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Hahn

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
39 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Hahn

Bd. 3, Sp. 363
Wossidia Hahn flekt. Hahnen, im NW so auch der Nomin. Sing., Pl. meist Hahns m. Hahn, das männliche Huhn, doch auch wie hd. das männliche Tier anderer Vogelarten: gallus, gallinaceus 'ein Hane' Chytr. 379; den besten Hahnen utsäuken (1895) Wa; Pigel, Pagel, Demusklocken, Mudder will den Hahnen locken im Abzählreim Wo. V. 4, 857. 1. mehr oder weniger kennzeichnende Namen: Vadder Hahn MaMalchin@Groß KöthelGKöth; Vaddermann LuLudwigslust@KummerKumm; im Rätsel: Grotprahl Wo. V. 1, 319; Hellerich, -ring 419; Schonötter 13 a; Peter Prühn 54; im Hausstandsreim: Bunte-, Dobbere-, Kile-, Kirijahn Rim. 16; im Tiergespräch mit der Kröte: 'Herr Schneider' V. 2, 18; Henning, eig. Dim. Mantz. Ruh. 8, 67; 13, 21; dazu die Zss. bes. der Kindersprache: Gickel-, Keit-, Klüter-, Kuckel-, Küke-, Kükerükü-, Puuster-, Tickerhahn und der Abzählreime: Mäter-, Meckel-, Meikel-, Mickel-, Minkel-, Mitelhahn. 2. sprichwörtliche Redensarten: Hahn is Hahn, Sall denn' dei Kamm nicht stahn, Wenn so väl Häuhner üm em gahn? RoRostock@AlthagenAHag; Hahn up sinen Meß sin Herr in seinem Hause sein Mi 30a; dei Hahn is up 'n eigen Meß am krœsigsten (driesten) RoRostock@KlockenhagenKlock; Schw; zu jem., der spät abends von der Feldarbeit heimkehrt, sagt man: di hinnert dei Hahn up 'n Meßfaalt nich mihr RoRostock@PrisannewitzPris; von einem, der ein Loch im Strumpfe hat: denn' hett dei Hahn in dei Hacken bäten PaParchim@DobbertinDobb; ebenso: dee hett 'n Hahn nich got fodert Wi; zum schlafmüden Kind: dei Hahn kratzt di Sand in dei Ogen RoRostock@DierhagenDierh; zum Untüchtigen oder Prahlhans: sonnen, as du büst, klarrt dei Hahn alle Morgen nägen ut 'n Meß GüGüstrow@GöllinGöll; von einem Menschen unbekannter Herkunft: denn' hett dei Hahn œwer 'n Süll kratzt Ro Rostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; wenn eine Witwe mit Kindern sich wieder verheiratet: wenn 'n Hauhn tau 'n Hahn kümmt, sünd dei Küken vergäten Schill. Kr. 3, 14b; dei jungen Hahnen perren (treten) am scharpsten HaHagenow@GammGamm; scherzhafte Hoforder oder Abfertigung: stäk 'n Hahn Heu up HaHagenow@RedefinRed; RoRostock@GresenhorstGres; ebenso: gah hen un seih tau, ob dei Hahn 'n Ei leggt hett GüGüstrow@BützowBütz; auf die Frage wennihr abweisend: wenn dei Hahn leggt Wa; 'Hüt mööt ick armer Hahn Poetsche Eyer leggen' (1729) Nds. 15,433b; scherzhafte Drohung: di sall dei Hahn hacken RoRostock@KlockenhagenKlock; der 'Hahn im Korbe' als der Meistgeschätzte schon bei Gry.: 'de ys de beste Hane gewesen in erem (der Papisten) korve' Paw. P 2b. 3. Beispielsprichwörter: ick nähm glik 'n Gastenkuurn för dei Parl, seggt dei Hahn Wo. V. 2,230; man nich ängstlich, säd' dei Hahn tau 'n Rägenworm 236; lat 't Wrangen man sin, säd' dei Hahn tau 'n Maddick, fräten dau ick di doch 237 b; nimm de Föt weg, säd' de Hahn to 't Sadelpierd, süs perr ick di (Ro 1887) 235 a; gah hei bettau, säd' dei Hahn tau den Ossen, oder ick perr di 235 b; irren is minschlich, säd' dei Hahn, dor tred' hei ne Aant Wo. V. 2, 231; nun laßt uns gehn und treten, säd' de Hahn to 'n Arpel 232; Berichtigung, wenn jem. träden für echt mda. perren gebraucht: dat heit perren, träden deit dei Hahn Wa; verfir di nich, säd' dei Voß, dor sprüng' hei up 'n Hahn Wo. V. 2, 162; dei is mi tau olt, säd' dei Voß, as dei Hahn up 'n Bom set 139; is doch wat, säd' dei Voß, dor ret hei den Hahn ne Fedder ut 'n Start 143. 