompejanGemälde [1827] zur Bezeichnung od iZshg der Gottebenbildlichkeit des Menschen (in Überschneidung mit C3)  [aus Ottilies Tgb] daß das Menschengebild am vorzüglichsten und einzigsten das G. der Gottheit an sich trägt GWB20,293,10 Wv II 7  wenn das Bild des Unendlichen in uns wühlt .. Mußte er Menschen machen nach seinem Bild, ein Geschlecht das ihm ähnlich sey, was müssen wir fühlen wenn wir Brüder finden, unser G., uns selbst verdoppelt GWBB2,230,14 Gfin Stolbg [ca 18./30.1.75] für ein Kunstprodukt, eine Aufzeichnung als Ebenbild u Zeichen des Schöpfers, Schreibers (in Berührung mit C1)  [vor Abreise nach Marienbad, ein Exemplar der ‘Wanderjahre’ zurücklassend] Beherbergen Sie .. indessen der Wandrer abermals das Weite sucht, dessen Bild und Gleichniss mit wohlwollender Theilnahme GWBB35,39,12 ChStein 25.7.21  Und wie zu Nacht der Himmel erst sich sternet, | Erinnrung uns umleuchtet ferner Minne: | So ward im Federzug des Tags Ereigniß | Mit süßen Worten Ihr [der ‘Trauten’] ein freundlich G. GWB52,345 Das Tagebuch 16   2 künstlich, insbes künstlerisch hergestelltes Bild(nis), Abbildung; mehrf in der verstärkenden od differenzierenden Vbdg ‘Bild(nis) und/oder G.’  das Bild von Lessingen .. Ich wünschte es, um einiger .. Personen willen, die noch nie ein Bild oder G. von ihm gesehen GWBB19,64,9 Körte 13.9.05  [mBez auf Seyffarths Bitte um Porträt-Vorlage für einen Stahlstich] wäre ich schon früher Ihren Wünschen entgegengekommen, hätte ich nur irgend ein Bildniß und G. .. andeuten können GWBB33,285,12 Seyffarth 4.10.20 K GWBB40,388 Blumenbach 20.10.25 K zugl die Bed Sinnbild, Symbol (C) einschließend; einmal iUz ‘Bild’  ein Ordensband mit dem G. der Sonne, ja mit dem Ebenbild des Kaisers selbst verziert GWB7,248,20 DivNot EndlAbschl  [Frick hatte eine Porzellanbüste G-s übersandt] Nehmen Sie dafür den besten Dank, welcher, bey’m Anblick des aufgestellten G-ses einer vorübergehenden Gegenwart, sich immer erneuern .. wird GWBB37,245,19 Frick 22.10.23 K GWBB38,172,13 Zelter 26.6.24   3 für das innere Vorstellungsbild; idVbdg ‘Bild und G.’  Italien, dessen Bild und G. mir viele Jahre vergebens vorschwebte GWB33,188,2 Camp   4 in (philos-)natwiss Zshg, insbes im Aufgreifen der Ontologie RBacons: für das im materiellen Substrat erzeugte (u seinerseits fortzeugende) Abbild eines ‘natürlich Wirksamen’; auch idWdg ‘das G. wirken’, einmal in Analogie dazu ‘sein G. gebären’ (mBez auf die ungeschlechtl Vermehrung der Pflanzen)  Alles Wirksame handelt durch seine Tugend, die es in der untergelegten Materie zur Wirklichkeit bringt. Eine solche (abgeleitete) Tugend wird ein G. [similitudo], ein Bild, ein Artiges genannt und sonst noch auf mancherlei Weise bezeichnet .... so bringt ein natürlich Wirksames immer ein und dasselbe hervor .. was ihm vorkommt macht es zu Seinesgleichen. Wirkt es auf Sinne und Verstandeskräfte, so entsteht das Bild, das Gleichartige .. aber auch in der Materie wird dieses G. [species] gewirkt .. GWBN3,154,17 u 155,7 FlH III RBacon  daß sich .. jede Tugend, jede Kraft, jede Tüchtigkeit, alles dem man ein Wesen, ein Dasein zuschreiben kann, in’s Unendliche vervielfältigt und zwar dadurch, daß immerfort Gleichbilder, G-se, Abbildungen als zweite Selbstheiten von ihm ausgehen, dergestalt daß diese Abbilder sich wieder darstellen, wirksam werden, und indem sie immer fort und fort reflectiren, diese Welt der Erscheinungen ausmachen GWBN3,270,27 FlH V IntentFarb  [für: species] GWBN3,155,11u25 FlH III RBacon Gespr(He2,788) Falk 29.3.13 angewandt auf G-s Theorie von der Farbentstehung (aus dem Zusammentreffen von Licht u Trübe)  Wenn .. die Tugend