Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
klemmen swV.
1.1 allg.
1.2 von Greifvögeln ‘(etw.) mit den Klauen packen’
1.3 ‘(jmdn./etw.) in Bedrängnis bringen, unter Druck setzen’
1.4 mit Refl.-Pron. ‘sich drängen’
2 intr. ‘in einer Notlage, in Bedrängnis sein’
1 tr. u. refl. ‘(jmdn./ etw.) einklemmen, einzwängen, fest drücken’ 1.1 allg.: do si resâhen daz abgot, / dô was iz aller Rômære spot. / Jûlîânus was gar, / die hant stiez er im in den munt dar. / dar inne uobte sich der vâlant: / er clamte im die hant / und gehabet in sô vaste, / daz er sich mit nihte relôsen mahte Kchr 10783; sô fliegen auf irn ruck sitzent, sô ziehent si [Elefanten] die haut in runzeln und klemment die vliegen ze tôd BdN 135,31 1.2 von Greifvögeln ‘(etw.) mit den Klauen packen’ so clemmit he [der Adler] iz [sein Junges, das nicht in die Sonne zu schauen erträgt] mit sinin vuoze / undi leid iz vallin unsuoze, / dat iz zebristit upe der erden WernhvN 617; singenden vogel aber unde clemmenden, unde winde und hezzehunde und bracken mac man wol gelden mit eime iren glîchen, der alsô gût sî, ab man ez gewêret uffen heiligen SSp (W) 3:47,2. – subst.: waz sol des habeches sneller vluc unde des valken denne [La. was sol des habches klemmen ] ? Frl 5:37,6 1.3 ‘(jmdn./etw.) in Bedrängnis bringen, unter Druck setzen’ were der winter kalt allein / der vns truric machit / [...] / vnd och die vogil klemmet / ir hohin sanc ir lemmet Martina 44,47; dâwidir [gegen der unkûsche brunst ] doch mit allir craft / der reine gotis degin vacht, / daz vleisch mit hungir clemminde NvJer 18840; ie me in irem mute / der heilige geist erglemmet, / ie me di werlt si clemmet Pass I/II (HSW) 10972; minne klemmet rechte alsam ein zange SM:Had 17: 3,7. – subst. (vgl. Anm.z.St.): swer vîende vliut unde vriunde jaget, / sol dem gelingen, des muoz ouch gelücke sêre walten. / wie, ob der vriunt ze vîende wirt unde ze den vremeden swert? / dâ g’schiht ein klemmen, dâ von im unsælde wirt beschert WernhSpr (Z) 67,14 1.4 mit Refl.-Pron. ‘sich drängen’ wie sich diu rotte klamde / und in einander flaht, / diu dâ des êrsten vaht! Ottok 16166; dô si kômen zesamde / unde sich der strît klamde / in einander mit hurte, / gotes helfe man dô spurte / an der getouften diet ebd. 44708 2 intr. ‘in einer Notlage, in Bedrängnis sein’ der klemmet in der helle alsô Winsb 53,9
MWB 3,1 348,21; Bearbeiter: Richter