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Griffel

mhd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

GWB
Anchors
25 in 24 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Griffel

Bd. 4, Sp. 474
Griffel  A das Arbeitsgerät (als Instrument künstlerischen Schaffens)   1 das Schreibutensil   a Stift aus Schiefer od anderen Materialien zur (schnellen) Fixierung von Schreib-, Rechen-, vereinzelt auch zeichnerischen Handlungen, auch als sinnbildl Attribut des Apostels Matthäus; ‘mit eisernem G.’ (nach Hiob 19,24) metonym für die Handhabung, die Art u Weise, den Stil einer Kritik  [G bei Korrekturen eines fingierten Liebesbriefs] ich .. probirte .. auf der großen, fast den ganzen Tisch einnehmenden Schieferplatte, mit einem G., der stets im Fenster lag, weil man auf dieser Steinfläche oft rechnete, sich mancherlei notirte, ja die Gehenden und Kommenden sich sogar Notizen dadurch mittheilten GWB26,269,14 DuW 5  [Faust zu Meph vor Vertragsschluß:] Was willst du böser Geist von mir? | Erz, Marmor, Pergament, Papier? | Soll ich mit G., Meißel, Feder schreiben? GWBFaust I 1732  [mBez auf den Anfangsunterricht in der Weim Zeichenschule] der Gedanke .. Schiefertafeln und G. für die Anfänger einzuführen .. alsdann .. Bleistift und .. Farbe Euph9,659 Zeichenschule inWeim  Matthäus, der Evangelist .. ein Täfelchen in der Linken, einen G. in der Rechten GWB492,94,4 Christus nebst 12 alt- u neutest Fig Gespr(He1,664) FSchlegel [vor 10.3.97] GWB251,34,21 Wj II 10   b für ein Schreibgerät allgemein, speziell für den Stift, die Feder des Schriftstellers, auch metonym für den Künstler, seine Arbeit, die Handhabung, die Ausdrucksarten, Möglichkeiten der Artikulation, ‘kritischer G.’ für die Art u Weise, den Stil einer Kritik  [Eugenie, eine Brieftasche hervorziehend:] Und nun geschwind zum Pergament, zum G.! GWBNatT 942  Pinsel und G. im Lorbeerkranze1) GWB53,216,9 Bilder am Hause G-s  Will des G-s [der Feder GWB4,139,15] zartes Walten, | Und des Pinsels muthig Schalten | Sich dem reinen Sinn bequemen, | Darfst du froh den Lorbeer nehmen GWB52,98 Will der Feder 15 Var  Was mein leichter G. entwirft, ist leicht zu verlöschen, | Und viel tiefer präget sich nicht der Eindruck der Lettern GWB1,298 Vs 22 Epist I  [G in Rom] Man müßte mit tausend G-n schreiben, was soll hier eine Feder! GWB30,207,4 ItR GWBB10,111,16 Wieland 26.9.93 GWB6,201 Div Ja, in der Schenke 10   2 das Instrument zum Zeichnen od Skizzieren, seltener auch für den Stichel zum Gravieren, Ziselieren, auch für den Greif- u Stechzirkel u die Gesetzmäßigkeit seines Maßes, als Instrument u Attribut der Astronomie; in Fremdtext ‘des G-s Ruhm’ metonym für das künstlerische Werk (u dessen Ruhm)  [mBez auf G-s frühe Versuche in der bildenden Kunst] die Bemühung Naturgegenstände nicht nur mit Worten, sondern auch mit G. und Pinsel, ohne eigentliche Technik, nachzuahmen GWB28,158,7 DuW 12  Zeichnet man eine Figur auf roth zu brennenden Thon, so füllt man das Körperliche mit schwarzer Farbe aus; umreißt man eine Figur mit dem G. auf weichen Thon, so nimmt man den Grund weg GWBB43,28,6 Zelter 17.8.27  Der Künstler drückt seine Gesinnung mit dem G. aus, das Genie stellt eine neue Schöpfung in die Mitte GWB48,13,6 Preise 1800  [Tag mBez auf die Astronomie:] Die zeichnet rein den Gang der Sphäre, | Ihr G. regelt Nacht und Tag GWB16,303 Maskenz 1818 Epil 938 GWBB49,100,2 Zelter 4.10.31 Gespr Eckerm 18.1.25 GWBN3,76,24 FlH II [Meyer] erot konnotiert (zugl) als Instrument geschlechtl Zeugungskraft2)  Mein Mädchen .. | Ach, wie du ruhtest neben mir, | Und schmachtetest mich an, | Und mir’s vom Aug’ durch’s Herz hindurch | Zum G. schmachtete! GWB2,180 Künstlers Morgenlied 56   B botan, als Teilelement des Gynaeceums, des weibl Teils der Blüte: stielförmiger Fortsatz des Fruchtknotens, auch als Entwicklungsstufe, im Verhältnis zum Blatt  Bildung des G-s [Überschr] .. Wir betrachten zuvörderst den G. von der Frucht abgesondert .. Wir bemerken .. daß der G. auf eben der Stufe des Wachsthums stehe, wo wir die Staubgefäße gefunden haben. Wir konnten nämlich beobachten, daß die Staubgefäße durch eine Zusammenziehung hervorgebracht werden; die G. sind oft in demselbigen Falle, und wir sehen sie, wenn auch nicht immer mit den Staubgefäßen von gleichem Maße, doch nur um weniges länger oder kürzer gebildet GWBN6,60,1u9u14 u 61,2 MetamPfl Titel u 68f  Rückschreitend zeigt uns die Natur öfters den Fall, daß sie die G. und Narben wieder in Blumenblätter verwandelt; z. B. füllt sich der Ranunculus asiaticus dadurch, daß sich die Narben und Pistille des Fruchtbehälters zu wahren Kronenblättern umbilden GWBN6,62,14 MetamPfl 72  Wir finden den G. sehr oft aus mehreren einzelnen G-n zusammengewachsen, und die Theile, aus denen er bestehet, lassen sie kaum am Ende, wo sie nicht einmal immer getrennt sind, erkennen GWBN6,61,17f MetamPfl 70 GWBN6,82,19 MetamPfl 105 Syn zu B GWBstylus 1) vgl Abb MA131,130 2) vgl HRVaget, Eros u Apoll, Ein Versuch zu ‘Künstlers Morgenlied’. JbDSG XXX, 1986,210f Armin GieseA.G.
4744 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    griffelstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    griffel stm. griffel. graphium, stilus, pugillaris gl. Mone 7,588,8, 251. ube ich mit mînemo grifile an einemo wahse ger…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    griffelM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    griffel , M. nhd. Griffel, Schreibstift Hw.: vgl. mhd. griffel, mnl. griffel E.: mhd. griffel, st. M., Griffel, Schreibg…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Griffel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Griffel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Werkzeug, dessen man sich ehedem bedienete, auf die mit Wachs überzogenen …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Griffel

