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greinen

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
22 in 18 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
94
Verweise raus
61

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

greinen

greinen

grinsen Vb. ‘breit lächeln’ (als Ausdruck von Schadenfreude, Zufriedenheit, Einfalt oder Verlegenheit), in dieser Bedeutung seit dem 16. Jh. bezeugt (zuvor ‘knirschen’, 15. Jh.; omd. auch ‘weinen’, 17. Jh.), ist eine Intensivbildung (mit mhd. nhd. -sen, ahd. -isōn, das hier vielleicht anstelle von mhd. nhd. -zen, ahd. -azzen steht, vgl. die noch im 19. Jh. literatursprachlich vorkommende Variante grinzen) zu dem nur bis ins 16. Jh. gebräuchlichen Verb mhd. frühnhd. grinnen ‘knirschen, grunzen, keifen’ (vgl. mnd. grinsen ‘grunzen’, grinnen, gransen, grensen ‘den Mund verziehen, knirschen, grunzen, murren’). Dieses grinnen verschmilzt im Nhd. offenbar mit verwandtem greinen Vb. ‘weinen, weinend klagen’, ahd. grīnan ‘bellen, heulen, knurren’ (9. Jh.), mhd. grīnen ‘lachend, knurrend, winselnd oder weinend den Mund verziehen’, mnd. grīnen ‘den Mund verziehen, weinen, knurren, grunzen, knirschen’, selten ‘grinsen’, mnl. grīnen ‘schreien, heulen, hohnlachen’, nl. grijnen, grienen ‘weinen, flennen’, anord. grīna ‘grinsen’, schwed. grina ‘grinsen, flennen’, wozu mit Ablaut aengl. grānian, engl. to groan ‘stöhnen, seufzen’. Nhd. greinen, im 17./18. Jh. von der starken zur schwachen Flexion übertretend, bedeutet zunächst noch ‘knurren, grunzen, brüllen, keifen, weinen’, engt sich aber seit dem 18. Jh. auf die heutige Verwendung ein. Die nd. Form grienen Vb. dringt dagegen im 19. Jh. als Synonym für grinsen von Norden her in die Literatursprache ein. Für die im Germ. reich entwickelte Verbgruppe (mit wechselndem Vokal, vgl. auch ahd. granōn ‘grunzen’, 9. Jh., mhd. grannen, grennen ‘flennen, weinen’, aengl. grennian, engl. to grin ‘die Zähne fletschen’, anord. grenja ‘heulen’), deren gemeinsame Ausgangsbedeutung als ‘den Mund breitziehen und die Zähne zeigen’ angegeben werden kann, fehlen außergerm. Verwandte (afrz. grignier ‘den Mund verziehen, klagen, winseln’, ital. digrignare ‘die Zähne fletschen, knurren’ sind Entlehnungen aus dem Germ.). Die weitere Herkunft ist deshalb ungeklärt, doch kommt möglicherweise Lautnachahmung in Betracht.
2062 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    greinenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    greinen swv. grînen machen Teichn. 316.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    greinensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    greinen , sw. V. Vw.: s. grēnen (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Greinen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Greinen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, aber nur in den niedrigen Sprecharten üblich ist. E…

  4. modern
    Dialekt
    greinen

    Schweizerisches Idiotikon · +5 Parallelbelege

    greinen Band 2, Spalte 745 greinen 2,745

  5. Sprichwörter
    Greinen

    Wander (Sprichwörter)

    Greinen 1. 'S Greinen thut nicht weh und 's Schlagen geht nicht lange her. ( Oberösterreich. ) 2. Wer grînt, brûkt ênmal…

  6. Spezial
    greinen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    grei|nen vb.intr. mecherné (-nëia), raugné (-gna), bradlé (-la), berié (-iëia), pité (pita).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit greinen

5 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von greinen 2 Komponenten

gre+inen

greinen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

greinen als Zweitglied (2 von 2)

Ableitungen von greinen (3 von 3)

begreinen

DWB

begreinen , deplorare, beweinen. Stieler 700 .

ergreinen

DWB

ergreinen , lacrimari, flere, anheben zu greinen.

vergreinen

PfWB

ver-greinen schw. : sich v. 'viel weinen', ve (r) greine [verbr., auch Gal]; vgl. verbrüllen , verflennen , verheulen , verplärren , verschn…