4. Vergleiche: 'Sü, wo se nu dar staen Alse thwe bedröpede haen!' Omich. in Nd. Jb. 54,48; up sin Burhauw güng hei 'rüm, as de Hahn up sinen Meß (stolz und selbstbewußt) Reut. 7,189; hei perrt so kort af as de Hahn geht mit kurzen Schritten HaHagenow@RedefinRed; dei weit sin Lex utwennig as 'n Hahn RoRostock@KlockenhagenKlock; von zwei miteinander Streitenden heißt es: as wenn 'n poor jung' Hahns tauhopfohren Wa; von einem Mann mit graugemischtem Barthaar: hei süht ut as 'n gesprenkelten Hahn ebda; vom Aufgeregten oder Ratlosen: dei löppt rüm as 'n Hahn ahn Kopp Schö; Wi. 5. der krähende Hahn a. im allgemeinen: des Morgens ersetzte er auf dem Lande früher die noch nicht gebräuchliche Uhr; vgl. die Zs. Uhrhahn; in der Tiergeschichte spijöökt (spöttelt) der Hahn über die Instrumente der Musikanten: wat sünd dat för Dinger, hett he seggt, dee hebben jo keenen Klang, œwer min Klang, dat is 'n Himmelhang Wo. V. 2,110; De Wind dee weiht, De Hahn dee kreiht (Tanzlied) Wo. V. 2, 1714 ff.; von einem Menschen unbekannter Herkunft sagt man: dei Wind hett em tau Hus weiht, dei Hahn hett em tau Hus kreiht, so is hei mank dei Lüd' kamen Gü Güstrow@BraunsbergBraunsb; von dem, der an der Heimat klebt, heißt es: dei geiht nich wider, as dat hei dei Hahns kreigen hüren kann Wa; von etwas allgem. bekannt Gewordenem: dat kreihten sick mit dei Wil dei Hahns von dei Tün einanner tau GüGüstrow@BernittBern; im Scheinrätsel: vör unsen Dur liggt 'n Stein, un wenn dei Hahn kreiht, denn röögt hei sick Wo. V. 1,930 a. b. höchst mannigfaltig sind die Deutungen der Hahnenstimme: Kükrükü seggt unse Hahn Wo. V. 2, 1513; so und ähnl. noch oft im Verwunderungslied; Kikeriki, wie alt ist die Marie? 507; Jungfern sünd düer 523a; ... För 'n Schilling gifft 't vier b; Kätel hängt upt Füer 525; weit't ji wat Nig's? 505; min Herr is nich tau Hus 503; fliegt der Hahn krähend auf und sieht einem dabei ins Fenster, so kündigt er Besuch an: kaamt noch frömd' Lüd' 514; blicken Leute in den Hühnerstall, so schilt er: wat daut ji Deuwels hier? den zögernd Weggehenden ruft er zu: nu gaht, nu gaht 520; in der Tiergeschichte ruft er dem Bauern, der den Hof betritt, zu: kümmt dei Düwel, worauf dieser ihn mit den Worten: na, denn sall hei di ok halen, packt und ihm den Kopf abdreht 477; morgens im Stall ruft er zuerst: Gott der Herr hör' 539; draußen: Kikeriki! Schön ist 's in der Früh' 506; abends auf der Stange: ick bün dei Allerhööchst 530; im Tiergespräch mit der Henne: woväl hest all leggt? 472; über den Bauern: dat dat dat is dei Düwel 478; zum Huhn, das ein Ei gelegt hat und gackert ick bün Soldat: düker di, ick bün Korporal 485; wat wat wat wat bedüd't dat? 486; lockend zu den Hühnern: kaamt ji man her 481; Nah Schütten sin Schün! 483; du ok, du ok, du ok, mein Hühnchen 484; hadd 'ck di krägen, hadd 'ck di träden 494; ferner im Tiergespräch auf dem Kornfuder: Kikeriki, all' min, all' min 353; zum Ziegenbock: gah nah frömd' Lüd', worauf als Antwort erfolgt: nä 356; auf der Seefahrt vom Mast: ick seih Helsingür, Helsingür 334 a; mitten auf dem Wasser im stark schaukelnden Kahn: süht trurig ut d; auf die Nachricht der Ente Stargard sall afbrennen: potz dusend zackerlot 354; über Krieg und Soldaten: gifft noch Krieg 338; wat bedüd't dat? 342a; auf des Gänserichs Ruf dei Franzosen kamen: sei sünd jo all hier 345 b; bring' Bier her 348; über Reich und Arm: hier wahnen dei riken Lüd' 349 a; über schlechte Wirtschaft: min Herr hett Schulden maakt 336 a; beim Nahen der Musikanten: nu kamen vörnähm Lüd' 351 a; auf der Hochzeit beim Festmahl: ick wull, dat 't noch 'n Johr wohrt, 'n Johr wohrt 328; auf des Kalbes Frage duert dei Hochtit noch lang'? vom Kornboden: acht Dag' ut un dut 329; auch der Hahn selbst fragt: is dei Hochtit noch nich bald ut? 332; in der Weinhnachtsnacht verkündet er: Christus ist geboren 333 a. c. als Wetterprophet: kräht er noch abends auf dem Wimen, so ändert sich das Wetter SchwSchwerin@DümmerhütteDümmerh; Nützl. Beitr. 