des Lichts durch das Trübe hindurchstrebt .. so erscheint sein G. Gelb und Gelbroth; setzt aber ein Finsteres dem Trüben Gränze .. so ist dessen G. Blau und Blauroth .... durch dieses [mehrfach] Abgeleitete, durch dieses Bild vom Bilde, durch das G. vom G., [geschieht] das meiste GWBN3,157,14u18 u 158,2 FlH III RBacon uö(ebd) iZshg der Wahrnehmung von Farberscheinungen  [die letzten beiden der vier Lichtarten nach DeLa Chambre] das Licht das in den fixen Farben sich befindet, und das was von diesen als Wirkung, G., Gleichartiges, Species, espèce abgesendet wird GWBN3,296,23 FlH V DeLa Chambre   B Vorbild, Muster, Beispiel; auch im luziferischen Schöpfungsmythos  [Schilderung des Volkes der Kalabresen] wir hatten in unserer Kleinheit nach G. [a somiglianza] griechischer heroischer Zeiten unsere Sinisse, Scironen und Prokrusten [Räuber u Wegelagerer] GWB411,239,16 FrancescoRuffa  Er [Luzifer] bewies .. seine unendliche Thätigkeit, indem er die sämmtlichen Engel erschuf, alle wieder nach seinem G. GWB27,218,25 DuW 8   C Zeichen, Sinnbild, Symbol; mehrf ‘Bild und G.’   1 bedeutsamer Hinweis, (An-)Zeichen, Symptom, sich auf eine reale Entsprechung beziehend  Zu Ende des vorigen Jahrs war das Theater [nach Plünderung Weimars durch frz Truppen] schon wieder eröffnet .. als Wahrzeichen und G., daß in Stadt und Staat alles die alte Richtung angenommen GWB36,3,5 TuJ 1807 GWBB25,36,15 Kanzl Müller 15.9.14   2 Analogon, exemplarischer od idealtypischer Fall  [aus Karlsbad] Alle Zustände der Gesellschaft .. habe ich erlebt. So ein Bade-Sommer ist wirklich ein G. eines Menschenlebens GWBB20,141,17 ChStein 16.8.08  [Montan:] der beste, wenn er Eins thut, thut er alles, oder, um weniger paradox zu sein, in dem Einen, was er recht thut, sieht er das G. von allem, was recht gethan wird GWB24,51,14 Wj I 4  Entstehen und Vergehen, Schaffen und Vernichten .. alles wirkt durch einander, in gleichem Sinn und gleicher Maße; deßwegen denn auch das Besonderste, das sich ereignet, immer als Bild und G. des Allgemeinsten auftritt GWBN11,130,10 MuR(571) GWBN4,141,8 FlH VI  [Zit s v gleichartig] GWB16,326 DemKaiser vÖsterr 88 GWB412,66,11 Üb:Hermann,Tetralogie Griech   3 (symbolhaft) auf Anderes, Abstraktes, meist Höheres, Transzendentes verweisend od dafür stehend  Man bedient sich als Symbol der Ewigkeit der Schlange, die sich in einen Reif abschließt, ich betrachte dieß hingegen gern als G. einer glücklichen Zeitlichkeit .. GWBB24,92,19 Trebra 5.1.14 K  [Friede, bezogen auf die aus Kriegswirren heimkehrende Maria Paulowna:] konnt’ ich meiner hohen | Glückverbreitenden Gesinnung | Wählen kein vollkommner G., | Nicht ein ausdrucksvoller Abbild GWB131,35 Vorsp EröffnWeimTheat 1807 Vs 274  [Kammerdiener gesteht Zerbrechen des Trinkglases, für Eduard Symbol seiner u Ottilies Liebe] Eduard kann nicht zürnen, sein Schicksal ist ausgesprochen durch die That: wie soll ihn das G. rühren? GWB20,415,4 Wv II 18 GWB411,56,3 Shakesp u kein Ende GWB31,277,25 ItR vom symbol Sprachausdruck: auf das Gesetzmäßige, auch auf das Wesen der Gottheit zielend (‘unter jds G. und Namen’)  Alle unsere Erkenntnis ist symbolisch. Eins ist das Symbol vom andern .. Und so ist die Wissenschaft ein künstliches Leben, aus Tatsache, Symbol, G. wunderbar zusammengeflossen Gespr(He2,45) Riemer 21.10.05  [die Vorsteher der päd Provinz:] die drei göttlichen Personen [Trinität], unter deren G. und Namen solche Überzeugungen und Verheißungen [im Credo] ausgesprochen sind GWB24,245,8 Wj II 1 bezogen auf die Erscheinungen der Natur: als Manifestation, Symbol des Göttlichen2); auch unter dem Aspekt der Anschauungs-, Erkenntnismöglichkeit  