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Greinen

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
22 in 18 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Greinen

Bd. 2, Sp. 794
* Greinen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, aber nur in den niedrigen Sprecharten üblich ist. Es bedeutet eigentlich das Gesicht, besonders den Mund verzerren, gähnen; in welcher Bedeutung in dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter grinen die Zähne blecken bedeutet, wie das Schwed. und Isländ. grina, das Angels. grennian, grinnian, das Engl. to grin und girn, das Ital. sgrinare, und das Latein. ringere, alle, wie Ihre glaubt, von dem alten greina, theilen, S. Gränze und Rain. Besonders bedeutet[] es in den gemeinen Sprecharten Ober- und Niederdeutschlandes, 1) lächeln, mit Verzerrung des Mundes lächeln, wie das Nieders. grinen, und Dän. grüne. Noch mehr aber, 2) mit Verzerrung des Mundes weinen, wie die Kinder zu thun pflegen. Nieders. grinen, im Oberd. auch granen, davon das Frequent. grinsen, und das Oberd. Greiner, Greinerlein, ein weinendes Kind, abstammen. Man hat im Oberdeutschen noch ein anderes gleichlautendes, aber im Hochdeutschen unbekanntes Zeitwort, greinen, welches nicht hierher zu gehören, sondern vielmehr eine Nachahmung des Schalles zu seyn scheinet, indem es so wohl von dem Grunzen der Schweine, als auch von dem Wiehern der Pferde, dem Heulen der Wölfe und Füchse, ingleichen figürlich von dem Murren und Zanken der Menschen gebraucht wird, und wovon, und wovon das Lat. grunnire, das Franz. gronder, und unser grunzen Frequentativa sind. S. das letztere. Graf Eberhard von Würtenberg, welcher um 1350 lebte, hieß wegen seiner Unfreundlichkeit und seiner Kriege Contentiosus, und auf Deutsch der Greiner.
1598 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    greinenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    greinen swv. grînen machen Teichn. 316.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    greinensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    greinen , sw. V. Vw.: s. grēnen (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Greinen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Greinen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, aber nur in den niedrigen Sprecharten üblich ist. E…

  4. modern
    Dialekt
    greinen

    Schweizerisches Idiotikon · +5 Parallelbelege

    greinen Band 2, Spalte 745 greinen 2,745

  5. Sprichwörter
    Greinen

    Wander (Sprichwörter)

    Greinen 1. 'S Greinen thut nicht weh und 's Schlagen geht nicht lange her. ( Oberösterreich. ) 2. Wer grînt, brûkt ênmal…

  6. Spezial
    greinen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    grei|nen vb.intr. mecherné (-nëia), raugné (-gna), bradlé (-la), berié (-iëia), pité (pita).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit greinen

5 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von greinen 2 Komponenten

gre+inen

greinen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

greinen als Zweitglied (2 von 2)

Ableitungen von greinen (3 von 3)

begreinen

DWB

begreinen , deplorare, beweinen. Stieler 700 .

ergreinen

DWB

ergreinen , lacrimari, flere, anheben zu greinen.

vergreinen

PfWB

ver-greinen schw. : sich v. 'viel weinen', ve (r) greine [verbr., auch Gal]; vgl. verbrüllen , verflennen , verheulen , verplärren , verschn…