Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Griffel m.
Griffel m.
Griffel m. ‘Schiefer-, Schreib-, Zeichenstift’, als Fachwort der Botanik (seit dem 18. Jh.) ‘schlanker, die Narbe tragender Teil des Fruchtknotens’. Die Formen ahd. griffil m. (9. Jh.), mhd. griffel m. ‘Schreibstift’, mnl. nl. griffel f. ‘Schreibstift, Pfropfreis’ entstehen offenbar durch sekundären Anschluß und daher lautliche Angleichung an das unter greifen (s. d.) behandelte Verb (zur Tiefstufe der Wurzelsilbe s. auch Griff) sowie durch Anfügung des Suffixes germ. -ila- in Analogie zu anderen Gerätebezeichnungen (s. Gürtel, 1Löffel, Schlüssel, Zügel). Das tatsächlich zugrundeliegende Substantiv begegnet wohl in dem nur vereinzelt bezeugten ahd. graf ‘Schreibstift’ (8. Jh.), einer vielleicht durch das Galloroman. vermittelten Entlehnung von lat. graphium (mlat. auch graphius), griech. graphé͞ion (γραφεῖον) ‘Schreibgerät’, besonders ‘Metallgriffel zum Schreiben auf Wachstafeln’, das auf griech. gráphein (γράφειν) ‘einritzen, zeichnen, schreiben’ (s. -graph, Graphik, Graphit) beruht; vgl. die ebenfalls aus dem Lat. übernommenen Entsprechungen aengl. græf ‘Schreibstift’, afrz. graife, grefe, grafe ‘Schreibstift, Dolch, Pfropfreis’, frz. greffe ‘Pfropfreis’, aprov. grafi ‘Schreibstift, Pfriem’.