Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
klemmen
klemmen
klemmen Vb. ‘festdrücken, einzwängen’, reflexiv ‘sich quetschen’, mhd. klemmen ‘mit den Klauen packen, einzwängen, kneipen’, früher bezeugt in ahd. biklemmen (s. beklommen), ist Kausativum zum starken Verb mhd. klimmen (intransitiv) ‘steigen, klettern’, (transitiv) ‘erklimmen, zwicken, kneifen, packen’ (s. klimmen); dazu vgl. die ablautenden Bildungen klamm, Klamm, Klammer (s. d.). Die Studenten- und Schülersprache hat klemmen zu ‘ausspannen, stehlen’ (um 1900) entwickelt. – Klemme f. ‘Gerät zum Zusammendrücken, Festklemmen’, übertragen ‘Notlage, Verlegenheit’, mhd. klemme, klemde ‘Klemmung, Einengung’. Klemmer m. ‘bügelloses, auf die Nase geklemmtes Zweiglas’ (auch Kneifer, Zwicker), gekürzt (2. Hälfte 19. Jh.) aus Nasenklemmer, einer Übersetzung von frz. pince-nez.