Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Suppe f.
Suppe f.
Suppe f. ‘flüssige, zu löffelnde Speise’. Bereits im 14. Jh. treffen mnd. md. soppe, suppe und aus afrz. sope, soupe ‘eingetunkte Brotschnitte, Brühe mit eingeweichtem Brot’ (das seinerseits wie schon spätlat. suppa ‘eingetunkte Brotschnitte’ aus dem Germ. stammt, s. Souper) entlehntes obd. suppe aufeinander und verbreiten sich rasch über das gesamte dt. Sprachgebiet. Auszugehen ist von mnd. soppe, suppe ‘eingeweichtes Brot, Brühe, Brei, Soße’, mnl. soppe, sop ‘eingeweichtes Brot’, nl. sop, aengl. sopp ‘eingetauchter Bissen’, engl. (mundartlich) sop. Daneben stehen ahd. gisopho ‘gebrühter Getreideabfall’ (um 800), suphila ‘schlürfbares Brühchen, Süppchen’ (9. Jh.), ablautend souf ‘Brühe’ (9. Jh.). Vergleichbar sind ferner anord. saup ‘Buttermilch’, sopi ‘Schluck’ und die Verben got. supōn, ahd. soffōn ‘würzen’, eigentlich ‘in gewürzte Brühe eintauchen’ (um 800), mnl. nl. soppen ‘Brot in Flüssigkeit eintunken’, aengl. soppian, engl. to sop wie auch mhd. supfen ‘schlürfen, trinken’, so daß für Suppe von einer Bedeutung ‘Schlürfspeise bzw. schlürfend gegessene eingetunkte Schnitte’ auszugehen ist. Alle genannten Formen lassen sich mit dem unter saufen (s. d.) dargestellten Verb an die dort genannte Labialerweiterung der lautmalenden Wurzel ie. *seu-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ anschließen. Vgl. die Wendungen jmdm. die Suppe versalzen ‘eine Sache verderben, einen Plan durchkreuzen’ (16. Jh.), ein Haar in jeglicher, in der Suppe finden ‘eine negative Seite an etw. entdecken’ (18. Jh.).