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Hahn

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
25 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Hahn m.

Hahn m.

Hahn m. männliches Tier bei Hühnern und anderen Vögeln, übertragen auch ‘Absperrvorrichtung in Rohrleitungen oder an Behältern’ (15. Jh.), ‘Zündhebel am Flintenschloß’ (16. Jh.); ahd. (8. Jh.) asächs. hano, mhd. han(e), mnd. mnl. hāne, nl. haan, aengl. got. hana, anord. hani, schwed. dän. hane. Germ. *hanan- führt mit griech. kanachḗ (καναχή) ‘Geräusch, Schall, Getöse’, ēïkanós (ἠϊκανός) ‘Frühsänger’ (Umschreibung für ‘Hahn’), lat. canere ‘singen’ (s. Kantate, Kantor), gallicinium ‘Hahnengeschrei, Morgengrauen’, air. canim ‘ich singe’ auf die Wurzel ie. *kan- ‘singen, klingen’. Der Vogel ist allgemein nach seinem Krähen, das den Tagesbeginn anzeigt, benannt; vgl. die (nicht verwandten) Bildungen russ. petúch (петух), lit. gaidỹs ‘Hahn’ zu russ. pet’ (петь), lit. giedóti ‘singen’. Im Dt. bleibt schwache Flexion bis ins 18. Jh. lebendig (später noch obd.), daneben finden sich seit dem 16. Jh. stark flektierte Formen. Die Wendungen Hahn im Korbe sein (zuerst der beste Hahn im Korbe sein, nämlich ‘das geschätzteste Stück unter jungen Hühnern’), da kräht kein Hahn danach sowie bildlich der rote Hahn ‘Feuersbrunst’ sind frühnhd. vom 16. Jh. an nachzuweisen. Auf Vergleich mit Körperteilen des Hahns beruhen die Pflanzennamen Hahnenfuß m. ‘Ranunkel’ (wegen der gelappten Blätter), ahd. hanafuoʒ, hanenfuoʒ (10. Jh.), mhd. hane(n)vuoʒ, und Hahnenkamm m. Name verschiedener Pflanzen, seit dem 16. Jh. des heute meist Klappertopf genannten Rachenblütlers (wegen Form und Farbe seiner Blüten und Hochblätter), ahd. hanenkamb (9./10. Jh., in botanischer Verwendung wohl seit dem 11. Jh.), mhd. han(en)kamp, nach griech.-lat. alectorolophus, lat. crista gallī. – Hahnrei m. ‘betrogener Ehemann’, mhd. hanerei(e), mnd. hān(en)rey(ge). Die für das Mhd. nur vereinzelt bezeugte, mnd. (hier auch im Sinne von ‘Ehebrecher’) seit dem 15. Jh. vorkommende Bildung, die sich im 16. Jh. auf hd. Gebiet ausbreitet (bei Luther mit Hinweis auf nd. Herkunft), hat ursprünglich wahrscheinlich die Bedeutung ‘Kapaun’, die in verschiedenen Belegen des 16./17. Jhs. noch anklingt; vgl. ostfries. hānrūne ‘Kapaun, Impotenter, Hahnrei’. So wird auch die inhaltlich entsprechende Wendung jmdm. Hörner aufsetzen aus dem früher geübten Brauch verständlich, einem Kapaun als Kennzeichen die abgeschnittenen Sporen in den Kamm einzusetzen, wo sie hornartig weiterwachsen; vgl. Dunger in: Germania 29 (1884) 59 ff. Nicht sicher erklärt ist der zweite Bestandteil des Wortes. Die Versuche, ihn mit mhd. reie, reige, mnd. rei(e) (s. Reigen) oder (wegen der Varianten Hahnreh, -ree im älteren Nhd.) mit Reh (s. d.) zu verbinden, gehen wohl von volkstümlichen Umdeutungen aus. Ostfries. hānrūne legt vielmehr, falls für Hahnrei Entrundung angenommen werden kann, Anschluß an ostfries. rune, rūn(e), mnd. rune, mnl. ruun, rūne, nl. ruin ‘verschnittenes Pferd, Wallach’ nahe (vgl. nl. ruinen ‘kastrieren’), das vielleicht zu ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, ausreißen’ (Pokorny 1, 868) zu stellen ist.
2980 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Hahn

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    1. Der Hahn , des -es, plur. die Hähne, Hahnen oder Hähnen, im Hüttenbaue, diejenigen runden oder länglichen Körner Silb…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hahn

    Goethe-Wörterbuch

    Hahn Gen/AkkSg u Pl auch schwach flekt ‘Hahnen’ (fast nur im Frühwerk) A der männl Hühnervogel 1 Haushahn a das krähende…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hahn

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +6 Parallelbelege

    Hahn , lat. gallus , das männl. Huhn, ein wegen seines den Sonnenaufgang verkündenden Krähens in allen Naturreligionen g…

  4. modern
    Dialekt
    Hahnm.