Das Licht ist eine der ursprünglichen, von Gott erschaffenen Kräfte und Tugenden, welches sein [Gottes] G. in der Materie darzustellen sich bestrebt GWBN3,157,4 FlH III RBacon  nun darf der Mensch als Priester wagen | Gottes G. [das Feuer] aus dem Stein zu schlagen GWB6,241 Div Vermächtnis altpersGlaubens 56  Sollt’ ich nicht ein Gleichniß brauchen | Wie es mir beliebt? | Da uns Gott des Lebens G. | In der Mücke gibt. | .. Da mir Gott in Liebchens Augen | Sich im G. gibt GWB6,286 DivNachl Sollt’ ich nicht 3u8  [mBez auf die Bryophyllum-Pflanze] Das immerfort wachsend Lebende ist doch ein gar zu hübsches Bild und G. des Wesens, von dem wir uns kein Bild machen sollen GWBB41,72,27 Boisserée 27.6.26  Im Namen dessen der Sich selbst erschuf! | .. So weit das Ohr, so weit das Auge reicht | Du findest nur Bekanntes das Ihm gleicht, | Und deines Geistes höchster Feuerflug | Hat schon am G., hat am Bild genug GWB3,73 Proœmion 10 GWBN12,235 NatH Vorbetr im mystischen Schlußchor von ‘Faust’, bezogen auf jegliches Irdische u Zeitliche: als Begrenztes u zugl Über-sich-Hinausweisendes (auf Höchstes, Absolutes, Ewiges3))  [Chorus mysticus:] Alles Vergängliche | Ist nur [dh nichts anderes als] ein G.; | Das Unzulängliche | Hier wird’s Ereigniß; | Das Unbeschreibliche | Hier ist es gethan4); | Das Ewig-Weibliche | Zieht uns hinan GWBFaust II 12105   D vergleichende, bildliche Rede, in veranschaulichender, belebender, auch lehrhafter Funktion; öfter verbunden mit Attr wie ‘sinnlich, sittlich, geistig, poetisch, mythologisch; heiter, artig, zierlich, kühn, verschlungen’   1 (ausgeführter) Vergleich, Analogie, Metapher ua, als bildhaft-anschaul Ausdrucksmittel, belebendes Darstellungselement, auch als poet-rhetor Figur sowie in der Wissenschaftssprache  G-se dürft ihr mir nicht verwehren, | Ich wüßte mich sonst nicht zu erklären GWB51,186 Voß contra Stolberg 9  wenn ich den ganzen Tag Welthändel getrieben habe die ich nicht erzählen kan, muss ich Ihnen die Resultate auf mich sagen, und in G-sen lauff ich mit Sanchos Sprüchwörtern um die Wette GWBB4,292,2 ChStein 14.[9.80]  die eisernen Reifen mit denen mein Herz eingefasst wird treiben sich täglich fester an dass endlich gar nichts mehr durchrinnen wird. — Wenn Sie das Gleichniss fortsezzen wollen, so liegt noch eine schöne Menge Allegorie drinn GWBB3,225,15 ChStein 19.[5.78]  Bewußtseyn und Bewußtlosigkeit .. wie Zettel und Einschlag, ein G. das ich so gern brauche GWBB49,282,9 Humboldt 17.3.32  Durch Beispiele und G-se will er [Grimaldi] uns von der Zartheit eines so subtilen materiellen Wesens [des Lichts], das gleichsam nur wie ein geistiger Aushauch wirkt, überzeugen GWBN3,311,1 FlH V AA14,18 Werth1 I~Werth2 GWB22,156,12 Lj V 4 GWBN3,250,24 FlH V GWBN3,272,14 FlH V IntentFarb bes als Charakteristikum der Homerischen Epik  wenn der Dichter .. Beschreibung in thätige Darstellung verwandelt und zuletzt durch G-se den Bezug der Außenwelt zur Menschheit auf das lebendigste zu bewirken weiß GWB411,508,4 EntwEinl Ilias Ausz 1821 GWBB35,239,14 Knebel [16.1.22] GWB411,268,20u24 Ilias Ausz 2 uö(häufig ebd) als Bestandteil regionaltypischen Sprachverhaltens  Der Oberdeutsche .. und vielleicht vorzüglich derjenige, welcher dem Rhein und Main anwohnt .. drückt sich viel in G-sen und Anspielungen aus, und .. bedient .. sich sprüchwörtlicher Redensarten GWB27,58,7 DuW 6 — auch die Bed Beispiel annehmend; einmal ‘als ein G. dienen’  Physiologische Farben .... Die subjectiven Höfe .. Aus dem Conflict des Bewegenden mit dem Bewegten entsteht eine undulirende Bewegung. Man kann das G. von den Ringen im Wasser hernehmen. Der