Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Grips m.
Grips m.
Grips m. ‘Verstand, Auffassungsgabe’. Das in diesem Sinne seit dem 19. Jh. besonders in der nordd. und md. Umgangssprache verbreitete Substantiv (daneben mundartlich auch ‘Zugriff, Griff’) gehört zu einem landschaftlich vom 18. Jh. an und vereinzelt schon im 15. Jh. nachzuweisenden Verb grippen ‘an sich raffen, stehlen’; es ist entweder mit s-Formans (wie Klaps, Knicks, Schnaps u. a.) unmittelbar zu diesem gebildet oder von der ebenfalls landschaftlich gebräuchlichen Iterativform gripsen, gripschen abgeleitet. Trotz semantischer Ähnlichkeit ist grippen wohl von greifen (s. d.) etymologisch zu trennen (vgl. ¹DWB 4, 1, 6, 383); vielmehr kann es als Variante mit affektischem Vokalwechsel zu spätmhd. (um 1400), nhd. grappen, mhd. grāpen ‘tasten, greifen’ (vgl. die Intensiva nhd. grappeln, grapsen, grapschen), mnd. grabben (Iterativum grabbelen) ‘greifen, raffen’ (s. grabbeln) gestellt werden.