Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
heilsam
heilsam
Heil n. ‘Glück, Wohlergehen, Rettung’, in religiöser Vorstellung ‘Erlösung im Glauben’, ahd. heil ‘Glück’ (8. Jh.), mhd. heil ‘Gesundheit, Glück, glücklicher Zufall, Heilung, Rettung, Hilfe’, asächs. hēl ‘Vorzeichen’, mnd. heil ‘Glück, Segen, Rettung, Wohlergehen’, mnl. heil, heel, nl. heil, aengl. hǣl ‘(günstiges) Vorzeichen, Glück, Gesundheit’, anord. heill ‘(glückverheißendes) Vorzeichen, Glück’ gehen zurück auf einen alten s-Stamm germ. *hailaz, *hailiz (vgl. die zu aengl. hǣl gehörende Nebenform aengl. hālor), verwandt mit der unter heil Adj. (s. d.) dargestellten Wortgruppe. Deutlicher als beim Adjektiv wird die religiös-kultische Herkunft in der Semantik des Substantivs, deren Ausgangspunkt mit ‘magisch bedingtes Glück, Segen’ definiert werden kann, vgl. Das Heilige im Germ. (1942) 63 ff. Unter christlichem Einfluß steht Heil für ‘Vergebung der Sünden, Erlösung vom Bösen und Gewährung der ewigen Seligkeit’ (mhd. daʒ ēwige heil), vgl. auch Bildungen wie Heilsgeschichte, -verkündung, -weg (19. Jh.). In Grußformeln wie Gut Heil, Petri Heil, Weidmanns Heil erscheint Heil im Sinne von ‘Glück’. – heillos Adj. ‘krank, körperlich gebrechlich, arm, elend, moralisch böse’ (16. Jh.), ‘ohne Rettung, ohne Hilfe’ (19. Jh.), heute vor allem in steigernder Funktion, vgl. heilloses Durcheinander ‘sehr großes, unbeschreibliches Chaos’, heillose Unordnung. heilsam Adj. ‘heilend, nützlich’ (für zukünftiges Verhalten), ahd. heilsam ‘Heil bringend’ (10. Jh., heilsamo Adv., um 900), mhd. heilsam ‘Heil bringend, gesund, heil’.