36, 174; kräht er viel oder zu ungewöhnlicher Zeit, z. B. kurz vor Mitternacht, oder aufsteigend, so gibt es Regen: Dei Hahn kreiht up 'n Stauhl, Morgen rägent 't 'n Pauhl Bartsch 2, 208; Nützl. Beitr. 42, 129; wenn dei Hahn den Snei bekreiht, möt dei Voß em bebellen es gibt einen langen, strengen Winter LuLudwigslust@LaupinLaup. 6. im Rätsel: Es lebt und lauft, zweimal geboren und nicht getauft so und ähnl. Wo. V. 1, 427a-e; Kem 'n Mann von Hickenpicken, Hadd' 'n Rock von dusend Flicken, Hadd' 'n roden Boort, Züh, wo dei Schelm rohrt 1, 21; Dor kem eins 'n Graf an, Hadd' 'n wunnerschönen Rock an, Nich tau knapp un nich tau wit, Schöner noch as Samt un Sid', Dei was nich stickt, Dei was nich flickt, Was nich von Dauk un nich von Linnen, Un was doch keinen schönern tau finnen 505; wecker sünd dei drei stolzesten Geschöpfe up dei Welt? Dei Frugenslüd', dei Hingst un dei Hahn, dei maken sick all' glik krœnsch, wenn sei ehresgliken tau seihn krigen 567; Scherzfragen: worüm knippt dei Hahn sin Ogen tau, wenn hei kreiht? Hei weit sin Lex utwennig 752; worüm pickt dei Hahn uppe Ierd'? Wil hei nich licken kann 780. 7. im Volksbrauch und -glauben: als Fruchtbarkeitssymbol war der Hahn von jeher Hochzeitsgeschenk oder, in Zuckerwerk oder Butter nachgebildet, Schmuck der Hochzeitstafel; heiratet ein Meister des Schuhmacheramtes, 'so bringe wy (die anderen Meister) em den hanen in syn brudebedde' (Schw 1513) Jb. 57, 176; Fromm Meckl. 108; vgl. Gruthahn (2, 36); um aus den Bruteiern Hähne zu erhalten, muß man das Neststroh für die Hühner von des Mannes Seite aus dem Ehebett nehmen Raabe Allg. Volksb. 35; Hahnenblut hilft eingerieben gegen Gliederschmerzen StaStargard@Groß QuassowGQuass; Kopf und Kamm des Hahns darf man nicht essen, denn dor sitt Zorn un Gall in GüGüstrow@PlaazPlaaz; ein schwarzer Hahn auf dem Hofe bringt Gedeihen (Däg') Bartsch 2, 137; in den Sagen vom Bau einer Brücke oder eines Dammes durch den Teufel vor dem ersten oder dritten Hahnenschrei, in denen er dadurch um seinen ausbedungenen Lohn kommt, daß man den Hahn vorzeitig zum Krähen bringt, sagt der Teufel z. B. beim ersten Hahnenruf: De Hahn kreiht witt, Dat is mi gor nich mit, beim zweiten: De Hahn kreiht rot, Dat kümmt mi an min Blot, beim dritten: De Hahn kreiht swart, Dat kümmt mi an min Hart Bartsch 1,400; in einer Sage vom Aufhänge-Spielen erscheint der Teufel selbst in der Gestalt eines roten Hahns Wo. Sag. 1, 187; ein siebenjähriger Hahn legt ein Basiliskenei Jb. 9,224. 8. im Spiel a. Das Hahnenschlagen war zu Pfingsten, manchenorts auch am Johannistage, eine sehr beliebte, allgem. geübte Belustigung der Dorfjugend, bes. der Pferdeknechte; in eine Grube setzte man einen lebenden Hahn, legte Bretter darüber und stellte umgestülpt einen großen irdenen Topf oder auch eine Flasche darauf; in ausgeloster Reihenfolge verband man alsdann den Teilnehmern am Spiel die Augen, und so mußten sie aus etwa zehn bis zwanzig Schritt Entfernung, nachdem sie dort vorher noch mehrmals nach verschiedenen Richtungen herumgedreht waren, den Topf oder die Flasche zu finden und mit einem Dreschflegel, den man ihnen über den Nacken legte, zu zerschlagen versuchen; war dies gelungen, so wurde der Hahn entweder geschlachtet und gemeinsam verspeist oder verkauft und der Erlös vertrunken, oder der erfolgreiche Schläger erhielt den Hahn, der stets auf gemeinsame Kosten der Teilnehmer gekauft war, als Preis; später kam es vielfach nur darauf an, den unmittelbar unter einen großen Topf gesetzten Hahn durch Zerschlagen des Topfes mit einem derben Stock zu befreien Wo. Sa.; Raabe Allg. Volksb. 