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kauderwelschen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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4 in 4 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

kauderwelschen

kauderwelschen

kauderwelsch Adj. ‘wirr, fehlerhaft oder fremdartig im sprachlichen Ausdruck und daher schwer verständlich’. die seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. bezeugte Bildung (frühnhd. auch kuderwelsch) enthält als zweiten Bestandteil das Adjektiv welsch ‘romanisch, besonders italienisch’ (s. d. sowie Wallach, Walnuß), das oft ganz allgemein eine unverständliche Sprache kennzeichnet (vgl. rotwelsch). Schwierigkeiten bereitet die Erklärung des ersten Kompositionsglieds. Häufig wird in ihm eine lautliche Umgestaltung des schweiz. Ortsnamens Chur (obd. auch Kauer) gesehen; danach wäre kauderwelsch identisch mit der seit dem Frühnhd. üblichen Bezeichnung Churwelsch (vgl. die Sprachbezeichnung Kurwalchen bei Hermann v. Sachsenheim, Mitte 15. Jh.) für die rätoroman. Sprache Graubündens. Zwischen beiden Formen wird im 16. Jh. (bei Mathesius) tatsächlich mehrfach ein enger Zusammenhang hergestellt, doch ist hierbei nachträgliche wortspielerische Gleichsetzung nicht auszuschließen. Eine andere Anknüpfungsmöglichkeit bietet obd. Kauderer ‘Zwischenhändler, wucherischer Kleinhändler’, Nomen agentis zu obd. kaudern ‘Kleinhandel treiben’, das vielleicht als Iterativum zu frühnhd. kauten, käuten, mnd. kūten ‘tauschen’ zu stellen ist. Obd. Kauderer ist daneben in der Bedeutung ‘Werg-, Flachshändler’ bezeugt; vgl. frühnhd. Kuder, Kauder ‘Abfall beim Hecheln des Flachses’, md. kawte ‘Flachs in bestimmter Form und Menge’ (Ende 14. Jh.), wofür von Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 305 Anschluß an die slaw. Wortgruppe von russ. kudél’ (кудель) ‘zum Spinnen vorbereiteter Flachs’ vorgeschlagen wird. Dann bezöge sich kauderwelsch ursprünglich auf die Redeweise wandernder Händler (oder zugewanderter Flachshechler?) aus Italien oder der Schweiz. Diese Auffassung wird dadurch gestützt, daß Fischart Kuderwelsche in einer Aufzählung verschiedener Gewerbetreibender nennt und daß bereits im 13. bzw. 14. Jh. Kudirwale (Köln), Khawderwalch (Rain in Schwaben) als Beiname von Bürgern belegt ist. Sehr einleuchtend erscheint auch Zusammenhang mit oder Beeinflussung durch obd. kudern, kaudern ‘undeutlich sprechen’, ein zunächst (wohl lautmalend) das Kollern des Truthahns bezeichnendes Verb. An das Adjektiv schließen sich an Kauderwelsch n. ‘wirre, schwerverständliche Sprache’ (16. Jh.), kauderwelschen Vb. ‘wirr, in schwerverständlicher Ausdrucksweise reden’ (18. Jh.).
2358 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kauderwelschen

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    kauderwelschen , kauderwelsch sprechen, kauderwelsches zeug reden, zuerst bei Campe ; aber schon 1768 schreibt Lessings …

  2. modern
    Dialekt
    kauderwelschenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    kauder-welschen schw. : ' unverständlich, verworren sprechen ', auch vom Lallen des Kleinkindes, kaudeʳwelsche, kaureʳ-,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kauderwelschen

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Ableitungen von kauderwelschen (1 von 1)

verkauderwelschen

DWB

verkauderwelschen , verb. durch unverständliche reden verwirren: je mehr sie sich aber ... in ihren modernen ideenjargon verkauderwälscht ha…