hineingeworfene Stein treibt das Wasser nach allen Seiten GWBN1,44,12 FlD 98 GWBN10,15,23 Porphyrartig   2 (größere) gleichnishafte Darstellung, abgeschlossene Gleichniserzählung, Parabel  [Schnaps:] Den guten unstudirten Leutchen .. Trägt man eine Sache besser durch Exempel, durch G-se vor [folgt grotesk-gleichnishafte Spielszene vom Revolutionsgeschehen] .... Macht keine Umstände, es ist ja nur ein G. [Märten:] Ja so! Ein G. .... [Schnaps:] Ihr müßt im G-se bleiben GWB17,278,22 u 280,7f u 281,17 Bürggeneral 9  [frühe Bibellektüre] die Begebenheiten, die Lehren, die Symbole, die G-se, alles hatte sich tief bei mir eingedrückt GWB27,97,2 DuW 7 auch in Verschmelzung mit Bed C, bezogen auf Erzählwerk od Gedicht (wiederholt in frühen Titelfassungen)  Ich hatte .. ein wunderbares Werk [‘Reise der Söhne Megaprazons’] begonnen, eine Reise von sieben Brüdern verschiedener Art .. abenteuerlich und mährchenhaft, verworren, Aussicht und Absicht verbergend, ein G. unsers eignen Zustandes GWB33,191,12 Camp  Anmuthige Übersetzung meiner kleinen Gedichte gab zu nachstehendem G. Anlaß .. Ein G. | Jüngst pflückt ich einen Wiesenstrauß GWBB44,102,10u12 Zelter 21.5.28  Ein Gleichniss [Autoren GWB2,203] GWB2,346 Titel-Var  [für: emblème] GWB40,224,17 Staël,Dichtgn   3 als Gegenstand krit Erörterung u theoret Reflexion; öfter neben anderen stilist-rhetor u literar Form- u Gattungsbezeichnungen  Mittag Eckermann. Über Tropus, Metapher G., Fabel, Symbol, Allegorie pp. GWBTgb 29.10.25  Breitingers kritische Dichtkunst .... die poetischen Bilder .. waren das Erste, was in Betrachtung gezogen wurde. Man fing von den G-sen an .. Bilder also! GWB27,78,12 DuW 7  Worte und Bild sind Correlate, die sich immerfort suchen, wie wir an Tropen und G-sen genugsam gewahr werden GWB422, 130,8 MuR(188)  die entferntere Welt, wozu ich die ganze Natur rechne. Diese bringt der epische Dichter, der sich überhaupt an die Imagination wendet, durch G-se näher, deren sich der Dramatiker sparsamer bedient GWB412,222,16 Epische u dramatDichtg GWBN51,301,18 EntoptFarb 33 GWB7,104,2 DivNot Überg vTropen zuGleichn [Überschr] iVbdg mit grundsätzlichen, Wesen, Funktion, Leistungsfähigkeit betr Aspekten; bildhaft-redensartl: ‘ein G. hinkt’  G-se .. die das unmittelbarste Anschauen des Natürlichen, Wirklichen voraussetzen und zugleich .. einen hohen sittlichen Begriff erwecken, der aus dem Grunde eines reinen ausgebildeten Gefühls hervorsteigt GWB7,74,18 DivNot Allgemeines  Gleichnisse, welche desto mehr Wert haben, je mehr sie sich dem Gegenstande nähern, zu dessen Erleuchtung sie herbeygerufen worden. Die vortrefflichsten aber sind: welche den Gegenstand völlig decken und identisch mit ihm zu werden scheinen GWBB34,137,11 Knebel 21.2.21  Wie man .. zu sagen pflegt, daß jedes G. hinke, welches eigentlich nur soviel heißen will, daß es nicht identisch mit dem Verglichenen zusammenfalle; so muß eben dieses sogleich bemerkt werden, wenn man ein G. zu lange und zu umständlich durchführt, da die Unähnlichkeiten, welche durch den Glanz des Witzes verborgen wurden .. in einer .. abgeschmackten Realität zum Vorschein kommen GWBN3,274,3u7 FlH V IntentFarb  [betr Einl zur ‘Farbenlehre’] bey so einfachen, der Behandlung leicht entschwindenden Phänomenen müssen wir uns mit Analogien, G-sen, Symbolen und allerley Arten von bildlichen Ausdrücken helfen GWBN52,13,31 Fl Plp  [Beschreibung von Naturphänomenen in antithet Begriffen] Man hat .. ein Wirken ein Widerstreben, ein Thun ein Leiden .. überall bemerkt und genannt; und so entsteht eine Sprache, eine Symbolik, die man auf ähnliche Fälle als G., als nahverwandten Ausdruck, als