Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
wetzen
wetzen
wetzen Vb. ‘schärfen’, ahd. (h)wezzen (8. Jh.), mhd. wetzen ‘schärfen, schleifen’, übertragen ‘anfeuern, reizen’, mnd. mnl. nl. wetten, aengl. hwettan, engl. to whet, anord. hvetja, schwed. (mundartlich) hvättja. Das jan-Verb ist wohl als Faktitivum zu dem in ahd. (h)was ‘scharf, heftig’ (8. Jh.), asächs. hwat ‘scharf, kühn’, aengl. hwæt ‘schnell, mutig’, anord. hvatr ‘rasch, feurig’ belegten Adjektiv aufzufassen. Dieses stellt sich als altes ie. to-Partizip (germ. *hwata-) mit den ablautenden Verben ahd. (h)wāʒan ‘jmdn. angehen, verstoßen, (Vögel) vertreiben, (ver)scheuchen’ (9. Jh.), asächs. forhwātan ‘verfluchen’, anord. hvāta ‘stoßen, stechen’ und anord. hœta ‘drohen’, schwed. höta, got. ƕōtjan ‘drohen’ sowie außergerm. wahrscheinlich mit lat. triquetrus (aus *tri-ku̯adros) ‘dreieckig’, vielleicht auch aind. cṓdati (aus *kewed-?) ‘treibt an, feuert an’ zur Wurzel ie. *ku̯ē̌d-, *ku̯ō̌d- ‘stacheln (Stachel, Spitze), bohren, wetzen, schärfen, antreiben, anreizen’. Vgl. die Zunge wetzen ‘scharfe Reden führen’, bereits ahd. sīe iro zunga wazton (Notker).