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grienen

mhd. bis nhd. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 6 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

grienen

grienen

grinsen Vb. ‘breit lächeln’ (als Ausdruck von Schadenfreude, Zufriedenheit, Einfalt oder Verlegenheit), in dieser Bedeutung seit dem 16. Jh. bezeugt (zuvor ‘knirschen’, 15. Jh.; omd. auch ‘weinen’, 17. Jh.), ist eine Intensivbildung (mit mhd. nhd. -sen, ahd. -isōn, das hier vielleicht anstelle von mhd. nhd. -zen, ahd. -azzen steht, vgl. die noch im 19. Jh. literatursprachlich vorkommende Variante grinzen) zu dem nur bis ins 16. Jh. gebräuchlichen Verb mhd. frühnhd. grinnen ‘knirschen, grunzen, keifen’ (vgl. mnd. grinsen ‘grunzen’, grinnen, gransen, grensen ‘den Mund verziehen, knirschen, grunzen, murren’). Dieses grinnen verschmilzt im Nhd. offenbar mit verwandtem greinen Vb. ‘weinen, weinend klagen’, ahd. grīnan ‘bellen, heulen, knurren’ (9. Jh.), mhd. grīnen ‘lachend, knurrend, winselnd oder weinend den Mund verziehen’, mnd. grīnen ‘den Mund verziehen, weinen, knurren, grunzen, knirschen’, selten ‘grinsen’, mnl. grīnen ‘schreien, heulen, hohnlachen’, nl. grijnen, grienen ‘weinen, flennen’, anord. grīna ‘grinsen’, schwed. grina ‘grinsen, flennen’, wozu mit Ablaut aengl. grānian, engl. to groan ‘stöhnen, seufzen’. Nhd. greinen, im 17./18. Jh. von der starken zur schwachen Flexion übertretend, bedeutet zunächst noch ‘knurren, grunzen, brüllen, keifen, weinen’, engt sich aber seit dem 18. Jh. auf die heutige Verwendung ein. Die nd. Form grienen Vb. dringt dagegen im 19. Jh. als Synonym für grinsen von Norden her in die Literatursprache ein. Für die im Germ. reich entwickelte Verbgruppe (mit wechselndem Vokal, vgl. auch ahd. granōn ‘grunzen’, 9. Jh., mhd. grannen, grennen ‘flennen, weinen’, aengl. grennian, engl. to grin ‘die Zähne fletschen’, anord. grenja ‘heulen’), deren gemeinsame Ausgangsbedeutung als ‘den Mund breitziehen und die Zähne zeigen’ angegeben werden kann, fehlen außergerm. Verwandte (afrz. grignier ‘den Mund verziehen, klagen, winseln’, ital. digrignare ‘die Zähne fletschen, knurren’ sind Entlehnungen aus dem Germ.). Die weitere Herkunft ist deshalb ungeklärt, doch kommt möglicherweise Lautnachahmung in Betracht.
2062 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grienenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    grienen swv. BMZ zu grien werden? Ls. 2. 627,2.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grienenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    grienen , vb. , lachen, grinsen, nd. form für greinen, s. d. II sp. 61. —

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Zerlegung von grienen 2 Komponenten

gri+enen

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Cotta, M. (2026). „grienen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grienen/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „grienen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grienen/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „grienen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grienen/pfeifer_etym.
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