unmittelbar passendes Wort anwenden und benutzen mag. Diese universellen Bezeichnungen, diese Natursprache auch auf die Farbenlehre anzuwenden .. war die Hauptabsicht des gegenwärtigen Werkes N1,XI,15 Fl Vorw GWB24,251,12 u 252,2 Wj II 2 GWBB31,136,17 Schubarth 21.4.19   4 in einschränkender Bewertung, meist konkr-situativ, auch ‘sich in G-sen herumbeißen’  [Leonore zu Antonio, der sich üb die Begünstigung Tassos beklagt:] Der Baum ist breit, mein Freund, der Schatten gibt, | Und keiner braucht den andern zu verdrängen. [Antonio:] Wir wollen uns, Eleonore, nicht | Mit einem G. hin und wieder spielen Tasso 2012  [Vergl mit math-natwiss ua Beschreibungsweisen flüchtiger Naturerscheinungen] Dagegen erscheinen die moralischen Formeln, welche freilich zartere Verhältnisse ausdrücken, als bloße G-se und verlieren sich .. zuletzt in Spiele des Witzes GWBN1,303,25 FlD 752  [Susanne, mBez auf pietist ‘Brüder- und Schwesterversammlungen’:] daß viel Wortkram, Bilder, G-se, herkömmliche Redensarten .. sich immerfort wie um eine gemeinsame Achse herumdrehten GWB251,237,8 Wj III 13 AA49,26 Werth I   E für den Akt des Vergleichens (teilw von Bed D nicht klar unterscheidbar), auch in krit Betrachtung  Sie vergleichen sich mit dem Herrn von Abgrund [Titelfigur in JESchlegels ‘Der Geheimnisvolle’], aber dieses Gleichnüß ist falsch GWBB1,5,12 Ysenburg 2.6.64  [iZshg mit WJones’ Vergl der oriental Dichter mit ‘Lateinern und Griechen’] Jedermann erleichtert sich durch Vergleichung das Urtheil, aber man erschwert sich’s auch: denn wenn ein G., zu weit durchgeführt, hinkt, so wird ein vergleichendes Urtheil immer unpassender, je genauer man es betrachtet GWB7,108,12 DivNot Warnung uö(vereinzelt) verbunden mit bes (emphat) Charakterisierung  [auf einem Granitgipfel] zu höheren Betrachtungen der Natur hinauf gestimmt .. wird .. ein G. in mir rege, dessen Erhabenheit ich nicht widerstehen kann. So einsam .. wird es dem Menschen zu Muthe, der nur den ältsten, ersten, tiefsten Gefühlen der Wahrheit seine Seele eröffnen will GWBN9,174,11 ÜbGranit pointiert iS eines Analogieschlusses  [anläßl der Lektüre von Breitingers ‘Krit Dichtkunst’] Für die Dichtkunst an und für sich hatte man keinen Grundsatz finden können; sie war zu geistig und zu flüchtig .. Engländer und Franzosen hatten schon über die bildende Kunst theoretisirt, und man glaubte nun durch ein G. von daher die Poesie zu begründen. Jene stellte Bilder vor die Augen, diese vor die Phantasie GWB27,78,8 DuW 7   GWBWelt-Syn GWBBild zu A1 GWBEbenbild GWBNachbild zu A2 GWBAbbild(ung) GWBAbgebilde GWBEbenbild(nis) GWBKonterfei zu A4 GWBAbbild(ung) GWBartig(A-es) GWBEspece GWBGleichbild GWBgleichartig(G-es) Spezies zu B GWBBeispiel Muster(bild) GWBVorbild zu C GWBSymbol GWBZeichen zu C2 GWBAnalogon zu C3 GWBAbbild GWBAbglanz zu D GWBMetapher GWBTrope Tropus zu D1 GWBBeispiel zu E GWBAnalogie GWBVergleich(ung) 1) vgl RStockhammer, Artikel ‘Gleichnis’, in: GHb3 41,388—391 2) vgl dazu ETrunz, Das Vergängliche als Gleichnis in G-s Dichtung. In: GOETHE 16, 1954,36—56 3) In der G-Lit häufig in diesem Sinne interpretiert, zB ETrunz in HA314,743ff; bes in neueren Auslegungen aber auch Vorbehalte gegen einseitige Akzentuierung transzendenter Bezüge. 4) zit nach Reinschr H (mit eigenh Korr G-s, vgl FfA I 72,815f) Nikolaus LohseN.L.
19932 Zeichen · 260 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gleichnisn.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gleichnis , n. , älter auch f. herkunft und form. abstraktbildung aus gleich, adj. und dem suffix -nis ( zur bildung vgl…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gleichnis