    Goethe-Wörterbuch

    Griffel A das Arbeitsgerät (als Instrument künstlerischen Schaffens) 1 das Schreibutensil a Stift aus Schiefer od andere…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Griffel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Griffel , in der Botanik der obere meist stabförmige Teil des Fruchtknotens, der keine Samenknospen enthält und an seine…

  6. modern
    Dialekt
    Griffel

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Griffel [Krefl K. Z. ] n. Griffel.

  7. Sprichwörter
    Griffel

    Wander (Sprichwörter)

    Griffel Etwas mit diamantenem Griffel aufzeichnen. Dauernd eingraben, zu ewigem Gedächtniss. Lat. : Adamante notare. ( C…

  8. Spezial
    Griffel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Grif|fel m. (-s,-) 1 lapis (-sc) m. 2 (Schreibstift) grifl (-i) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit griffel

91 Bildungen · 89 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von griffel 2 Komponenten

grif+fel

griffel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

griffel‑ als Erstglied (30 von 89)

Griffelbein

SHW

Griffel-bein Band 2, Spalte 1463-1464

Griffelkeil

SHW

Griffel-keil Band 2, Spalte 1463-1464

griffelähnlich

DWB

griffel·aehnlich

griffelähnlich , adj. : eine sehr bestimmte prismatische structur ( gewisser schieferarten ), vermöge welcher sie beym zerschlagen in griffe…

griffelære

Lexer

griffe·laere

griffelære stm. ib. der tief eingreift, die wahrheit aufdeckt. Renn. 16149. vgl. griffeln.

griffelbaum

DWB

griffel·baum

griffelbaum , m. , cercis, der judasbaum, salatbaum Nemnich cathol. 1, 950 f.; Schwan nouv. dict. 1, 790 a ; name nach κερκίς . —

griffelbeere

DWB

griffel·beere

griffelbeere , f. , altbezeugte, anscheinend vornehmlich alem. bezeichnung der preiszelbeere, vaccinium vitis idaea Grassmann 153 ( schon be…

griffelbein

DWB

griffel·bein

griffelbein , n. = griffel 7: unseren pferden, die .. nur im mittelfusz noch auszer dem groszen mittelfuszknochen zwei dünne, sogenannte gri…

griffelblume

DWB

griffel·blume

griffelblume , f. , exotitische blume Dietrich 9, 567 , übersetzung des latein. namens stylosanthes ( nach dem sehr langen, röhrenförmigen k…

griffelbüchse

DWB

griffel·buechse

griffelbüchse , f. : alle drei trugen tafel und griffelbüchse und ein büchlein unterm arm Viebig schlaf. heer (1904) 1, 173 . —

Griffelbüchs

Idiotikon

Griffelbüchs Band 4, Spalte 1002 Griffelbüchs 4,1002

Griffelchen

GWB

griffel·chen

Griffelchen ‘spitzes G.’ für philolog Spitzfindigkeit, Pedanterie; in freier Adaption des Attributs des ‘Eidechsentöters’ von Praxiteles 1) …

griffelen

KöblerMhd

griff·elen

griffelen , sw. V. nhd. „griffeln“, greifen, herumfummeln Q.: Ring (1408/1410) E.: s. griffel W.: nhd. (ält.) griffeln, V., griffeln, greife…

griffelfehltritt

DWB

griffel·fehltritt

griffelfehltritt , m. : räum einen anstosz weg, der einen schritt könnt irren, .. den falschgerathnen zug, des griffelfehltritts spur Rücker…

griffel als Zweitglied (1 von 1)

Blīligriffel

Idiotikon

Blīligriffel Band 2, Spalte 722 Blīligriffel 2,722

Ableitungen von griffel (1 von 1)

¹Griffele

WWB

¹Griffele m. [verstr.] Griffel, Schreibstift zum Schreiben auf einer Schiefertafel. Met’m Griffel op te Lai (Schiefertafel) schrīm’m ( Dor W…