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Hahn [hân fast allg.; hun D. Si. Ebersw. ; hòn Lix. — Pl. hn, hunən, hêndə. — Demin. hnχə, hintχən, hnəl] m. 1. Hahn.…

  5. Sprichwörter
    Hahn

    Wander (Sprichwörter)

    Hahn 1. A Höön as Bäs üübh san ânj Njoksstâl. ( Amrum. ) – Haupt, VIII, 352, 36; Johansen, 150. Ein Hahn ist Meister auf…

  6. Spezial
    Hahn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hahn m. (-[e]s, Hähne) 1 ‹ornit› (männliches Huhn) ial (iai) m. 2 (Wasserhahn) spina (dal’ega) f. , pipa dal’ega f. 3 (G…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hahn

428 Bildungen · 371 Erstglied · 54 Zweitglied · 3 Ableitungen

hahn‑ als Erstglied (30 von 371)

Hahndarm

SHW

Hahn-darm Band 3, Spalte 47-48

Hahnfuß

SHW

Hahn-fuß Band 3, Spalte 47-48

hahnakeren

LothWB

hahn·akeren

hahnakere n [hnak(ə)rə Fo. ; hònakərə Lix. ] intr. v. zanken. — baier. 1, 1119 hôneckeln; hd. hohnecken Gr. Wtb. 4 2 , 1724 .

Hahnbaum

Wander

hahn·baum

Hahnbaum Er is glei(ch) afn Hânbam 1 . ( Oberösterreich. ) 1 ) Baumsprosse für die Hühner im Stall. Um zu sagen, er ist schnell zornig, glei…

Hahnbieger

Campe

hahn·bieger

Der Hahnbieger , des — s , d. Mz . w. d. Ez. bei den Büchsenmachern, ein eisernes Werkzeug, auf welchem der krumme Hals des Hahnes am Flinte…

Hahnbohrer

Campe

hahn·bohrer

Der Hahnbohrer , des — s , d. Mz . w. d. Ez. 1) Bei den Rothgießern, ein Bohrer, mit welchem das gegossene Loch eines Hahnes zu Röhren  gla…

Hahnbolt

MeckWB

hahn·bolt

Hahnbolt m. Wasserschwertlilie, iris pseudacorus, bes. die unteren Blatteile; abgemäht als Streu dienend Ro AHag .

hahnbrei

DWB

hahn·brei

hahnbrei , m. , auf den blechhämmern ein brei, welcher aus wasser, lehm und kohlenstaub besteht, und worein die bleche getaucht werden, dami…

Hahnbrey

Adelung

hahn·brey

Der Hahnbrey , des -es, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, die -e, auf den Blechhämmern, ein Brey, welcher aus Wasser, Lehm und Kohlen…

Hāhnbǖche

Adelung

hahn·bueche

Die Hāhnbǖche , Hahnbutte, S. Hagebüche, Adelung Hagebutte . Das Beywort hahnebüchen, wird in den niedrigen Sprecharten für grob gebraucht.

Hahnbüchen

Campe

hahn·buechen

† Hahnbüchen , adj . u. adv . von der Hahnbuche oder Hagebuche, besonders vom Holze derselben gemacht  Uneigentlich, grob.

hahnebänder

DWB

hahn·e·baender

hahnebänder , n. pl. die obersten schrägen bänder des innern dachwerks: sechszehn halbe hanebänder. Rüling beschr. v. Nordhausen 76 ; beim h…

hahnebalken

DWB

hahn·e·balken

hahnebalken , m. der oberste querbalken unter der dachfirst, wo der haushahn seinen nächtlichen sitz zu nehmen pflegte. Vilmar 148 ; czu let…

hahnebuche

DWB

hahn·e·buche

hahnebuche , hahnbuche , f. carpinus betulus, eine aus hagene-buche, hagenbuche zusammengezogene form. vgl. hagebuche sp. 140.

hahnebüchen

DWB

hahn·e·buechen

hahnebüchen , adj. zum vorigen, vgl. hagebüchen , hagenbüchen sp. 140. namentlich in dem übertragenen sinne streng, grob, in Mitteldeutschla…

hahnebutte

DWB

hahn·e·butte

hahnebutte , hahnbutte , f. , die frucht der hagerose, gekürzt aus hagenebutte, hagenbutte, vgl. hagebutte sp. 140: hahnebutten wählte B. au…

hahn als Zweitglied (30 von 54)

auerhahn

DWB

auer·hahn

auerhahn , m. tetrao urogallus, bei Fischart Garg. 236 b urhan; grosze fasanen nennt man awrhanen. Münster 489 ; aurhan Henisch 155 ; aurhan…

berghahn

DWB

berg·hahn

berghahn , m. auerhahn, bergfasan: ein erzgebirgischer berghahn. Voss.