    Goethe-Wörterbuch

    Gleichnis -ß, gelegentl -ss, auch -s, einmal in frühem Br -nüß B1,5,12 ; über 300 Belege, mehr als drei Viertel in Bed C…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gleichnis

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gleichnis (lat. Simile ), eine poetische Ausdrucks- oder Darstellungsweise, die neben ein zu charakterisierendes Objekt,…

  4. modern
    Dialekt
    Gleichnisn.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

     Gleichnis n. : ' Lichtbild, Konterfei '. Ich hab dei Gleichnis gsehne in de Zeiding [ Beam Penns 42]. Südhess. II 1386…

  5. Spezial
    Gleichnisn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Gleichnis , n притча , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gleichnis

21 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gleichnis

gleich + -nis

gleichnis leitet sich vom Lemma gleich ab mit Suffix -nis.

gleichnis‑ als Erstglied (19 von 19)

gleichnisart

DWB

gleichnis·art

gleichnisart , f. 1) im plural als bezeichnung bestimmter formen des bildlichen vergleichs, zu gleichnis F: die Fenicier, Egypter ... jhre k…

gleichnisartig

DWB

gleichnis·artig

gleichnisartig , adj. 1) zu gleichnis F ' vergleichende oder bildliche rede ': gegen den prediger Müller benutzt der prinz gleichniszartige …

gleichnisbild

DWB

gleichnis·bild

gleichnisbild , n. 1) in einer art von tautologischer verbindung als ' bildhaftes gleichnis ', zu gleichnis F: der erden reiner staub, und v…

gleichniserzählung

DWB

gleichnis·erzaehlung

gleichniserzählung , f. , zu gleichnis F 2: alle gleichniszworte, gleichniszerzehlungen und gleichniszsprüche, wenn man sie will auslegen na…