228; Bartsch 2, 280. b. Hahn, ick seih di ein Versteck- und Greifspiel der Kinder; wer beim Abzählen übrig bleibt, ist Hahn; er versteckt sich; die andern, die Häuhner, haben eine Hand am Mal, einer Wand, Tür oder dgl.; nach einigem Warten gehen sie auf die Suche; wer den Hahn erblickt, ruft Hahn, ick seih di; dieser antwortet dat freut mi und versucht, die weglaufenden Häuhner zu greifen und anzuschlagen; bei wem ihm dies gelungen ist, der muß ihm beim weiteren Greifen helfen und die gegriffenen festhalten, damit er sie anschlagen kann; wer das Mal berührt, darf nicht mehr angeschlagen werden; dabei dürfen sich mehrere bei der Hand fassen und in einer Kette am Mal hängen; wer als letzter übrig bleibt, wird im nächsten Spiel Hahn Ro; PaParchim@WulfsahlWulfs; eine andere Spielform ist die, daß die Häuhner sich verstecken und dem sie suchenden Hahn zu gelegener Zeit zurufen Hahn, Hahn, ick seih di, Wenn du mi sühst, denn freu di HaHagenow@ZarrentinZarr; eine dritte Spielform ist die um ein freistehendes Gebäude; der Sucher darf nur um die beiden vorderen Ecken herumblicken, während die andern Mitspieler hinter dem Gebäude versteckt sind, aber öfters seitlich hervorkommen; sieht der Sucher einen, so ruft er Hahn, ick seih di, und der so Angerufene wird nun Sucher LuLudwigslust@LoosenLoos. c. das Kartenspiel Hahn mit drei Koorten; jeder der drei bis fünf Spieler erhält drei Karten; die nächste Karte wird als Trumpf aufgedeckt; die übrigen werden verdeckt daraufgelegt; wer keine drei Karten mehr hat, nimmt sich von diesem Haufen; wer, nachdem ausgespielt ist, nicht stechen kann, muß die liegenden Karten einnehmen; können es alle, so nimmt der letzte die liegenden Karten und spielt wieder aus; wer die letzten Karten behält, hat verloren und ist Hahn PaParchim@WulfsahlWulfs; Kartenspiele bezeichnen auch die Zss. Deckel-, Deck-, Fuscher-, Kunterhahn. 9. übertr. a. dei rode Hahn Brand, Feuersbrunst allgem.; es brennt: Hoch sitt nu stolz de rode Hahn Un sleiht vör Freuden mit de Flüchten Reut. 7, 29; Dunn stünn de heel Nuurdkant in Für, As set dor de rod' Hahn Hoch baben hoch up de oll Ir Bri. 1, 168; durch Feuer vernichtet werden, niederbrennen: dor (über das Haus) is de rod' Hahn œwerflagen StaStargard@WulkenzinWulk; so schon Slagg.: 'eyn rOet hane schal noch aver dat kloster vlegen' 90; einem das Haus in Brand stecken: einen 'n roden Hahn œwert Hus fleigen laten Pa Parchim@SpornitzSporn; ... upt Dack' setten GüGüstrow@GülzowGülz; Reut. 7, 194. b. Geräte von Hahnen- oder hahnenähnlicher Gestalt: der Turmhahn als Wetterfahne, auch in den Zss. Wäder-, Windhahn; Scherzrätsel: worüm is up 'n Kirchturm 'n Hahn un kein Hauhn? Süs müßt dei Köster jeden Morgen rupklarrern un tasten LuLudwigslust@LeussowLeuss; Urteil über eine unerwartete Leistung eines für untüchtig Geltenden: ja, wenn dei Hahn up 'n Turm sick verfiert, leggt hei 'n Ei Pa Parchim@PlauPlau; Hahn am Schloß einer Schußwaffe; Zs. Flintenhahn; Zapfhahn am Faß, auch in der Zs. Tapphahn, an Wasserbecken oder der Wasserleitung; Zs. Waterhahn; von hier weiter übertr. auf den menschlichen Körper männliches Glied RoRostock@KröpelinKröp; Zss.: Füt-, Nill-, Pip-, Piß-, Prill-, Trillhahn. c. auf Menschen selbst übertr. nur in Zss. wie Dick-, Gift-, Gold-, Kampf-, Keck-, Keit-, Keuer-, Klauk-, Kreih-, Mull-, Plück-, Pu-, Purt-, Snapp-, Snutzhahn und als Familienname. 10. Dim. Hähnken: Dor döschen twei Hähnken (Verwunderungslied) Wo. V. 2, 1666, 4; epistomium 'haneken' Chytr. 71; Zss.: Katt-, Köthähnken. 11. Weitere Zss.: Brat-, Bräuh-, Brut-, Häuhner-, Hus-, Kapp-, Kapun-, Rok-, Smäd'-, Tuchthahn; Klabauts-, Kuller-, Kun-, Puter-, Put-, Pagelun-, Kraunenhahn; Brus-, Burr-, Klas-, Seehahn; Knurr-, Turrhahn; Brill-, Papp-, Peck-, Sturrhahn. FN.: Hahnenbarg, -born; Hahnenbusch, Hahnstücken. — Mnd. hane m. — Br. Wb. 2, 575; Dä. 165a; Kü. 1, 675; Me. 2, 555; Schu. 3.
14285 Zeichen · 152 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Hahn