Birkenhahn

Wander

birken·hahn

Birkenhahn Er ist dem Birkenhahn kaum (erst, noch nicht) entlaufen. Den Züchtigungen mit der Ruthe. »Kaum auss der Particularschule getrollt…

Braushahn

Adelung

braus·hahn

Der Braushahn , des -es, plur. die -hähne, eine Art Sand- oder Strandläufer, wovon die Männchen sehr schön und bunt, aber fast mit unendlich…

breuhahn

DWB

breuhahn , m. eine art weiszbier, die doch viel wahrscheinlicher von brauen, breuen ( und dem hahn des fasses ) benannt ist, als nach einem …

bromhahn

DWB

brom·hahn

bromhahn , m. was birkhahn, weil er die brombeeren friszt; bei Maaler 79 a bromhan, laubhan.

Fasanhahn

Adelung

fasan·hahn

Der Fasanhahn , die Fasanhenne, das Fasanhuhn, Siehe Fasan.

geduldhahn

DWB

geduld·hahn

geduldhahn , m. » im Hildesheimischen, ein huhn, welches von eheleuten, welche keine kinder zeugen, dem pfarrer jährlich gegeben werden musz…

Gökelhahn

Adelung

gokel·hahn

Der Gökelhahn , des -es, plur. die -hähne, im gemeinen Leben, der Nahme des Hühnerhahnes, zum Unterschiede von den Hähnen anderer Vögel; von…

Gokelhahn

Wander

gokel·hahn

Gokelhahn 1. Ein guter Gokelhahn wird nie feist. – Eiselein, 245. Frz. : Un bon coq ne vient jamais gras. ( Eiselein, 245. ) 2. Zwei Gokelhä…

Grigelhahn

Adelung

Der Grigelhahn , S. Adelung Griegelhahn .

gurgelhahn

DWB

gurgel·hahn

gurgelhahn , m. , auerhahn ( vgl. gurgeln B 1 a) Adelung 2, 849 ; Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 6, 277 ; vom gattungsbegriff her auch …

hanfhahn

DWB

hanf·hahn

hanfhahn , m. die vom volke als männlich angesehene, samen tragende hanfpflanze.

haushahn

DWB

haus·hahn

haushahn , m. gallus gallinaceus domus. Frisch 1, 428 c ; der phenix rein und haushan fein die zwen solten brautfürer sein. Uhland volksl. 3…

kampfhahn

DWB

kampf·hahn

kampfhahn , m. kampflustiger haushahn, oder zum hahnenkampf abgerichteter hahn, wie engl. game-cock, fighting-cock; schon in einem voc. des …

kaphahn

DWB

kap·hahn

kaphahn , m. 1 1) umdeutende form von kapaun, wie 'vashan fasianus ', fasan Mones anz. 3, 50 . Schm. 1, 568 ; man dachte dabei einen ' gekap…

Kollhahn

Wander

koll·hahn

Kollhahn Kollhahn will pfeifen. Dies Sprichwort, welches Herr Kreisgerichtsdirector Ottow in Landeshut handschriftlich in einem ältern Buch …

kothhahn

DWB

koth·hahn

kothhahn , m. der widehopf, auch dreckhahn, stinkhahn. Adelung. Gotthelf 19, 259 . kaathan Maaler 239 a .

Krushahn

MeckWBN

krus·hahn

Wossidia Krushahn m. Kampfläufer, philomachus pugnax Wüstn.-Clod. 252. Syn.: Brus'-, Burrhahn.

kurrhahn

DWB

kurrhahn , m. 1 1) der birkhahn, tetrao tetrix, auch brummhahn ( Nemnich ), beide namen von seiner stimme, die danach als kurren bezeichnet …

kutschhahn

DWB

kutsch·hahn

kutschhahn , m. gleich kalekutschhahn ( s. d. ) und daraus gekürzt. Adelung.

Mahdhahn

DRW

mahd·hahn

Mahdhahn, m. "Hahn als Abgabe an den Grundherrn zur Erntezeit" PfälzWB. IV 1118 1553 PfälzWB. IV 1118

Meidhahn

DRW

meid·hahn

Meidhahn, m. Bestw. zu mhd. meidenen kastrieren? Kapaun, Kapphahn als Naturalabgabe 15. Jh. MittPfalz 21 (1897) 158

Ableitungen von hahn (3 von 3)

behahnen

MeckWB

behahnen befruchten vom Hahn: de Eier sünd behahnt Lu Laup .

Hahn(e)

ElsWB

Ha h n(e) [Hânə Obbruck Ruf. Hlkr. Winzenh. Bühl ; Hân(ə) NBreis. Hf. ; Hnə M. ; Hôn K. Z. ; Pl. Hánə, Hán, Hǽn Str. Rauw. ] m. 1. Hahn. Vo…

urhahn

DWB

urhahn , m. , nebenform zu dem üblichern auerhahn, tetrao urogallus. urgerm. * orzan, urverwandt mit griech. ἔρσην , ἄρρην ' männlich ', die…