Gleichnisfülle

GWB

gleichnis·fuelle

Gleichnisfülle -ß- ‘poetische G.’, in Beschreibung von Calderons Dichtung B34,250,23 Gries 20.5.21 Nikolaus Lohse N.L.

gleichnisgebend

DWB

gleichnisgebend , part. adj. , ' beispielgebend ', zu gleichnis F 2: und wan guotú werk ane allen zwivel me wisent ... denn wort allein, so …

gleichnishaft

DWB

gleichnis·haft

gleichnishaft , adj. , eine junge, aber lebenskräftige bildung. 1) ' symbolisch, symbolhaft ', zu gleichnis B: je mehr der mensch sich ... d…

gleichnishaftig

DWB

gleichnis·haftig

gleichnishaftig , adj. , vereinzelt als ältere bildung wie gleichnishaft 2: ( tropische deutungen ) die da sind (1.) von weiten ähnlich, gle…

gleichnislos

DWB

gleichnis·los

gleichnislos , adj. 1) zu gleichnis A 4 ' bild ', speziell ' götzenbild ', im anschlusz an 2. Mos. 20, 4 : des einen geistigen, bild- und gl…

gleichnismacher

DWB

gleichnis·macher

gleichnismacher , m. , zu gleichnis F ' vergleichende, bildliche rede ': da ich der ewige gleichniszmacher bin, erzählt ich mir auch gestern…

gleichnisrede

DWB

gleichnis·rede

gleichnisrede , f. , seit dem 16. jh., synonym mit gleichnis F als bildlicher, vergleichender rede. als sammelbegriff für die verschiedenste…

gleichnissisch

DWB

gleichniss·isch

gleichnissisch , adj. , gelegenheitsbildung, ' gleichnishaft, in der art eines gleichnisses ', zu gleichnis F: gleichnüssische beschreibung …

gleichnisspiel

DWB

gleichnis·spiel

gleichnisspiel , n. , als ' spiel mit bildern, vergleichen ', im eigentlichen sinne: aber nun wolle die fraw Julia ein mehrers von den gleic…

gleichnisspruch

DWB

gleichnis·spruch

gleichnisspruch , m. , biblisch, zu gleichnis F 1: aus diesen eingeführten und berührten gleichnüszsprüchen ( der bibel ) ist klar und offen…

Gleichnißrêde

Adelung

gleichniss·rede

Die Gleichnißrêde , plur. die -n, eine Rede, oder ein Satz, welcher ein Gleichniß enthält, S. das vorige.

gleichnisweise

DWB

gleichnis·weise

gleichnisweise , adv. , älter auch gleichnus(z)-, gleichnüs(z)weise, vereinzelt gleicheniszweisz M. Ruland lex. alchem. (1612) 42 . 1 1) fas…

gleichniswelt

DWB

gleichnis·welt

gleichniswelt , f. , zu gleichnis B ' sinnbild ': der lyrische genius fühlt aus dem mystischen selbstentäuszerungs- und einheitszustande ein…

gleichniswort

DWB

gleichnis·wort

gleichniswort , n. , ' bildlicher, figürlicher ausdruck ', eine bedeutung, die bei gleichnis als einer ausführlicheren bildrede selten ist, …

Ableitungen von gleichnis (2 von 2)

ungleichnis

DWB

ungleichnis , n. ( f.? s. u. Dracontites ), gegenstück zu gleichnis ( s. d. ). mhd. unglîchnisse. mnl. ongelikenisse. nl. ongelijkenis. vgl.…

vergleichnis

DWB

vergleichnis , n. das ähnliche, das, was sich vergleichen läszt, die ähnlichkeit, gleichnis: zum ersten söllen wir merken der wölf gestalt u…