    Adelung (1793–1801) · +21 Parallelbelege

    1. Der Hahn , des -es, plur. die Hähne, Hahnen oder Hähnen, im Hüttenbaue, diejenigen runden oder länglichen Körner Silb…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hahn

    Goethe-Wörterbuch

    Hahn Gen/AkkSg u Pl auch schwach flekt ‘Hahnen’ (fast nur im Frühwerk) A der männl Hühnervogel 1 Haushahn a das krähende…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hahn

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +6 Parallelbelege

    Hahn , lat. gallus , das männl. Huhn, ein wegen seines den Sonnenaufgang verkündenden Krähens in allen Naturreligionen g…

  4. modern
    Dialekt
    Hahnm.

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Hahn [hân fast allg.; hun D. Si. Ebersw. ; hòn Lix. — Pl. hn, hunən, hêndə. — Demin. hnχə, hintχən, hnəl] m. 1. Hahn.…

  5. Sprichwörter
    Hahn

    Wander (Sprichwörter)

    Hahn 1. A Höön as Bäs üübh san ânj Njoksstâl. ( Amrum. ) – Haupt, VIII, 352, 36; Johansen, 150. Ein Hahn ist Meister auf…

  6. Spezial
    Hahn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hahn m. (-[e]s, Hähne) 1 ‹ornit› (männliches Huhn) ial (iai) m. 2 (Wasserhahn) spina (dal’ega) f. , pipa dal’ega f. 3 (G…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hahn

428 Bildungen · 371 Erstglied · 54 Zweitglied · 3 Ableitungen

hahn‑ als Erstglied (30 von 371)

Hahndarm

SHW

Hahn-darm Band 3, Spalte 47-48

Hahnfuß

SHW

Hahn-fuß Band 3, Spalte 47-48

hahnakeren

LothWB

hahn·akeren

hahnakere n [hnak(ə)rə Fo. ; hònakərə Lix. ] intr. v. zanken. — baier. 1, 1119 hôneckeln; hd. hohnecken Gr. Wtb. 4 2 , 1724 .

Hahnbaum

Wander

hahn·baum

Hahnbaum Er is glei(ch) afn Hânbam 1 . ( Oberösterreich. ) 1 ) Baumsprosse für die Hühner im Stall. Um zu sagen, er ist schnell zornig, glei…

Hahnbieger

Campe

hahn·bieger

Der Hahnbieger , des — s , d. Mz . w. d. Ez. bei den Büchsenmachern, ein eisernes Werkzeug, auf welchem der krumme Hals des Hahnes am Flinte…

Hahnbohrer

Campe

hahn·bohrer

Der Hahnbohrer , des — s , d. Mz . w. d. Ez. 1) Bei den Rothgießern, ein Bohrer, mit welchem das gegossene Loch eines Hahnes zu Röhren  gla…

Hahnbolt

MeckWB

hahn·bolt

Hahnbolt m. Wasserschwertlilie, iris pseudacorus, bes. die unteren Blatteile; abgemäht als Streu dienend Ro AHag .

hahnbrei

DWB

hahn·brei

hahnbrei , m. , auf den blechhämmern ein brei, welcher aus wasser, lehm und kohlenstaub besteht, und worein die bleche getaucht werden, dami…

Hahnbrey

Adelung

hahn·brey

Der Hahnbrey , des -es, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, die -e, auf den Blechhämmern, ein Brey, welcher aus Wasser, Lehm und Kohlen…

Hāhnbǖche

Adelung

hahn·bueche

Die Hāhnbǖche , Hahnbutte, S. Hagebüche, Adelung Hagebutte . Das Beywort hahnebüchen, wird in den niedrigen Sprecharten für grob gebraucht.

Hahnbüchen

Campe

hahn·buechen

† Hahnbüchen , adj . u. adv . von der Hahnbuche oder Hagebuche, besonders vom Holze derselben gemacht  Uneigentlich, grob.

hahnebänder

DWB

hahn·e·baender

hahnebänder , n. pl. die obersten schrägen bänder des innern dachwerks: sechszehn halbe hanebänder. Rüling beschr. v. Nordhausen 76 ; beim h…

hahnebalken

DWB

hahn·e·balken

hahnebalken , m. der oberste querbalken unter der dachfirst, wo der haushahn seinen nächtlichen sitz zu nehmen pflegte. Vilmar 148 ; czu let…

hahnebuche

DWB

hahn·e·buche

hahnebuche , hahnbuche , f. carpinus betulus, eine aus hagene-buche, hagenbuche zusammengezogene form. vgl. hagebuche sp. 140.

hahnebüchen

DWB

hahn·e·buechen

hahnebüchen , adj. zum vorigen, vgl. hagebüchen , hagenbüchen sp. 140. namentlich in dem übertragenen sinne streng, grob, in Mitteldeutschla…

hahnebutte

DWB

hahn·e·butte

hahnebutte , hahnbutte , f. , die frucht der hagerose, gekürzt aus hagenebutte, hagenbutte, vgl. hagebutte sp. 140: hahnebutten wählte B. au…

hahn als Zweitglied (30 von 54)

auerhahn

DWB

auer·hahn

auerhahn , m. tetrao urogallus, bei Fischart Garg. 236 b urhan; grosze fasanen nennt man awrhanen. Münster 489 ; aurhan Henisch 155 ; aurhan…

berghahn

DWB

berg·hahn

berghahn , m. auerhahn, bergfasan: ein erzgebirgischer berghahn. Voss.

Birkenhahn

Wander

birken·hahn

Birkenhahn Er ist dem Birkenhahn kaum (erst, noch nicht) entlaufen. Den Züchtigungen mit der Ruthe. »Kaum auss der Particularschule getrollt…

Braushahn

Adelung

braus·hahn

Der Braushahn , des -es, plur. die -hähne, eine Art Sand- oder Strandläufer, wovon die Männchen sehr schön und bunt, aber fast mit unendlich…

breuhahn

DWB

breuhahn , m. eine art weiszbier, die doch viel wahrscheinlicher von brauen, breuen ( und dem hahn des fasses ) benannt ist, als nach einem …

bromhahn

DWB

brom·hahn

bromhahn , m. was birkhahn, weil er die brombeeren friszt; bei Maaler 79 a bromhan, laubhan.

Fasanhahn

Adelung

fasan·hahn

Der Fasanhahn , die Fasanhenne, das Fasanhuhn, Siehe Fasan.

geduldhahn

DWB

geduld·hahn

geduldhahn , m. » im Hildesheimischen, ein huhn, welches von eheleuten, welche keine kinder zeugen, dem pfarrer jährlich gegeben werden musz…

Gökelhahn

Adelung

gokel·hahn

Der Gökelhahn , des -es, plur. die -hähne, im gemeinen Leben, der Nahme des Hühnerhahnes, zum Unterschiede von den Hähnen anderer Vögel; von…

Gokelhahn

Wander

gokel·hahn

Gokelhahn 1. Ein guter Gokelhahn wird nie feist. – Eiselein, 245. Frz. : Un bon coq ne vient jamais gras. ( Eiselein, 245. ) 2. Zwei Gokelhä…

Grigelhahn

Adelung

Der Grigelhahn , S. Adelung Griegelhahn .

gurgelhahn

DWB

gurgel·hahn

gurgelhahn , m. , auerhahn ( vgl. gurgeln B 1 a) Adelung 2, 849 ; Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 6, 277 ; vom gattungsbegriff her auch …

hanfhahn

DWB

hanf·hahn

hanfhahn , m. die vom volke als männlich angesehene, samen tragende hanfpflanze.

haushahn

DWB

haus·hahn

haushahn , m. gallus gallinaceus domus. Frisch 1, 428 c ; der phenix rein und haushan fein die zwen solten brautfürer sein. Uhland volksl. 3…

kampfhahn

DWB

kampf·hahn

kampfhahn , m. kampflustiger haushahn, oder zum hahnenkampf abgerichteter hahn, wie engl. game-cock, fighting-cock; schon in einem voc. des …

kaphahn

DWB

kap·hahn

kaphahn , m. 1 1) umdeutende form von kapaun, wie 'vashan fasianus ', fasan Mones anz. 3, 50 . Schm. 1, 568 ; man dachte dabei einen ' gekap…

Kollhahn

Wander

koll·hahn

Kollhahn Kollhahn will pfeifen. Dies Sprichwort, welches Herr Kreisgerichtsdirector Ottow in Landeshut handschriftlich in einem ältern Buch …

kothhahn

DWB

koth·hahn

kothhahn , m. der widehopf, auch dreckhahn, stinkhahn. Adelung. Gotthelf 19, 259 . kaathan Maaler 239 a .

Krushahn

MeckWBN

krus·hahn

Wossidia Krushahn m. Kampfläufer, philomachus pugnax Wüstn.-Clod. 252. Syn.: Brus'-, Burrhahn.

kurrhahn

DWB

kurrhahn , m. 1 1) der birkhahn, tetrao tetrix, auch brummhahn ( Nemnich ), beide namen von seiner stimme, die danach als kurren bezeichnet …

kutschhahn

DWB

kutsch·hahn

kutschhahn , m. gleich kalekutschhahn ( s. d. ) und daraus gekürzt. Adelung.

Mahdhahn

DRW

mahd·hahn

Mahdhahn, m. "Hahn als Abgabe an den Grundherrn zur Erntezeit" PfälzWB. IV 1118 1553 PfälzWB. IV 1118

Meidhahn

DRW

meid·hahn

Meidhahn, m. Bestw. zu mhd. meidenen kastrieren? Kapaun, Kapphahn als Naturalabgabe 15. Jh. MittPfalz 21 (1897) 158

Ableitungen von hahn (3 von 3)

behahnen

MeckWB

behahnen befruchten vom Hahn: de Eier sünd behahnt Lu Laup .

Hahn(e)

ElsWB

Ha h n(e) [Hânə Obbruck Ruf. Hlkr. Winzenh. Bühl ; Hân(ə) NBreis. Hf. ; Hnə M. ; Hôn K. Z. ; Pl. Hánə, Hán, Hǽn Str. Rauw. ] m. 1. Hahn. Vo…

urhahn

DWB

urhahn , m. , nebenform zu dem üblichern auerhahn, tetrao urogallus. urgerm. * orzan, urverwandt mit griech. ἔρσην , ἄρρην ' männlich ', die…